42 kleine Kunstwerke vereint in einem großen

Projekt „Quilt der vielen Hände“ seit Freitag im Briloner Rathaus zu sehen

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20 bis 25 Frauen des Handarbeitscafés haben an dem „Quilt der vielen Hände gearbeitet. Das Werk ist seit Freitag im Briloner Rathaus zu sehen.

Brilon/Meschede - 42 kleine Kunstwerke wurden zu einem großen zusammengeführt. Im Briloner Handarbeitscafé im Evangelischen Gemeindezentrum haben 20 bis 25 Frauen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen einen „Quilt der vielen Hände“ genäht.

Die Idee stammt vom Briloner Verein Kunterbunt, der auch das Handarbeitscafé 2017 ins Leben gerufen hatte, um einen interkulturellen Austausch zwischen Brilonern und Neu-Brilonern zu ermöglichen. 

Doch was ist überhaupt ein Quilt? Die vielseitig verwendbare Zierdecke besteht in der Regel aus drei Lagen: die Schauseite, die Zwischenlage mit einem wärmenden Vlies und die Rück- beziehungsweise Unterseite aus einer Stoffbahn. „Das ,Quilten’ kommt von den früheren amerikanischen Siedlern“, erklärt Heike Fritz vom Verein Kunterbunt, die zusammen mit der Vorsitzenden Barbara Harding und Sabine Volmer das Projekt vorstellte. Das gemeinsame Arbeiten der Siedlerfrauen bei „Quilting bees“ war ein wichtiges soziales Ereignis, bei dem die vorbereiteten Patchworkstücke gemeinsam zu Quilts verarbeitet wurden. „Dabei konnten Neuigkeiten und Geschichten ausgetauscht, aber auch Nöte besprochen werden“, so Heike Fritz. „Diese Idee haben wir auf die heutige Zeit übertragen.“ 

Die Frauen konnten ihre Patchwork-Quadrate nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten und dabei ihre Lebensgeschichten austauschen. Die jüngste Künstlerin war bei dem Projekt erst sechs Jahre alt, eine Näherin ist mittlerweile leider bereits verstorben. Im Anschluss wurden die einzelnen Stücke zu einem großen 2 Meter mal 2,20 Meter großen Quilt zusammengenäht. 

„Jedes Quadrat erzählt seine eigene Geschichte"

Diesen Quilt haben die Frauen des Handarbeitscafés und des Vereins Kunterbunt jetzt gemeinsam an Dr. Christof Bartsch, Bürgermeister der Stadt Brilon, und Pfarrer Rainer Müller von der Evangelischen Kirchengemeinde übergeben. Denn: Das Handarbeitscafé wird neben weiteren Spendern durch Fördermittel des Kommunalen Integrationszentrums (KI) des Hochsauerlandkreises finanziell unterstützt. Deshalb soll der Quilt nach dem Willen der Initiatoren durch die Rathäuser im HSK wandern, um das Projekt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Als erstes ist Brilon an der Reihe. Seit Freitag kann das Kunstwerk während der Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer bestaunt werden. „Jedes Quadrat erzählt seine eigene Geschichte und ist deshalb ein eigenes Kunstwerk an sich“, so Dr. Christof Bartsch begeistert, der alle Interessierten dazu einlädt, das Kunstwerk genauer zu betrachten. 

Im Anschluss soll der „Quilt der vielen Hände“ im Kreishaus Meschede ausgestellt werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Weitere Ausstellungsorte sollen folgen, bevor er wieder nach Brilon kommt. Im Evangelischen Gemeindezentrum wird er nach seiner „Wanderschaft“ dauerhaft zu sehen sein.

Briloner Handarbeitscafé

Im Briloner Handarbeitscafé hat sich seit der Gründung vor zwei Jahren eine bunte Gruppe zusammengefunden. 

Die Räumlichkeiten werden kostenlos von der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. 

Neben dem „Quilt der vielen Hände“ sind auch die „Zelte der Begegnung“ ein Projekt des Vereins Kunterbunt. Die gute Nachricht: 1200 Quadrate für ein Tipi sind schon gestrickt oder gehäkelt. Bürgermeister Bartsch nutzte den Besuch des Handarbeitscafés auch, um einen Beutel mit Acrylwolle zu überreichen. Weitere Spenden sind gerne gesehen. 

Die nächsten Termine des Handarbeitscafés sind am 1. und 15. Juli, 26. August sowie am 9. und 23. September, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr.

Die 42 einzelnen Patchwork-Stücke wurden zu einem großen 2 Meter mal 2,20 Meter großen Quilt zusammengenäht. 

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