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Platz der Begegnung

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Presbyterium und Architekt Hans-Werner Bals (3.v.r.) stellten die Baumaßnahme am vergangenen Sonntag den Gemeindemitgliedern vor.
Presbyterium und Architekt Hans-Werner Bals (3.v.r.) stellten die Baumaßnahme am vergangenen Sonntag den Gemeindemitgliedern vor.

„Wenn die Landeskirche ihr ,okay’ gibt, können wir starten,“ erklärt Pfarrer Rainer Müller auf der Kirchenversammlung am vergangenen Sonntag im evangelischen Gemeindezentrum auf die Frage nach dem Zeitplan.

„Mitte März ist von uns aus als Termin geplant.“ Mit dem Startschuss beginnt dann eine umfangreiche Baumaßnahme in der evangelischen Stadtkirche und im Gemeindezentrum, die sich bis zum Herbst hinziehen wird.

Die Überlegungen, dass dringend etwas an und in den Gebäuden gemacht werden muss, kamen mit dem Ausfall der Heizungsanlage ins Rollen. „Wie ein Faden hat es sich gesponnen“, beschreibt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer den Ablauf. „Gemeinsam mit dem Presbyterium sind dann immer mehr Dinge aufgefallen. Dies hat zum gemeinsamen Beschluss geführt, das jetzt angestrebte Maßnahmenpaket anzupacken.“

Ein zentrales Thema stellt die Barrierefreiheit dar. So sollen neue Treppen- und Rampenanlagen vor dem Kircheneingang geschaffen werden. Ebenso die Fläche zwischen Kirche und Gemeindezentrum angehoben sowie das Gemeindebüro aus dem oberen Stockwerk in das Erdgeschoss verlegt werden. Im gleichen Zuge werden auch die Toilettenanlagen behindertengerecht umgebaut. „Damit ist eine komplette Barrierefreiheit geschaffen und es können auch Menschen mit Rollatoren oder im Rollstuhl ohne fremde Hilfe das Büro aufsuchen“, zeigt der Planer Diplom-Ingenieur Hans-Werner Bals aus Olsberg auf. „Die Bücherei wird etwas verkleinert. Ein Drittel erhält das Gemeindebüro, zwei Drittel entfallen auf die umgeräumte Bücherei. Alles soll freundlich und hell gestaltet werden. Die braunen Holzdecken werden ebenfalls aus Brandschutzgründen ersetzt. Wir wollen ein modernes Ambiente schaffen und dabei energetisch und schallschutztechnisch auf dem neuesten Stand sein.“

„Viele Ideen einbringen“

Im Zuge dieser Baumaßnahme werden weiterhin Vorraum und Kirchenraum neu gestrichen, Türen erneuert, Lautsprecher- und Lichteinrichtungen, vorzugsweise durch LED-Technik, verbessert sowie auch die Orgelpfeifen gesäubert und die Mechanik ausgebessert. „Darauf hat uns unser Orgelspieler gebracht“, berichtet Pfarrerin Koppe-Bäumer. „Diese Maßnahme wäre turnusmäßig in zwei Jahren fällig gewesen, aber jetzt muss die Orgel ja ohnehin ab- und wieder aufgebaut werden. Dies Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass möglichst viele ihre Ideen bei einer solchen Aktion mit einbringen.“ So hat es dann auch zwei Jahre Überlegung und Planung gekostet, ehe alles spruchreif war.

Eine neue Funktion soll der Platz zwischen Kirche und Gemeindezentrum bekommen. „Durch die Umgestaltung soll es ein Platz der Begegnung werden. Eingelassene Halterungen für Sonnenschirme sowie Klapptische und Bänke bieten nach Fertigstellung die Möglichkeit, auch Veranstaltungen oder Gottesdienste unter freiem Himmel durchzuführen. Die in die Jahre gekommenen Holzpalisaden werden ersetzt, der Platz besser einsehbar und auch aus Kostengründen pflegeleichter gestaltet“, erklärt Planer Bals.

Die Gesamtkosten sind mit rund 473.000 Euro veranschlagt. Die Finanzierung ruht auf mehreren Säulen: So wurden die ehemaligen und nicht mehr gebrauchten Pfarrhäuser in der Helle sowie der Kreuziger Mauer verkauft. Weiterhin wird auf Teilsummen aus den sogenannten Rücklagen für die Bausubstanzerhaltung zurückgegriffen ohne diese komplett aufzubrauchen, ein zinsgünstiger Kredit beim Kirchenkreis in Anspruch genommen sowie Zuschüsse bei der Josef-Stratmann-Stiftung sowie der Aktion Mensch, hier speziell für die Barrierefreiheit, beantragt. Um die Kosten im Griff zu behalten, wird es ein Controlling geben. Dazu Pfarrer Müller: „Dafür haben wir Ausschüsse mit Fachleuten gebildet.“ Diplom-Ingenieur Bals: „Für jede der Maßnahmen gibt es ein Budget, sodass alles im Rahmen bleibt. Die ersten Angebote aufgrund der Ausschreibungen liegen vor. Bis zum Herbst sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.“

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