Ein "noch" erfreuliches Jahr

Finanzamtsvorsteher Martin Kaufmann (Mitte), sein Stellvertreter Elmar Wittmann (l.) und Geschäftsstellenleiter Theo Müller empfehlen die in allen Finanzämtern ausliegenden Steuertipps. Foto: Oliver Heimann

Mit Blick auf das laufende Jahr als "noch erfreulich" bezeichnete Brilons Finanzamtsvorsteher Martin Kaufmann das Jahr 2008. "Mit einem Steueraufkommen von insgesamt 262 Millionen Euro liegen wir sogar knapp drei Prozent über dem Vorjahresniveau", sagte Kaufmann. Eine Prognose für 2009 wollen die Verantwortlichen der Briloner Finanzbehörde zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeben.

Den höchsten Anteil an dieser Gesamtsumme hatte nach Angaben des Finanzamtes die Lohn- und Einkommenssteuer. Mit einer Gesamtsumme von 137,5 Millionen Euro (109,9 Millionen Euro Lohn- und 27,5 Millionen Euro Einkommenssteuer) steigerte sich diese um 6,1 Prozent gegenüber 2007 (129,5 Millionen Euro). Starke Zuwächse hatte auch die Körperschaftssteuer, die mit 22,6 Millionen Euro 6,4 Prozent über dem Vorjahrsniveau liegt.

Zurückgegangen sind die Einnahmen bei der Umsatzsteuer. Mit 83,2 Millionen Euro sanken diese um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (85,7 Millionen Euro).

Hohe Investitionen und starker Export

"Dieser Rückgang ist für die Wirtschaft aber eigentlich als positiv zu bewerten", sagte Kaufmann. "Die sinkenden Umsatzsteuereinnahmen lassen darauf schließen, dass die Unternehmen weiterhin stark investieren und mehr Umsätze im Bereich des Exports erzielen. Auch bei den Insolvenzen gab es einen leichten Rückgang: Insgesamt 132 Insolvenzen (35 Regel- und 97 Verbraucherinsolvenzen) wurden 2008 im Bereich Brilons angemeldet. Im Vorjahr waren es noch 138 (45 Regel- und 93 Verbraucherinsolvenzen). Das insgesamt positive Ergebnis im Zuständigkeitsbereich des Finanzamts Brilon schließt sich dem allgemeinen Bild in der Region an. So sind die gesamten Steuereinnahmen im Bereich Westfalen-Lippe insgesamt um 5,77 Prozent gestiegen, bei den Finanzämtern in Südwestfalen stiegen die Einnahmen um 5,38 Prozent.

Außerdem ging Martin Kaufmann noch auf die Rückzahlung der Pendlerpauschale aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts im Dezember ein: "Die Finanzverwaltung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung des Urteils, damit die Bürger so schnell wie möglich die ihnen zustehenden Auszahlungen erhalten. Bereits seit Januar werden korrigierte Bescheide versendet. Die Bearbeitung aller Fälle wird allerdings bis zu vier Monaten dauern", sagte Kaufmann. Hierbei wies Kaufmann nochmals daraufhin, dass Steuerpflichtige, die noch nicht alle Angaben zur Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gemacht haben, dies jetzt in einem einfachen formlosen Schreiben tun können. Alle anderen brauchen nicht mehr tätig werden.

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