"Ambitioniertes Projekt" fertiggestellt

Brilon weiht Anbau der Heinrich-Lübke-Schule am Standort Jakobuslinde offiziell ein

Stadtkaplan Christian Laubhold und Pfarrer Rainer Müller (v.l.) segneten im Beisein der Schulleitung der Bürgermeister Dr. Christof Bartsch die neuen Räume der Heinrich-Lübke-Schule. Foto: Lena Blome
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Stadtkaplan Christian Laubhold und Pfarrer Rainer Müller (v.l.) segneten im Beisein der Schulleitung der Bürgermeister Dr. Christof Bartsch die neuen Räume der Heinrich-Lübke-Schule. 

Brilon. „Es war ein ambitioniertes Projekt – aber das war von vorneherein klar“, sagte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch bei der Einweihung des neuen Räumlichkeiten der Heinrich-Lübke-Schule am Standort Jakobuslinde. Trotz Herausforderung verließen nur knapp drei Monate nach Baubeginn, pünktlich zur Einschulung der neuen Fünftklässler, die letzten Handwerker die Baustelle. „Punktlandung“, nannte es Schulleiterin Anja Strube.

Zwar haben die 94 Schüler der Jahrgangsstufe fünf inzwischen die neuen Klassenräumen in Betrieb genommen, fand die offizielle Übergabe aber erst am heutigen Dienstagvormittag statt. Und zwar mit einem vielfältigen Programm, an dem die Schüler der Sekundarschule aus den Jahrgangsstufen fünf bis sieben maßgeblich beteiligt waren: „Unsere Schule hat keine Segel“ und „Wir sind groß“ sang der Projektchor mit Schülern aller drei Jahrgänge, die Klasse 5c gab 

„Blaukäppchen und dem grünen Rolf“ in einem Theaterstück ein eigenes Märchen. Der Wahlpflichtkurs Kunst und Kultur der Siebtklässler führte einen Line Dance auf und Schüler der Klasse 7c trugen anschaulich das Gedicht „Alte Liebe“ von Joachim Ringelnatz vor. Außerdem hatte der Wahlpflichtkurs Französisch zwei Rapsongs vorbereitet.

Die Schüler der Klasse 7c führten bei der Einweihung einen Line Dance auf. 

Dieser feierlichen Einweihung war zwar einiges an Zeit vorausgegangen, im Verhältnis zu anderen öffentlichen Bauprojekten ging jedoch alles sehr schnell. Das machte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch in seiner Ansprache deutlich.

Investition von 818.000 Euro

Weil in diesem Sommer der erste Jahrgang der Sekundarschule an den Steinweg wechselte, die „Anforderungen an die Schule der Neuzeit“ aber Raumbedarf erzeugt, suchten die Beteiligten von der Schule und der Stadt Brilon als Schulträger nach einer Lösung. Die Containerlösung war jedoch „weder gewollt noch finanzierbar“, sodass der Stadtrat Mitte März einen Anbau beschloss. Die Auftragsvergabe erfolgte per Dringlichkeitsbeschluss, so etwas komme, wie Dr. Bartsch erklärte, äußert selten vor. Zudem führten die Arbeiten fast ausschließlich einheimische Unternehmen aus. 818.000 Euro hat die Stadt Brilon in den Schulanbau investiert.

Eine Investition, die sich laut dem Bürgermeister aufgrund verschiedener Faktoren lohne: Nahezu konstante Schülerzahlen bis 2025, wobei Zugänge aus Flüchtlingsfamilien noch nicht eingerechnet seien. Für die Zeit danach lasse die aktuelle Geburtenzahl derzeit auch Zuversicht walten: Es werde die 500. Geburt erwartet – und das Ende September – eine Summe, die sonst aus einem ganzen Jahr resultiert. Als weiteren Grund nannte Dr. Bartsch die Anforderungen an Schule und deren gesellschaftlichen Auftrag; und eine vielfältige Bildungslandschaft sei „ein Bedürfnis des Lebens- und Wirtschaftsstandorts“ Brilon.

"Mehr Vielfalt - Mehr Schule"

Als realistisches Szenario hätte Schulleiterin Anja Strube den Schulanbau vor etwa zehn Jahre, als die die Leitung der Heinrich-Lübke-Schule übernahm, nicht eingeschätzt, wie sie in ihrer Rede am Dienstag erklärte. Damals sei aufgrund des demographischen Wandels Angst ein vorherrschendes Gefühl unter Lehrern gewesen, heute sei es Freude und Dankbarkeit, für das, was in guter Zusammenarbeit mit allen Beteiligten nun geschaffen worden sei. Und ebenso für das, wofür die Heinrich-Lübke-Schule heute steht: „Mehr Vielfalt – Mehr Schule“, so heißt das Motto, das sowohl auf die Schülerzahl von 574 als auch auf das gesamte Lehrangebot zutreffe. Der Anbau schaffe „Raum für zeitgemäße Pädagogik“, sagte Anja Strube.

Hell und freundlich kommen die neuen Räume daher, die jeweils einen abgetrennten Bereich für besondere Unterrichtsformen haben

Vier neue Klassenräume, ein großzügiger Eingangsbereich und ein Raum für die Lehrer stehen nun zur Verfügung. Dazu gehört auch neues Mobiliar, neue Technik und der Blick ins Grüne.

Bevor sich die Gäste, Eltern und Vertreter von Stadt und Unternehmen schließlich im Anbau umsehen konnten, segneten Stadtkaplan Christian Laubhold und der evangelische Pfarrer Rainer Müller die neuen Räume für die Menschen, die darin Leben und Arbeiten.

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