Sensation für Madfelder

Mit seinem Team fuhr Marvin Bürger auf einen fünften Platz. Beim Interview am Tag danach ist dem jungen Madfelder von den Strapazen kaum etwas anzumerken.

Mit einem sensationellen fünften Platz hat Marvin Bürger aus Madfeld den Radmarathon ?Race Around Austria? mit seinem Team in Österreich beendet. Der 16-Jährige war nicht nur der jüngste Teilnehmer, sondern sein Team musste mit nur drei Fahrern starten, nachdem kurzfristig ein Teammitglied ausgefallen war.

Zudem hatten sie nicht genügend Helfer und mussten auch noch das Begleitfahrzeug alleine bewegen. Als man den Schüler kurz nach dem Ziel auf dem Podium sah, war ihm von den Strapazen kaum etwas anzusehen. ?Eine beeindruckende Leistung des sympathischen deutschen Teams?, lautete der anerkennende Life-Ticker-Kommentar der Rennleitung.

Bei Europas härtestem Marathon waren zehn Viererteams, sechs Zweierteams und rund 30 Einzelfahrer angetreten. Das Rennen wird nonstop rund um die Uhr gefahren. Die meisten Teilnehmer kamen aus Österreich, Marvin Bürgers Team war das einzige international besetzte Team. Start und Ziel war in St. Georgen Im Attergau. Die Rennstrecke folgt einem grenznahen Verlauf. Zu bewältigen ist eine Differenz von 30.000 Höhenmetern und nicht, wie im Vorbericht irrtümlicherweise beschrieben 30.000 Höhenkilometer. Das harte Rennen ? höchster Punkt war der Großglockner ? forderte einige Ausfälle. Wegen Erschöpfung, Stürzen oder anderer Probleme mussten etliche Fahrer den Marathon vorzeitig beenden. Umso bewundernswerter die Leistung des jungen Madfelders.

Seit Montag ist Marvin Bürger wieder zu Hause. Dass er das Rennen so erfolgreich beenden würde, hätte er nicht gedacht, denn es ging alles schief, was nur schief gehen kann. ?Es war spannend bis zum Schluss?, erzählt der junge Marathonfahrer.

Eine Hiobsbotschaft nach der anderen

Schon die Anreise nach Österreich war ein Abenteuer: Nur 70 Kilometer vom Heimatort entfernt blieb ihr Auto mit Motorschaden liegen und sein Vater musste einen Mietwagen organisieren. In St. Georgen angekommen, erreichte sie die nächste Hiobsbotschaft. Ihrem Ersatzmann aus der Schweiz, der für den ausgefallenen Norman Bauer einspringen sollte, war bei der Ankunft am Bahnhof das Rad gestohlen worden. Also mussten sie die Leistung mit sechs Beinen erstrampeln, wo andere Teams acht für hatten. Zweifel, ob sie nicht lieber aufgeben sollten, hatte Marvin Bürger aber nie. ?Jetzt erst recht?, lautete seine Devise. Das Zusammensein mit seinen Teamkameraden und besonders den Austausch mit den Profis hat er genossen. ?Die haben mir schon tolle Ratschläge geben können und mir viel Mut gemacht.?

Wer nun glaubt, dass der junge Radsportler für die nächste Zeit kein Rad mehr anschauen wird, der irrt sich: Schon drei Tage nach dem Ende des Rennens saß er wieder im Sattel. Außer einer Schürfwunde wegen eines Sturzes hat er das Rennen gut verkraftet. Pläne für das nächste Jahr hat er auch schon geschmiedet: Dann will er mit einem Freund den Ötztaler Marathon gleich zweimal fahren ? für den guten Zweck. Nun muss er erst einmal wieder im Alltag ankommen und gut sein letztes Schuljahr schaffen. Den Ehrgeiz und die Ausdauer dafür hat er bestimmt.

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