Kinder lernen spielerisch die Stadt Brilon kennen

Man sieht nur was man weiß

Eine Bereicherung für die Erziehung der Briloner Kinder: Die Initiatoren haben mit der Briloner Heimattasche eine innovative Idee gehabt. Foto: Manfred Eigner

„Je eher Kinder mit etwas in Kontakt kommen, um so mehr bleibt es bei ihnen haften“, eröffnete Ute Hachmann, Leiterin der Briloner Stadtbibliothek und des Stadtarchivs die Übergabe der Briloner Heimattaschen.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Beatrix Klammeck stellte sie den Inhalt der mit Informationen und Spielen gefüllte, knallig roten Umhängetasche vor.

„Kinder im Vorschulalter können mit dem Begriff Heimat nicht viel anfangen,“ so die Bibliothekarin: „Kinder umschreiben ihre Umgebung eher mit den Worten wie: Da wo ich gerne bin.“ Unumstritten ist der kindliche und schon sehr früh ausgeprägte Entdeckergeist, mit dem Kinder ihre Umgebung erkunden.

Mit der Heimattasche „Brilon – da wo ich gerne bin“ geben der Briloner Heimatbund Semper Idem e.V. und das Stadtarchiv Brilon den Erzieherinnen in den Kindertagesstätten und Kindergärten der Kernstadt und den Ortsteilen ein Rüstzeug an die Hand, gemeinsam spielerisch die Heimatstadt Brilon zu entdecken. Markante Dinge, die typisch für die Stadt des Waldes sind, finden sich als Memoryspiel im Tascheninhalt wieder. „So etwas gibt es nicht fertig zu kaufen,“ erklärt Beatrix Klammeck. „Als die Idee dazu geboren wurde, hat sich eine Kollegin auf den Weg gemacht, um mit der Kamera die Bilder für die zukünftigen 25 Spielmotive einzufangen.“

Eine Arbeit, die sich sichtlich gelohnt hat. Ebenso die gezielte Auswahl der Bücher, die sehr auf Brilon und seine Besonderheiten eingehen. Sei es das Buch „Dinosaurier-frag doch mal die Maus“ oder „Der Esel-meine kleine Tierbibliothek“ zielen kindgerecht darauf ab, das Gesehene oder Gehörte mit eigenen Augen zu erleben oder noch besser zu begreifen; ganz gleich ob der legendäre Briloner Dino Iguanodon im Stadtmuseum oder die Langohren in der Kernstadt als Modell, oder – noch besser – springlebendig auf den Weiden. Dass Ute Hachmann bei ihrer Vorstellung genau eben diese gemeint hat, war jedem klar, doch ihr enthusiastischer Satz „In Brilon laufen noch ganz viele Esel frei herum“ sorgte dann doch bei Winfried Dickel, Vorsitzender des Briloner Heimatbundes, Mitinitiator der Briloner Heimattaschen und bekennender Eselfreund für ein Schmunzeln. Dieser wiederum lud dazu ein, mit den Kindern das Museum zu besuchen: „Nehmen sie den Bus nach neun Uhr, die Fahrtkosten übernimmt der Heimatbund und der Eintritt ist frei. Es fallen lediglich Aufwendungen für die Führungen an. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, es ist für Kindergartenkinder und Schulkinder hochinteressant.“

Mit Spannung wurden die Taschen entgegengenommen, umgehend inspiziert und ein sofortiger Austausch über die Umsetzung war überall im Gange. Ein besonderer Dank wurde in diesem Zuge der Briloner Bürgerstiftung zuteil. Durch ihre Unterstützung konnte dieses einzigartige Projekt finanziert werden. Eine gute Idee, die sich auch als roter Faden durch die Schullandschaft ziehen könnte. (Von Manfred Eigner, brilon@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare