Spurensuche in Rösenbeck

Sonja Herzig (rechts) beeindruckte Dr. Hermann-Josef Schmalor und Dr. Barbara Scholkmann mit ihrer Magisterarbeit über die Kirchenwüstung bei Rösenbeck. Foto: Sens

Eine Ehrung, wie sie der ehrwürdige Ratssaal von Brilon noch nicht erlebt hat. Sagt zumindest der "Hausherr" Franz Schrewe. Die Archäologin Sonja Herzig hat für ihre wissenschaftliche Arbeit über die Kirchenwüstung bei Rösenbeck den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis erhalten.

Sonja Herzig war von 2003 bis 2004 an der archäologischen Spurensuche in Rösenbeck beteiligt, zuletzt als Grabungsleiterin. In ihrer Magisterarbeit wertete sie die Grabungsfunde aus. Die Entdeckung eines Grabes inklusive des Bestatteten sowie ein Münzfund erlaubten der Wissenschaftlerin eine recht genaue Datierung der Kirchenfundamente.

Demnach handelte es sich um eine so genannte Hallenkirche, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Bewohner der nahe gelegenen Burg Altenfels errichtet wurde. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurden sowohl die Kirche als auch die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut, was ebenfalls auf eine Beziehung der beiden Bauwerke zueinander schließen lässt. Bei dem Skelett handele es sich vermutlich um den Herren der Burg.

In ihrer Laudatio berichtete die Tübinger Professorin von Sonja Herzig, Dr. Barbara Scholkmann, wie der Kontakt zu den westfälischen Archäologen entstanden war. Nach geophysikalischen Bodenmessungen hatte ein befreundeter Kollege die Professorin um Rat gefragt. Schon damals vermutete die Tübinger Archäologin die Überreste einer Kirche.

Notgrabung nach Mauerspuren

Die Mauerspuren waren durch Luftaufnahmen schon bekannt. Als aber durch die landwirtschaftliche Bearbeitung der Fläche immer mehr Steine auftauchten, entschloss man sich zu einer Notgrabung, welche die Tübinger in Kooperation mit dem Westfälischen Museum für Archäologie durchführten.

Die "präzise und detaillierte Beschreibung der Funde" sowie ihre "überzeugende Einordnung in den historischen Kontext", erklärte Dr. Hermann-Josef Schmalor, beeindruckten die Juroren des westfälischen Vereins für Geschichte und Altertumskunde, die erstmals den Meyer-Preis für eine Magisterarbeit vergaben.

Der Verein, mit Sitz in Paderborn, vergibt diesen mit 2500 Euro dotierten Preis, um "herausragenden Nachwuchswissenschaftlern den Weg ins Wissenschaftsleben zu erleichtern" und somit auch die historische Forschung in Westfalen zu fördern. Die Volksbank Brilon stockte diesen Betrag um 500 Euro auf.

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