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Suchtberatung des Caritasverbandes Brilon legt Jahresbericht vor

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Das Team der Caritas-Suchtberatung im Altkreis Brilon (v. l.): Ivonne Bracharz, Petra Brandenburg, Liliane Schafiyha-Canisius, Gregor Völlmecke, Sabine Becker, Dr. Dieter Geyer und Jessica Büsing. Foto: Caritas Brilon/ Wamers
Das Team der Caritas-Suchtberatung im Altkreis Brilon (v. l.): Ivonne Bracharz, Petra Brandenburg, Liliane Schafiyha-Canisius, Gregor Völlmecke, Sabine Becker, Dr. Dieter Geyer und Jessica Büsing. © Caritas Brilon/ Wamers

Altkreis Brilon. Die Suchtberatung gehört mit zu den ältesten Hilfsangeboten des Caritasverbandes Brilon. 1971 wurde die erste Beratungsstelle eröffnet und zwei Jahre später das Angebot auf Brilon erweitert. Im Jahr 2017 beriet das multiprofessionelle Team im weit über den Altkreis Brilon hinausreichenden Einzugsgebiet 556 Klienten aller Altersstufen. „Dabei erhöhte sich die Klientenzahl der unter 16-Jährigen und der Klienten ab 56 Jahren“, sagt Leiterin Liliane Schafiyha-Canisius mit Blick auf den aktuell erschienen Jahresbericht der Caritas Sucht- und Drogenberatung.

2016 suchten neun Teenager unter 16 Jahren die Drogenberatung auf. 2017 stiegen die Aufnahmen in der Altersklasse auf 14 Personen. Bei den über 56-Jährigen stieg die Zahl um neun Ratsuchende auf 84 Klienten an. Insgesamt nahm die Suchtberatung im vergangenen Jahr 556 Klienten auf (2016: 559) und hatte 1.920 Beratungskontakte (2016: 1850). Zum Einzugsgebiet gehört der Altkreis Brilon sowie Bestwig, Schmallenberg, Meschede und Eslohe. Im Berichtsraum lag die Klientenzahl in Meschede mit 116 (2016:80) und Brilon mit 111 (2016:101) am höchsten. Hingegen ist die Zahl in Schmallenberg von 120 Klienten 2016 auf 64 Klienten in 2017 nahezu um die Hälfte gesunken.

Von den insgesamt 556 Klienten suchten 371 aufgrund der Diagnose Alkoholabhängigkeit Rat und Hilfe. „So stand auch im vergangenen Jahr das Thema Alkohol im Vordergrund“, sagt Suchttherapeutin Liliane Schafiyha-Canisius. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem unterschiedlichen Konsumverhalten von Frauen und Männern: Die 371 Klienten verteilten sich auf 246 Männer und 125 Frauen. Noch gravierender war der Unterschied beim Cannabis-Konsum: 40 Männer und elf Frauen hatten die Diagnose Abhängigkeit von Cannabinoiden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Abhängigkeit von Amphetaminen mit insgesamt 43 Klienten, davon 33 Männer und elf Frauen. „Insgesamt wird deutlich, dass Männer stärker suchtgefährdet sind als Frauen“, sagt Liliane Schafiyha-Canisius.

Konkrete Hilfen

Mit der ambulanten Rehabilitation bietet die Caritas-Suchtberatung eine wirksame und alltagsnahe Unterstützung auf dem Weg aus der Alkohol-, Drogen- beziehungsweise Medikamentenabhängigkeit an. Die Behandlung kombiniert Gruppen- und Einzeltherapie, dauert in der Regel zwölf Monate und findet meist nach 17 Uhr, also nach Dienstschluss, statt. In der ambulanten Reha stiegen die Klientenzahlen von 68 im Jahr 2016 auf 86 im Jahr 2017.

Die Substitution, also die Behandlung mit dem Ersatzstoff Methadon bei einer Heroinabhängigkeit, ist auch im Hochsauerlandkreis ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg in ein suchtmittelfreies Leben. Im Rahmen der psychosozialen Betreuung begleitete 2017 die Caritas-Suchtberatung 15 Substituierte – vorrangig aus dem Altkreis Brilon. Es findet einmal im Quartal eine Außensprechstunde in der Substitutionsambulanz der LWL-Klinik Marsberg statt und auch Hausbesuche werden durchgeführt. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 99 Einzeltermine mit Klienten. Themen sind unter anderem der Umgang mit Suchtmitteln, Krisenintervention aber auch Beratung bei bürokratischen Abläufen.

Ein weiteres relativ neues Angebot ist die betriebliche Suchtarbeit. Dort berät, hilft und begleitet das Team Unternehmer im Umgang mit dem Brennpunktthema Sucht am Arbeitsplatz. Die Experten geben etwa Hilfestellung im Umgang mit Mitarbeitern mit Suchtproblemen, führen auf Wunsch auch Gespräche und beraten bei der Erstellung von Leitlinien und Dienstvereinbarungen.

In Kooperation mit dem SV 20 Brilon und der Sparkasse HSK veranstaltete die Suchtberatung im Mai 2017 eine Lesung mit dem berühmten Profi-Fußballer Uli Borowka, der aus seinem Buch „Volle Pulle“ vorlas. Die Lesung diente der Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit. Ebenfalls wurden in der Beratung und Ambulante Reha Aktionen angeboten, darunter Vorträge zu Kindern in Suchtfamilien, Angst und Depression oder der Kunst, sich wertzuschätzen.

Präventionsarbeit

Neben der Beratung, Begleitung und Rehabilitation bietet die Caritas Suchtberatung für Vereine, Unternehmen und interessierte Gruppen Vorträge zu folgenden Themen an:

Kontakt unter Tel. 0 29 61/7 79 97 70, via E-Mail psbb.brilon@caritas-brilon.de

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