Musikalische Waldfee

Dirigentin Marie Becker schwingt den Feenstab

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Kinder und Musik liegen der 13. Waldfee Marie Becker am Herzen. Spontan sang sie mit den Kindern auf der Rathaustreppe ein Frühlingslied.

Brilon. Ein streitlustiges, schräges Ehepaar sorgte für Aufregung – im Übrigen herrschte bei „Brilon blüht auf“ am Sonntag eitel Sonnenschein. Aber bei dem charmant-aufdringlichen Ehepaar Gertrud und Hermann war es nur Theater – Straßentheater. Auch das Wetter zeigte sich von seiner frühlingshaften Seite, so dass die Besucher in bester Genießer- und Flanierlaune waren.

An der Eisdiele bildeten sich lange Schlangen, die Straßencafés und Geschäfte waren voll. Wer sich einmal kurz ausruhen wollte, dem boten die Liegestühle des Gewerbevereins vor einigen Geschäften dazu gute Gelegenheit. Um 15 Uhr strebte alles dem Marktplatz zu, denn es wurde die neue Waldfee erwartet.

Zuvor gab die alte Waldfee Kira Böddicker mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ ihren Feenstab an den Bürgermeister ab und ließ ihr Waldfeenjahr noch einmal Revue passieren. „Ich habe in dem Jahr ganz viele neue Leute, Städte. Länder kennen gelernt und ich bin über mich hinausgewachsen“, erklärte sie. Schon bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte, bei den Waldtagen in Madfeld, sei sie vom Bürgermeister „ins kalte Wasser geschmissen worden“, als er ihr kurzerhand das Mikrofon in die Hand drückte. Ob es nicht langweilig sei, immer mit den älteren Herren aus Stadt und Politik zusammen zu sein, war sie von Freundinnen gefragt worden. Aber das konnte sie nach ihrem ereignisreichen Jahr definitiv verneinen. „Ein bisschen Waldfee bleibt immer“, tröstete sie Christof Bartsch, als er ihr zum Abschied die Schärpe überreichte.

Der Bürgermeister machte es anschließend richtig spannend: Vorab lud er alle Kinder auf die Rathaustreppe ein,  um mit ihnen zu beraten, wo die neue Waldfee wohl herkommen könnte und diese kamen der Wahrheit ziemlich nahe. Dann war es soweit und mit Marie Becker trat die 13. Briloner Waldfee vor die Tür, mit strahlendem Lächeln und einem neuen Hut.

Die 22-Jährige kommt aus Thülen und stellte sogleich mit einem Frühlingslied unter Beweis, dass ihr zwei Sachen besonders am Herzen liegen: Musik und Kinder. Zurzeit studiert sie Germanistik und Musik für das Lehramt in Dortmund. Als stellvertretende Kreisdirigentin widmet sie sich besonders der musikalischen Früherziehung, leitet dort einen Jugendchor, die Music Factory und ist auch in ihrem Heimatort im Jugendorchester aktiv.

Einer der Höhepunkte in ihrem Feenjahr wird im Juni die Reise nach Norwegen sein, zu den Hansetagen in Bergen.

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