Premiere in 660-jähriger Geschichte

Nach Absage wegen Corona: Stadt Brilon richtet die ersten "Virtuellen Hansetage" aus

Brilon wird mit den „Virtuellen Hansetage“ in die Geschichte des Internationalen Hansebunds eingehen. Mit einer Absage hat beim Empfang 2019 in Pskow wohl niemand gerechnet.

Brilon - Zehn Wochen nach Absage der 40. Internationalen Hansetage, die vom 4. bis 7. Juni in Brilon stattgefunden hätten, stellt die Stadt Brilon ihre alternativen Planungen für das erste Wochenende im Juni, dem ursprünglichen Hansetagswochenende, vor.

In enger Abstimmung mit dem Internationalen Hansebund wird Brilon die "ersten Virtuellen Hansetage in der 660-jährigen Geschichte der Hanse" ausrichten. Statt Marktplatz, Bürgerzentrum oder Kreishauspark werden die Webseite www.hansetagebrilon.de und die sozialen Medien die Treffpunkte der Hanseaten werden. 

"Die Eröffnungszeremonie am Donnerstag, 4. Juni, wird die erste Video-Delegiertenkonferenz in der Geschichte des Hansebundes, die Unterzeichnung der 'Briloner Erklärung zum 40-jährigen Bestehen des Internationalen Hansebundes der Neuzeit', am Freitag, 5. Juni, und die virtuelle Fahnenübergabe an die lettische Hauptstadt Riga, Ausrichterin der 41. Hansetage in 2021, werden in enger Abstimmung mit dem Vormann der Hanse, dem Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau vorbereitet", so Brilons Bürgermeister Dr. Bartsch. 

Kreative Angebote zum Mitmachen

Neben offiziellen Programmpunkten stehen virtuelle Führungen, Ausstellungen und Mitmachangebote auf der Agenda. So laden beispielsweise die Briloner Köche Thommy Hillebrand und Andreas Piorek für Freitag, 5. Juni, ab 18 Uhr zur "Stay@home – Live Kochshow" ein. Mitkochen ist erwünscht, die Zutatenliste wird nach Pfingsten auf der Hansetagswebseite abrufbar sein. Unter Berücksichtigung der verhängten Kontaktsperre plant das Organisationsteam der 40. Internationalen Hansetage für die Briloner Bürger sowie alle Hanseaten der Region darüber hinaus einen "Hansetag to go". 

Am Sonntag, 7. Juni, wird von 14 bis 17 Uhr ein "Drive-In" auf der Busspur vor dem Briloner Rathaus eingerichtet. Frei nach dem Motto "Hanse. Heimat. Handgemacht" gibt es an drei verschiedenen Ständen einiges zu entdecken. 

Am Hanse-Stand kann eine Hanse-Wundertüte für 15 Euro erworben werden, um den abgesagten Hansetag mit Erinnungsstücken nach Hause zu holen. Die Wundertüte ist mit mindestens acht hanseatischen Produkten gefüllt. Wer das offizielle Magazin zu den 40. Internationalen Hansetagen, die Heimatliebe, noch nicht gelesen hat, kann sich am Heimat-Stand kostenlos ein Exemplar sowie eine kleine Überraschung abholen. 

Am Handgemacht-Stand werden selbstgemachte Produkte rund um das "Zelt der Europäischen Verbindung" verkauft. Dieser Stand wird in Kooperation mit dem Verein Kunterbunt betrieben. Der "Drive-In" wird nur in einer Richtung befahrbar sein, nämlich von der Strackestraße am Rathaus vorbei in den Steinweg. Der Verkauf und die Ausgabe von Materialien erfolgt ausschließlich an Auto-Fahrer. 

Das “Zelt der Europäischen Verbindung”,  an dem sich Menschen aus über 20 Hansestädten beteiligt haben, wird vom 4. bis 7. Juni aufgebaut.

Als Erinnerung an die Absage des Großereignisses werden an den Tagen vom 4. bis zum 7. Juni kleine Hinweise "live" in der Stadt zu finden sein. Unter anderem wird das "Zelt der Europäischen Verbindung" aufgebaut, an dem sich Menschen aus über 20 Hansestädten aus Deutschland, Norwegen, Lettland, Russland, England, Polen und den Niederlanden beteiligt haben. Dieses Zelt wurde (neben zwei anderen Tipis) auf Initiative des Briloner Vereins Kunterbunt erstellt. Die Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck begleitete die Aktion künstlerisch. 

Die Fotoausstellung "Die Hanse: Geschichte, Städte, Menschen" wird outdoor zu sehen sein. Diese Ausstellung ist ein Teil des Medienprojektes "Hansedialog", das auf Initiative des russischen Journalistenverbandes, Abteilung Veliki Novgorod, anlässlich der 40. Internationalen Hansetage ins Leben gerufen wurde. Auch die Namen aller hanseatischen Städte, die sich zum Hansetag in Brilon angemeldet hatten, werden im Stadtbild auftauchen.

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