Informationen zum aktuellen Bearbeitungsstand

Verwendung von Ersatzgeld: CDU möchte weitere Flächen in den Prozess einbeziehen

CDU-Ratsmitglied Michael Hilkenbach besichtigte gemeinsam mit Diplom-Ingenieur Norbert Knievel, UNB des Hochsauerlandkreises, zwei stadtnahe geschützte Landschaftsbestandteile (Lageplan).

Brilon. Die Briloner CDU-Fraktion beantragt im Rahmen der nächsten Sitzung des Rates der Stadt Brilon am morgigen Donnerstag, 23. Mai, umfassend über den aktuellen Bearbeitungsstand der Maßnahmen für die Verwendung von Ersatzgeld anlässlich der Errichtung von Windkraftanlagen in Brilon zu berichten.

„Die bisher vorgestellten Projekte/ Maßnahmen sind unter Angabe ihrer Priorität, des geplanten Zeitpunktes der Durchführung und der voraussichtlichen Kosten vorzustellen und die aktualisierte Auflistung ist allen Ratsmitgliedern in geeigneter Form für die Ratssitzung zur Verfügung zu stellen“, beantragt die CDU-Fraktion. Zudem seien weitere Flächen und Maßnahmen, die aus fachlichen Gesichtspunkten als geeignet erscheinen, bisher jedoch noch nicht angesprochen worden sind, für die Verwendung von Ersatzgeld in den weiteren Prozess einzubeziehen.

„Im Nachgang eines Gespräches mit einer Bürgerin der Stadt Brilon hat das CDURatsmitglied Michael Hilkenbach gemeinsam mit Diplom-Ingenieur Norbert Knievel, Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Hochsauerlandkreises, zwei stadtnahe geschützte Landschaftsbestandteile besichtigt. Hierbei handelt es sich um die alte Tongrube (Brilon, Flur 60, verschiedene Flurstücke) und den ehemaligen Steinbruch am Knippenberg (Brilon, Flur 60, verschiedene Flurstücke). Der Abbau von Lehm- und Steinmaterial ist auf beiden Flächen seit mehreren Jahrzehnten eingestellt. Die Flächen sind dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. An den Böschungskanten ist Gehölzschnittgut gelagert und auf den Böschungsflächen sind teilweise Müllablagerungen zu erkennen. Aus fachlichen Gesichtspunkten haben beide Flächen für den Natur- und Artenschutz große Bedeutung“, so die CDU-Fraktion. Bei der Tongrube sei zu berücksichtigen, dass der Lebensraum in der vorgefundenen Ausprägung regional eher als Ausnahme anzusehen ist.

„Für beide Flächen muss festgestellt werden, dass notwendige Pflege- und Unterhaltungsarbeiten in den letzten Jahrzehnten wenn überhaupt, nur in ganz geringen Umfang erfolgt sind. Beide Flächen sind durch eine dichte Baum- und Strauchvegetation geprägt, die nur zu den landwirtschaftlichen beziehungsweise zu den Anliegergrundstücken gelegentlich eingekürzt werden und das Schnittgut vor Ort verbleibt“, so die CDU-Fraktion weiter.

Bei beiden Flächen handele es sich um besondere Lebensräume, die zu schützen und durch geeignete Maßnahmen zu entwickeln sind. Notwendige Maßnahmen seien unter anderem Entnahme und Rückschnitt des Gehölzbewuchses, Säuberung der Flächen, Einzäunung von Teilbereichen zur Vermeidung von Ablagerungen von Müll- und Fremdstoffen, Erstellung eines Pflege- und Biotopentwicklungsplanes, regelmäßige Kontrolle und Durchführung von Pflegemaßnahmen.

Weiterhin sei zu prüfen, ob der Ankauf der Flächen mit Ersatzgeld möglich ist. Die vorhandene Bebauung, mögliche Planungen bei den zum Teil angrenzenden Wohnhäusern und Gewerbeansiedlungen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt Brilon seien bei der Umsetzung der genannten Maßnahmen zu berücksichtigen.

„Bereits erwähnt wurde, dass aus fachlichen Gründen beide Flächen mit unterschiedlicher Zielsetzung zu schützen und zu entwickeln sind. In der Realität ist allerdings ein erheblicher Pflegerückstand festzustellen. Dies führt zum jetzigen Zeitpunkt dazu, dass die Flächen als Lebensräume in ihrer Wirkung erheblich eingeschränkt sind. Da bei dem Treffen nur zwei Flächen besichtigt wurden und beide Flächen erhebliche Defizite aufweisen, ist davon auszugehen, dass auch weitere Flächen, die obwohl mit einem Schutzstatus belegt, vergleichbare beziehungsweise ähnliche Defizite aufweisen.“ Deshalb beantragt die CDU-Fraktion, dass neben den zuvor beschriebenen Flächen alle weiteren besonders geschützten Landschaftsbestandteile im Bereich der Stadt Brilon geprüft und notwendige Pflege-, Unterhaltungs- und Biotopentwicklungsmaßnahmen mit den zur Verfügung stehenden Ersatzgeldern aus der Errichtung von Windenergieanlagen durchgeführt werden.

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