1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Brilon

Teamgeist bewiesen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Großes Interesse und konstruktive Lösungsansätze kennzeichneten das Koordinierungsgespräch zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes in Brilon.  Foto: Manfred Eigner
Großes Interesse und konstruktive Lösungsansätze kennzeichneten das Koordinierungsgespräch zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes in Brilon. Foto: Manfred Eigner

„Die große Zahl der hier Erschienenen zeigt die Folgen auf, was auf uns zugekommen ist,“ erklärte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch bei dem anberaumten Koordinierungsgespräch zwischen Stadt und Nutzern der für die Erstaufnahme von 400 Flüchtlingen belegten Drei- und Vierfachturnhalle: „Sie wissen um unsere Situation und es ist schwer kalkulierbar, was noch auf uns zukommt.“

Rund 60 Vertreter von Sportvereinen aus Stadtgebiet und Ortschaften, Vertreter der Schulen, von Rat und Verwaltung hatten sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Bürgersaal des Rathauses am Mittwochabend eingefunden. Dringliches Thema war, wie und wo die betroffenen Vereine ihrem Sport nachgehen können. „Es ist angestrebt eine der beiden Hallen frei zu bekommen,“ so Bürgermeister Bartsch: „Dies kann allerdings nur solidarisch auf kommunaler Ebene gelöst werden. Ob es gelingt? Was heute gesagt wird, kann morgen schon Makulatur sein.“

Teamgeist nicht nur leere Phrase

Neben den vielen Freizeitsportlern sind auch einige Briloner Schulen betroffen, die sich nach Aussage des Bürgermeisters bereits arrangiert hätten. Bei dem Koordinierungsgespräch hieß es jetzt Lösungen zu finden, die möglichst allen gerecht werden. Dabei bewiesen die Sportler, dass der Begriff Teamgeist für sie nicht nur eine leere Phrase ist. Mutmaßte Bürgermeister Bartsch noch zu Beginn der Koordinierungsrunde: „Es wird nicht gelingen, dass alle hier rausgehen und Platz und Ort zum Trainieren haben. Deswegen entscheiden wir nicht über die Köpfe hinweg, sondern suchen den Austausch,“ verblüfften die Anwesenden sichtlich die auf eine schwierige Auseinandersetzung vorbereiteten Organisatoren des Abends. Eine Diskussion mit Beharren auf Zeiten, höherer Gewichtung der eigenen Sportart oder des Standortes sowie der Anspruch, unbedingt in der Kernstadt trainieren zu müssen, kam zu keiner Zeit auf. Genau das Gegenteil war der Fall. Die Sportlergemeinschaft hatte sich bereits im Vorfeld Gedanken zu Alternativen gemacht. Nicht nur die betroffenen Vereine, sondern auch die, die Platz für Trainingsmöglichkeiten anbieten können. So wie Rudi Kemmerling, Vorsitzender und Jugendwart des TuS Hoppecke, der für die Freizeitfußballer Trainingsmöglichkeit bei Flutlicht anbot und eine Hallenoption für das Wintertraining des TuS Petersborn-Gudenhagen, welcher sich im gleichen Zuge das Hallentraining schon mit Azadi Spor abwechselnd in der Turnhalle in Brilon-Wald teilt. „Unsere Gymnastikgruppe hat sich angeboten, ihr Training aus der Sporthalle in das Gemeindehaus zu verlegen, um dadurch weiteren Platz für auswärtige Vereine zu schaffen,“ bot Kemmerling weiter an.

So und ähnlich war der Tenor aller Vertreter während des gesamten Abends. Vereine verlegen oder verkürzen ihre Trainingszeiten oder weichen auf Hallen in den Nachbarorten wie Antfeld, Bestwig, Olsberg oder Meschede aus.

Auch wenn die Trainingsfrage gelöst werden konnte, bleibt ein offenes Problem. Für Turniere und Meisterschaften sind bestimmte Hallenoptionen vorgeschrieben, die noch im nächsten Schritt gelöst werden müssen. „Wir bitten um Nachsicht und nehmen die offenen Fragen als Hausaufgabe mit,“ fasste der Bürgermeister am Ende der überaus konstruktiven Versammlung zusammen. (Von Manfred Eigner, brilon@sauerlandkurier.de)

Auch interessant

Kommentare