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So hilft Brilon der Ukraine: Erste Spenden sind angekommen

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Die Stadt Brilon hat zu Spenden aufgerufen, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Die erste Lieferung der Hilfsgüter wurde bereits am vergangenen Wochenende an die ukrainische Grenze gebracht. © Privat

Die Stadt Brilon hat zu Spenden aufgerufen, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen.

Brilon – Bereits innerhalb weniger Tage waren rund 20.000 Euro eingegangen (aktueller Stand: über 41.000 Euro). So konnte bereits am letzten Wochenende eine Briloner Lieferung an die ukrainische Grenze gebracht werden.

Erster Hilfstransport

Mithilfe einer Vielzahl von Freiwilligen, angefangen bei der Organisatorin, der in der Ukraine geborene und seit 30 Jahren in Brilon lebende Victoria Liese, wurden die in den Krisengebieten dringend notwendigen Dinge eingekauft, ge- und verpackt und mit zwei Lkw nach Przemysl (Polen) gebracht. Dies waren insbesondere Kleidung für Kinder und Erwachsene, Thermo-Wäsche, Decken und Verbandsmaterial, aber auch Desinfektionsmittel und Handtücher.

Bei Apothekerin Astrid Pfitzner (St. Engelbert-Apotheke) konnte und kann weiterhin für Medikamente gespendet werden. So kamen auch hier bereits mehr als vier Kisten zusammen.

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Sind überwältigt von der enormen Spendenbereitschaft der Briloner: (v.l.) Astrid Pfitzner und Victoria Liese. © Privat

Die Lkw wurden von den Firmen Mercedes Witteler und Getränke Waschk zur Verfügung gestellt; die Benzinkosten hat die Firma Kaiser übernommen. Auch in der Lieferung enthalten: fünf Tonnen Mehl und außerdem Hefe, gespendet von der Firma Isken. Zwei Lkw, ein Pkw und neun Personen waren als Fahrer oder Begleiter an dem Transport, der insgesamt über 38 Stunden dauerte, beteiligt. Gepackt wurden die Hilfsgüter vor allem mithilfe des Briloner Unternehmers Michael Dornow (Sport Point), der auch die Fahrt nach Polen begleitet hat, und seiner Familie. „Michael Dornow, seiner Familie, den Fahrern und allen weiteren Helferinnen und Helfern gilt ein großer Dank“, so die Stadt Brilon.

In Przemysl, das direkt an der polnisch-ukrainischen Grenze liegt, befindet sich eine Ladestation für Hilfslieferungen. Von hier wird neben vielen weiteren auch die Briloner Lieferung an die Bedürftigen weitergeleitet. Eine direkte Einfahrt in das Kriegsgebiet war und ist für die Briloner und auch andere Lieferorganisationen natürlich nicht ohne Weiteres möglich.

Das Krankenhaus, das wir schon seit Jahren unterstützen, wurde bombardiert und die krebskranken Kinder mussten in die U-Bahn flüchten.

Victoria Liese

Victoria Liese ist sichtlich gerührt: „Es ist so viel Mitgefühl da, das ist unglaublich hilfreich. Niemand hätte sich so eine Situation vorstellen können. Zivilisten werden angegriffen und ihre Fluchtwege zerstört. Das Krankenhaus, das wir schon seit Jahren unterstützen, wurde bombardiert und die krebskranken Kinder mussten in die U-Bahn flüchten. Ich kenne viele Familien, wo Frauen und Kinder geflüchtet sind und die Männer zum Kämpfen zurücklassen mussten. Es tut gut zu sehen, dass so viele helfen wollen, ob mit Geldspenden oder tatkräftiger Unterstützung beim Zusammenstellen und Überbringen unserer Hilfslieferungen.“

Danke aus der Ukraine

Auch in die Stadt Tschortkiv ging direkte Unterstützung aus Brilon. Der Bürgermeister der Stadt, Wolodymyr Schmatko, hat bereits ein Dankesschreiben an Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch gesendet, in dem er den Briloner Bürgern seine Hochachtung für die Unterstützung ausspricht. In einem Antwortschreiben, dass den Fahrern der Lkw mit auf den Weg gegeben wurde, sagte der Briloner Bürgermeister weitere Unterstützung zu. Er endet dort wie folgt: „Im Übrigen hoffen und beten wir mit Ihnen, dass das kriegerische Treiben alsbald ein Ende findet und das ukrainische Volk zum Frieden zurückkehren kann, der ein Leben ohne Angst und Flucht bedeutet. Mit unseren Gedanken sind wir stets bei Ihnen und Ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.“

Hilfen kommen an

Bürgermeister Dr. Bartsch freut sich ebenfalls, dass Brilon so viel Hilfsbereitschaft zeigt und die Hilfe durch die langjährigen engen Kontakte und die regelmäßige Unterstützung des Krankenhauses in der Ukraine durch Victoria Liese und Astrid Pfitzner dort ankommt, wo sie benötigt wird: „Zur Wochenmitte steht das Spendenkonto bereits bei über 41.000,00 Euro. Wir danken jeder und jedem Einzelnen von Herzen für die Hilfe und sind stolz auf das, was in und von Brilon geleistet wird.“

Nun wird weiter eingekauft und die nächste Lieferung vorbereitet. Über die schon genannten Dinge hinaus werden von den weiteren Spendengeldern insbesondere Schlafsäcke und Matten besorgt.

Geldspenden

Es ist weiter möglich, durch Geldspenden zu der Hilfsaktion beizutragen. Spenden können auf das Konto der Stadtkasse bei der Sparkasse Hochsauerland mit der IBAN DE04 4165 1770 0000 0023 37 geleistet werden. Als Verwendungszweck sollten neben „Spende Brilon hilft der Ukraine“ Name, Vorname und Adresse der Spender angegeben werden, um eine umgehende Ausstellung der Spendenbescheinigung zu ermöglichen. Letzteres erfolgt nur bei Spenden ab einer Höhe von 100 Euro; geringere Spenden sind ohnehin ohne Bescheinigung steuerlich berücksichtigungsfähig.

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