Viel Schulterklopfen bei Hochsauerländer Sparkassen

Heinz-Dieter Neumann (Sparkasse Schmallenberg), Norbert Runde ( Arnsberg-Sundern), Peter Wagner (Hochsauerland) und Dieter Tschuschke (Meschede-Eslohe) stellten in Brilon die Zahlen ihrer Häuser vor. Foto: Kristin Sens

Jahrespressekonferenz — "Höhere Realeinkommen notwendig"

Brilon. (kris)

Selbstbewusst traten die Vertreter der Sparkassen im Hochsauerlandkreis bei ihrer Jahrespressekonferenz auf. Im rustikalen Ambiente von Brockmanns Hütte am Briloner Kurpark informierten die Vorstandsvorsitzenden über die Bilanzzahlen des Vorjahres.Zuwächse konnten die Sparkassen vor allem im Kreditgeschäft verbuchen (plus 3,1 Prozent). Hier schlug sich die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft nieder. Im privaten Bereich dagegen waren Baukredite kaum gefragt, Verbraucherkredite stagnierten. Solange die Realeinkommen nicht stiegen, seien auch keine Konsumsteigerungen möglich, erläuterte Norbert Runde (Sparkasse Arnsberg-Sundern). Dies hat auch Auswirkung auf das Einlagengeschäft. 40 Prozent der Bevölkerung nähmen gar nicht an der Ersparnisbildung teil, weil ihre Einkommen zu niedrig seien, ergänzte Peter Wagner (Sparkasse Hochsauerland).

Ebenso viel Raum wie die Finanzgeschäfte nahm auch die Imagepflege der Sparkassen ein. "Als Sparkasse sind wir eher am Gemeinwohl orientiert als am Profit", machte Heinz-Dieter Neumann (Sparkasse Schmallenberg) deutlich. Obwohl die Gesamtbilanzsumme mit 2,921 Milliarden Euro ein Minus von 2,3 Prozent verzeichnet, stieg der Anteil der Spenden um fast 20 Prozent auf 1,3 Millionen Euro.

Größtes Filialnetz im Sauerland

Das gewählte Motto "fair — menschlich— nah" seien keine leeren Worthülsen, sondern würde in Form von 15 Leitlinien in der täglichen Arbeit umgesetzt, erklärte Neumann. Kundennähe und Kundentreue seien für die Sparkassen wichtige Prinzipien. Das bedeutet: Keine Schließung von Filialen, individuelle Beratung und den Kunden auch in Notzeiten nicht im Stich zu lassen. Dieser Service würde zunehmend von den Kunden honoriert. In der Konkurrenz zu den Direktbanken sehen sich die Sparkassen als Gewinner. "Unsere rund 700 Mitarbeiter sind der Garant dafür, dass wir die wahren Direktbanken sind", verkündete Neumann. Heinz-Dieter Tschuschke sprach von einer lebenslangen Begleitung des Kunden über alle Vermögensphasen hinweg.

Aktuelle Gesprächsthemen waren die Abtretung von Forderungen und der Umgang mit Kalamitäts-Krediten. Berichte in den Medien hatten zuletzt für Unruhe unter den Kunden gesorgt. "Wir werden hier, als Sauerländer, nie unsere Kunden im Stich lassen," bezog Wagner eindeutig Position.

Kein Verständnis hatte man für das Verhalten von Konzernen wie Nokia. "Wir bekommen keine Subventionen. Im Gegenteil, wir investieren in die Region und zwar nachhaltig", sagte Runde. Nach Kyrill habe man die Waldbauern großzügig und unbürokratisch unterstützt.

Auch das Thema Riester Rente kam zur Sprache. Die Sparkassenvertreter appellierten einhellig dafür, die Riesterzuschläge auszuschöpfen und zwar so früh wie möglich. "Ausbildung und Riestervertrag gehören zusammen, so wie die Kfz-Versicherung zum Auto. Die Bürger verschenken hier bares Geld", mahnten sie. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung würde davon nicht profitieren.

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