Ein Erlebnis auf zwei Rädern

Auf den Spuren der Radprofis: Daniel Hülsmann lebt seine Passion zum Rennradfahren

Daniel Hülsmann aus Brilon ist leidenschaftlicher Rennradfahrer. Mit seiner Lebensgefährtin Pia war er nun in Frankreich am Col du Galibier.

Brilon - Im Leben von Daniel Hülsmann dreht sich vieles um das Rennradfahren. Kein Wunder also, dass es den 45-jährigen Briloner seit Jahren immer wieder an den Ort des bekanntesten Radrennens der Welt, der Tour de France, führt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Pia war er in diesem Jahr am Col du Galibier, um auf den Spuren der Radprofis zu radeln.

Schon als kleiner Junge war der Briloner Daniel Hülsmann vom Team Sauerland fasziniert vom Rennradfahren. „Mit knapp sechs Jahren habe ich an meinem ersten Radrennen, einem sogenannten ‘Bambini-Rennen’, teilgenommen“, schildert der Briloner im Gespräch mit dem SauerlandKurier seine ersten Berührungen mit Wettkämpfen im Radsport. Sein damaliges „Bambini-Rad“ hat der Förderschullehrer, der an der Roman-Herzog-Schule in Brilon arbeitet, immer noch. Eine Erinnerung an den Start einer Leidenschaft, die letztlich aber nicht in einer Profikarriere endete. „Als ich so 14 oder 15 Jahre alt war, wurde das Rennradfahren bei mir etwas professioneller. Mit 16 zog es mich ich zum PSV Köln.“ Für Hülsmann hätte dieser Schritt ein „Sprungbrett zur Profikarriere“ sein können. „Ich konnte mir damals durchaus vorstellen Radprofi zu werden. Aber es war auch nicht einfach in das Profiteam zu kommen“, erklärt der 45-Jährige. So hätten es pro Jahrgang nur fünf geschafft, sich für das Profiteam zu empfehlen. „Ich musste mich dann letztlich entscheiden: Schule beziehungsweise Studium oder Profisportler. Beides war zur damaligen Zeit nicht möglich.“ 

Schon vier Tage vor der Tour-Etappe am Col du Galibier tummelten sich zahlreiche Radsportfans aus aller Welt an der Strecke.

Dass er sich schließlich für die akademische Laufbahn entschieden hat, bereut der Briloner keineswegs, auch wenn er während des Studiums seine Leidenschaft für das Rennradfahren vorläufig beendet hatte. „Das ist eben ein sehr zeitintensiver Sport. In meiner Jugend war ich viel auf dem Rad, weil ich dafür Zeit hatte. Während des Studiums fehlte mir einfach die Zeit und auch an der Motivation hat es gehapert“, gibt Daniel Hülsmann zu. 

Die Passion sei schließlich in Frankreich zurückgekehrt, als er mit Freunden zur Tour de France gefahren sei. „Wir haben uns an den Schlussanstieg in den Alpen gewagt. Da habe ich dann gemerkt, dass ich dringend wieder trainieren muss.“ Und so kam eins zum anderen. Mittlerweile sei das jährliche Pilgern zum bekanntesten Radrennen der Welt für ihn „eine Tradition“ geworden. „Wir suchen uns immer eine Alpenetappe pro Jahr aus. Mehr als eine wäre zu stressig.“ 

1200 Kilometer in zwei Wochen

Denn Stress wolle er sich mit seiner Lebensgefährtin Pia, die ihn nach Frankreich begleitet, nicht machen. „Man muss dann ja auch immer mit seinem Wohnmobil weiterziehen, immer wieder einen neuen Stellplatz finden.“ Wie schwierig es ist, sein Wohnmobil an den Strecken zu parken, hat der Briloner auch dieses Jahr wieder miterleben müssen. „Als wir am Galibier angekommen waren, fuhren wir mit unserem Wohnmobil bis zur Passhöhe und mussten leider feststellen, dass schon alle guten Plätze direkt an der Strecke bereits vier Tage vor der Tour-Etappe belegt waren. Also hieß es umdrehen. In der ersten Serpentine des Galibier, fand sich dann doch noch ein Plätzchen und das Mobil wurde mit Unterstützung von französischen, holländischen und englischen Tourfans zentimetergenau an der Straße eingeparkt“, erinnert sich der 45-Jährige, für den auch die besondere Atmosphäre an den Strecken und das Miteinander der Menschen aus verschiedenen Länder eine besonderes Erlebnis ist. „Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich. Das muss man einfach erlebt haben. Es ist wie ein großes Fest“, schwärmt der Rennradfahrer. Insgesamt zwei Wochen, 1.200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter später, ging es für den Briloner dann nicht zurück in die Heimat, um sich zu erholen, sondern in die Toskana nach Italien. „Meine längste Tour hier war bisher 230 Kilometer lang und das bei 38 Grad Celsius. Aber ich fahre gerne, wenn es heiß ist“, schmunzelt er. 

Auch in Brilon dreht sich bei dem Förderschullehrer vieles um das Rad. „Ich fahre im Winter und Sommer, egal bei welchem Wetter. Ich habe einen richtigen Trainingsplan, sonst wären solche Touren auch gar nicht möglich.“ Auf 20.000 Kilometer kommt Hülsmann pro Jahr. Spezielle Ziele für die Zukunft habe er aktuell nicht. „Ich habe bisher bei zwei Wettkämpfen in diesem Jahr in meiner Altersklasse gut abgeschnitten. Das ist mir immer wichtig“, so der Briloner, der auch im nächsten Jahr wieder auf den Spuren der Radprofis in Frankreich unterwegs sein wird, abschließend.

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