Schnell ist was passiert

Neues Projekt der DRK führt Kinder spielerisch an Erste Hilfe heran

Mitarbeiter vom DRK-Kreisverband Brilon und Sponsoren stellten jetzt zusammen mit Kindern aus der Briloner DRK-Kindertagesstätte das neue Projekt „Erste-Hilfe-Kurse für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen“ vor. Foto: Stefanie Reinelt
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Mitarbeiter vom DRK-Kreisverband Brilon und Sponsoren stellten jetzt zusammen mit Kindern aus der Briloner DRK-Kindertagesstätte das neue Projekt „Erste-Hilfe-Kurse für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen“ vor.

Brilon. „Wie reagiere ich richtig bei einem Notfall? Wie muss ich mich am Unfallort verhalten? Wie leiste ich Erste Hilfe?“ – Diese Fragen sind für viele Erwachsene mit Angst behaftet, weil sie im Ernstfall nichts falsch machen wollen. Um diese Hemmschwelle zu nehmen und bereits die Kinder im Kindergarten an die Erste Hilfe heranzuführen, startet der DRK-Kreisverband Brilon ein neues Projekt nach den Sommerferien.

„Bei dem Projekt ,Erste-Hilfe-Kurse für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen’ geht es darum, die angehenden Schulkinder mit der Ersten Hilfe vertraut zu machen“, erklärt Elena Schlüter vom DRK-Kreisverband. Dabei handele es sich nicht um einen Kurs im eigentlichen Sinne. Die Kinder erfahren, was sie im Ernstfall unternehmen können, aber auch, wie sie Notfälle verhindern können.

„Es gibt zwar Projekttage in Kindergärten, bei denen Krankenhäuser, Rettungswachen oder die Polizei besucht werden, aber regelmäßige, einheitliche Veranstaltungen gibt es nicht“, so Elena Schlüter weiter. „Das soll sich jetzt ändern.“

Das Projekt ist zunächst erstmal auf das Stadtgebiet Brilon beschränkt. Zusätzlich werden die Schulkinder der DRK-Kindertageseinrichtungen in Obermarsberg und Winterberg berücksichtigt. „Ähnliche Projekt gibt es zwar schon in Deutschland, aber im Sauerland sind wir die Vorreiter“, sagt DRK-Geschäftsführer Thorsten Rediger.

„Kinder haben keine Berührungsängste“

Nach sechs Probeveranstaltungen hat die Ausbilderin Claudia Becker vom DRK, die den Kurs ehrenamtlich durchführt, ein durchweg positives Feedback von den Erzieherinnen bekommen. „Die Kinder haben keine Berührungsängste und das soll auch so bleiben.“ Mit der Handpuppe Paul, Warnwesten und Geschenktüten für die Kinder im Gepäck kommt Claudia Becker in die Kindergärten. „Paul ist ein Sympathieträger und so bekomme ich schneller Zugang zu den Kindern“, sagt die Ausbilderin. Spielerisch führt sie so die Kinder an das Thema Erste Hilfe heran. Zum Abschluss bekommen die Mädchen und Jungen noch eine Tüte mit Verbandpäckchen, Pflasterheftchen und Reflektor für Zuhause.

Nach den Sommerferien soll das Projekt aber noch erweitert werden. Erste Hilfe soll auch auf den Stundenplan – zunächst in den ersten und zweiten Klassen der Grundschule. Dafür wird Claudia Becker den Unterricht begleiten. Auf lange Sicht sollen aber auch die Lehrer geschult werden, damit sie die Kurse selbstständig geben können. Claudia Becker: „Wir wollen erreichen, dass Erste Hilfe schon in der Grundschule wie selbstverständlich unterrichtet wird, damit die Kinder auch später als Jugendliche und Erwachsene keine Ängste in Notfallsituationen haben.“ Nach einer Einführungszeit von rund zwei Jahren sollen die Schüler der vierten Klasse, nachdem sie das Vorwissen im Kindergarten und den ersten Klassen erlangt haben, die Herz-Lungen-Wiederbelebung erlernen. „So können sie in Zukunft angstfrei regieren und wissen, was zu tun ist.“

Unterstützt wird das Projekt von der Barmer und der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, die 600 Euro für Materialien und die Geschenktüten spendete. Für die Kindertageseinrichtungen und Schulen ist das Angebot kostenlos.

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