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Professor der Künste

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Das Gemälde „Wallenstein“ wird in der Ausstellung zu sehen sein. 	Foto: Sauerland-Museum, Arnsberg
Das Gemälde „Wallenstein“ wird in der Ausstellung zu sehen sein. Foto: Sauerland-Museum, Arnsberg

Das Museum Haus Hövener zeigt von Samstag, 3. Oktober, bis Sonntag, 14. Januar 2016, eine Sonderausstellung zum 110. Todestag des Künstlers Engelbert Seibertz. Gemälde und Lebenszeugnisse des berühmten Porträt- und Historienmalers (1813 bis 1905) aus dem Bestand des Sauerland-Museums Arnsberg sowie eigenen Archivbestände werden zu sehen sein.

Das Museum Haus Hövener zeigt von Samstag, 3. Oktober, bis Sonntag, 14. Januar, eine Sonderausstellung zum 110. Todestag des Künstlers Engelbert Seibertz. Gemälde und Lebenszeugnisse des berühmten Porträt- und Historienmalers (1813 bis 1905) aus dem Bestand des Sauerland-Museums Arnsberg sowie eigenen Archivbestände werden zu sehen sein.

Engelbert Seibertz wurde am 20. April 1813 in Brilon geboren. „So werde in Gottes Namen Maler und vermehre die hungrige und leichtsinnige Zunft um einen widerspenstigen Kopf“. Nach diesen erlösenden Worten seines Vaters Johann Suibert Seibertz war der Weg in den Traumberuf für Engelbert Seibertz endlich frei. Der Vater, als Jurist und Historiker schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit (insbesondere für seine Beiträge zur westfälischen Geschichtsschreibung – auch zu finden in der historischen Bibliothek des Museums Haus Hövener Brilon), wollte aus seinem Sohn gemäß der Familientradition ebenfalls einen Juristen machen. Nach zähem Ringen und harten Auseinandersetzungen erlaubten die Eltern ihrem damals 17-jährigen Sohn schließlich seine Ausbildung als Künstler in Düsseldorf und München. Dies war ein Glücksfall, denn Engelbert Seibertz entwickelte sich zum Prototyp eines außergewöhnlichen Mannes, der entgegen den damals gängigen Konventionen, durch seine früh entdeckte Begabung als Maler und Künstler den Weg vom „Schulverweigerer zum Professor der Künste“ machte. Spektakuläre Aufmerksamkeit und Berühmtheit erreichte Engelbert Seibertz insbesondere durch seine enthusiastisch in den Kunstkreisen aufgenommenen Buch-Illustrationen zu „Goethes Faust“ sowie durch Porträtmalerei und Wandgemälde im „königlichen Münchner Maximilianeum“ (dem heutigen bayerischen Landtag). Durch Auftragsarbeiten für die bayerischen Könige Ludwig I. und dessen Sohn Maximilian II. erreichte er auch hohe gesellschaftliche Anerkennung mit seiner Ernennung zum „Professor der Künste“ und der Verleihung des königlichen Verdienstordens „Ritterkreuz erster Klasse vom heiligen Michael“. Er schuf im Laufe seines Lebens über 800 Ölbilder sowie Hunderte Zeichnungen und Skizzen. Auch wurden während seiner „Früh- und Spätzeit“ im Sauerland viele Porträts von berühmten Persönlichkeiten und Landschaften der Sauerländer Region von ihm gezeichnet, die bis heute historische Bedeutung haben, so ist im Museum Haus Hövener als Dauerexponat ein Gemälde der „Olsberger Hütte“ zu sehen, das als ältestes Industriegemälde Westfalens gilt. Auch das private Leben von Engelbert Seibertz war ereignisreich und gekennzeichnet von vielen Schicksalsschlägen. Engelbert Seibertz starb 1905 im Alter von 92 Jahren in Arnsberg, wohin er seit 1869 dauerhaft zurückgekehrt war. Die Ausstellung ist bis 14. Januar täglich 11 bis 17 Uhr zu sehen, montags geschlossen.

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