Hinter den Kulissen ist viel passiert

Vier neue Varianten für die B7n: Öffentlichkeitsbeteiligung wird bald wieder aufgenommen 

„Wertgebende“ Vogelarten wie der Neuntöter sind in ihrer Entwicklung von europaweiter Relevanz.
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Das neu beantragte Vogelschutzgebiet liegt im Planungskorridor und muss miteinbezogen werden, auch wenn es im Ausweisungsverfahren und noch nicht genehmigt ist.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Trassenfindung der B7n zwischen Nuttlar und Brilon soll zeitnah fortgesetzt werden.

Brilon – Hinter den Kulissen ist seit dem letzten Dialogforum am 14. August 2020 viel passiert: Zusätzlich zu den bestehenden acht Varianten wurden aufgrund der Anregungen der Bürger gleich vier neue Varianten geprüft. Mehrere Untersuchungen rund um Umweltverträglichkeit und Verkehrsbelastung werden derzeit durchgeführt. Und: Ein neu beantragtes Vogelschutzgebiet liegt im Planungskorridor und muss miteinbezogen werden.

„Straßen.NRW wird alle Bürger über eine offene digitale Veranstaltung informieren und auf den aktuellen Stand bringen. Zusätzlich soll es Infoaktionen vor Ort geben, sobald dies möglich ist“, sagt Lars Voigtländer, Leiter der Abteilung Planung und Grunderwerb der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift. Der Projektverantwortliche betont: „Nur die bestmögliche Linie wird auch vor Gericht Bestand haben.“

Erste Dialogforen

Zeitnah sollen der Politische Begleitkreis und das Dialogforum mit den 30 Zufallsbürgern zu allen Ergebnissen der laufenden Planungen, Prüfungen und Bewertungen informiert werden und dies, wenn möglich, nicht digital. Erst danach wird es mit den detaillierten Veranstaltungen zu einzelnen Themenbereichen weitergehen. Im Sommer 2020 hatte ein erster Politischer Begleitkreis und im August auch ein erstes Dialogforum „Natur und Artenschutz“ mit den Zufallsbürgern stattgefunden. Während der Pandemie bedingten Veranstaltungspause galt es für die Planer, Vorschläge aus diesen Gremien zu prüfen. Weitere Anregungen kamen von Bürgern, die sich telefonisch oder per E-Mail an Straßen.NRW gewandt hatten. Hieraus entstanden unter anderem die neuen Varianten 8 bis 12.

Neue Varianten

„Es ist wichtig, dass wir alle denkbaren Varianten frühzeitig bearbeiten. Im Genehmigungsverfahren wird geprüft werden, ob wir alle Möglichkeiten beachtet und alle Betroffenheiten berücksichtigt haben. Es wird insoweit deutlich, wie wichtig dieser Beteiligungsprozess für die Realisierung der B 7n ist“, betont Lars Voigtländer. Es handelt sich um vier Varianten im Planungskorridor zwischen Altenbüren und der Briloner Möhnestraße, nördlich der bisher untersuchten Varianten. Darunter ist auch eine Tunnelvariante, die V12. „Sie verläuft im Grundriss entlang der Aatalvariante, erhält einen Anschluss an die K 57 nördlich Altenbüren und schließt im Osten an die B 480 an“, ergänzt der Projektverantwortliche. Alle Varianten wurden im Rahmen des Planungs- und Abwägungsprozesses bearbeitet und berücksichtigt, das heißt, sie mussten komplett im Grundriss und Aufriss geplant werden. Auch die verkehrlichen Auswirkungen wurden ermittelt und bewertet. Gleiches gilt für die Kosten sowie für Betroffenheiten von Menschen, Pflanzen und Tierarten. Ein Arbeitskreistermin mit Umweltbehörden und -verbänden sowie mit den Kommunen dazu steht noch aus.

Artenschutz

Gleichzeitig wurden neue Erkenntnisse in die Umweltverträglichkeitsstudie eingearbeitet. Die Kartierungen Fledermäuse und Vögel wurden 2020 durchgeführt. Die Ergebnisse der Kartierung von 2015 wurden im Wesentlichen bestätigt. Und: Auch eine FFH-Verträglichkeitsprüfung für die besonderen Kalkkuppen im Boden des Briloner Nordens muss mit einbezogen werden.

Verkehr

Zurzeit finden außerdem vertiefende Abstimmungen mit der Stadtverwaltung Brilon bezüglich der Verkehrsuntersuchung und den verkehrlichen Auswirkungen der einzelnen Trassenvarianten auf die Belange der Kernstadt Brilon statt. Noch in diesem Sommer werden Verkehrszählungen im Bereich der Stadt Brilon durchgeführt werden, um hier Auswirkungen verschiedener Trassenführungen besser einschätzen zu können. Das Verkehrsgutachten soll dann beim dritten Dialogforum „Mensch und Nutzer“ vorgestellt werden.

Vogelschutzgebiet

Für Straßen.NRW muss das Vogelschutzgebiet faktisch als solches behandelt werden, auch wenn es im Ausweisungsverfahren und noch nicht genehmigt ist.

„Alle Trassen werden im Zuge einer FFH-Verträglichkeitsprüfung bewertet. Grundlage sind die dem Landesbetrieb vorliegenden Unterlagen zum Vogelschutzgebiet. Im Anschluss wird die Umweltverträglichkeitsstudie entsprechend aktualisiert“, schließt Lars Voigtländer.

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