Für einen modernen Schulbetrieb

Rat beschließt Sanierung des Schulzentrums kombiniert mit einem Teilneubau

Gymnasium Petrinum Anmeldung Brilon
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Ein entscheidender Schritt für die Planungen rund um die Sanierung des Schulzentrums Brilon: Der Rat beschloss in seiner letzten Sitzung die Sanierung mit einem Teilabriss und Teilneubau zu verbinden.

Einen entscheidenden Schritt vorangekommen sind die Planungen rund um die Sanierung des Schulzentrums Brilon. So beschloss der Rat der Stadt am vergangenen Mittwoch bei zwei Enthaltungen einstimmig, den Empfehlungen der Machbarkeitsstudie und vorberatenden Gremien zu folgen und die Sanierung mit einem Teilabriss und Teilneubau (Planungsvariante 1a) zu verbinden.

Brilon – Damit ist jetzt der Weg frei, für die Ausschreibung der Planungsleistungen, die aufgrund der Größe des Vorhabens europaweit erfolgen wird.

Ergänzt wurde die Beschlussvorlage durch den Zusatz, angeregt durch einen Änderungsantrag der BBL, die Sanierung der Kellerräume, welche starke Feuchtigkeitsschäden aufweisen, mit einzuplanen. Ein weiterer Aspekt des BBL-Änderungsantrages, den Flächenverbrauch zu reduzieren indem man mehr in die Höhe baut, wurde abgelehnt. Marcus Bange vom Gebäudemanagement hatte darauf hingewiesen, dass Brandschutzaspekte aufgrund der geplanten Holzbauweise sowie die Barrierefreiheit dagegen sprächen. Auch die Forderung der BBL, den Auftrag zum zweiten Teil der Machbarkeitsstudie nicht zurück zu nehmen, fand keine Mehrheit.

Erläuterung der Variante 1a

Wie Peter Bee vom gleichnamigen Planungsbüro erläuterte, sieht die Variante 1a vor, im Bereich des Gymnasiums die Aula, die Pausenhalle und die bestehenden MINT-Räume zu erhalten. Der Verwaltungstrakt und das Obergeschoss sollen zurückgebaut werden. Im Bereich der Heinrich-Lübke-Schule sieht die Variante 1a ebenfalls einen Rückbau der Obergeschosse vor, die Räume im Erdgeschoss mit der Mensa werden grundlegend saniert.

Als Ersatz für die zurückgebauten Räumlichkeiten sind insgesamt drei neue, zweigeschossige Gebäudeteile geplant, die zum einen den alten Verwaltungstrakt des Gymnasiums ersetzen und zum anderen dem Petrinum und der HLS straßenseitig vorgelagert werden. Sie sollten überwiegend für Klassenräume genutzt werden. Die Beschlussvorlage weist darauf hin, dass es sich hierbei noch nicht um die endgültige Planung handelt, sondern nur als Grundlage für die Ausschreibung der Planungsleistungen dient.

„Die vorgestellten Planungen entsprechen vom Grundsatz her der [sic] Vorstellungen beider Schulleitungen und werden dem Ziel an eine saubere und zukunftsfähige Schule gerecht. In der Sitzung der Baukommission wurde deutlich herausgehoben, dass die Grundlagen für einen modernen Schulbetrieb mit einem nachhaltigen und ökologischen Gebäudekonzept gegeben sind. Die vorgesehene Bauweise in Holzständerwerk ist dabei besonders herauszuheben, durch hochwertigen Wärmeschutz, 3-fach-Wärmeschutzverglasung, Sonnenschutz, Tageslichtlenkung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Nachtlüftung, Photovoltaik, Biomasse/Fernwärme, Gebäudeleittechnik wird ein außerordentlich nachhaltiges Gesamtkonzept verfolgt. ... Bezogen auf das gesamte Schulzentrum wird ein Großteil der Unterrichtsräume in Neubauten umgesetzt, was sich positiv auf den Schulstandort auswirken wird. Zudem ist auch die Restnutzungsdauer durch den hohen Anteil an Neubauten im Vergleich zu einer reinen Sanierung höher“, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage.

Der Kostenkorridor für diese Variante wird von Seiten des Büros PlanBEE auf 26,7 bis 29,2 Millionen Euro beziffert. (Darin sind nicht die rund 4,9 Millionen Euro für den geplanten MINT-Trakt enthalten, der bereits beschlossen ist.) Eine reine Sanierung des Gebäudebestands wird mit einem Kostenkorridor von 15,5 bis 18,1 Millionen Euro kalkuliert. Dazu kämen, aufgrund des inzwischen erhöhten Raumbedarfs, aber ebenfalls die Notwendigkeit eines Neubaus mit einem geschätzten Kostenvolumen von circa 3 Millionen Euro.

Die Finanzierung ließe sich, aufgrund diverser Finanzierungs- und Förderinstrumente „gut abbilden“, hieß es bei der Vorstellung der Studie im Rat. Hier wirke sich besonders eine nachhaltige und energieeffiziente Bauweise bei den Neubauten positiv aus.

Baubeginn noch in diesem Sommer

Der Anbau MINT-Räume befindet sich zurzeit in der Detailplanung, Baubeginn soll noch in diesem Sommer sein. Bezugsfertig wären sie dann voraussichtlich ein Jahr später.

Der Zeitstrahl für die weiteren Bauvorhaben geht von vier Bauphasen aus: Bauabschnitt eins: Errichtung der straßenseitig ausgerichteten Neubauten vor dem Petrinum (PET) und der HLS. Abschnitt zwei: Sanierung MINT-Räume/Lehrerbereich PET und Verwaltung/Forum HLS. Abschnitt drei: Sanierung Mensa HLS und Forum PET sowie Neubau des Gebäudeflügels ehemaliger Verwaltungstrakt PET. Bauabschnitt vier: Sanierung der Aula PET. Ausführungsbeginn für Bauphase eins wäre laut Machbarkeitsstudie voraussichtlich Januar 2024. Ausführungsende für den vierten Bauabschnitt Mai 2027.

Das Sanierungsvorhaben Schulzentrum geht auf eine 2018 festgestellte Schadstoffbelastung (PCB) zurück. Daraufhin eingeleitete Untersuchungen sowie eine Mustersanierung ergaben, dass mit einem erheblichen und komplexen Sanierungsaufwand zu rechnen ist. Daraufhin wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, deren Umfang und Ausrichtung in der Folge mehrmals modifiziert wurde. Das Weiterverfolgen des jetzt favorisierten Vorschlags wurde im Herbst vorigen Jahres von der eigens gegründeten Baukommission und vom Bau- und Planungsausschuss empfohlen.

„Der Briloner Rat kann nach den genannten umfangreichen Vorplanungen nun die weiteren Verfahrensschritte festlegen, um so die Grundlagen der weiteren zukunftsorientierten Entwicklung des Schulzentrums für einen modernen Schulbetrieb zu schaffen“, heißt es abschließend in der Beschlussvorlage.

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