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Wie geht es mit der B7n weiter? – So ist der aktuelle Diskussionsstand

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Von: Jörg Leske

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B7n Karte Varianten Diskussion
Die Karte zeigt die noch realisierbaren Varianten. © Straßen.NRW

Lärmbelästigung, Eingriffe in die Natur und Co.: Im Rahmen des 16. Briloner Unternehmerforums stellte Lars Voigtländer, Abteilungsleiter der Planung Straßen.NRW, den aktuellen Diskussionsstand rund um das Thema B7n vor. Diese realisierbare Varianten konkurrieren.

Brilon – „Unser Ziel ist es, Ende März die Variante mit den in der Summe geringsten Betroffenheiten für das Linienbestimmungsverfahren vorzustellen. Jede Trassenführung löst Konflikte aus, von der Lärmbelastung für die Anwohner, über den Verlust von landwirtschaftlich genutzter Fläche bis zu den Eingriffen in die Natur und Umwelt, wie zum Beispiel Arten- und Gebietsschutz.“

Bei der Realisierung der Verbindung von dem Ende der Autobahn A46 bis zur B480 werden Kompromisse geschlossen werden müssen, da nicht allen Ansprüchen genüge getan werden kann. Obwohl Straßen.NRW einige Projekte ohne Klagen abschließen konnte, ist der Landesbetrieb hier auf eine Klage eingestellt und vorbereitet.

„Wir sind in der Lage, die B7n fachlich und juristisch durchzusetzen“

„Nach der Trassenfindung folgt die Prüfung und Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium und dann das Planungsfeststellungsverfahren. Alle Schritte laufen unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Gegen den Planungsfeststellungsbeschluss durch die Bezirksregierung Arnsberg ist dann mit einer Klage zu rechnen. Wir sind in der Lage, die B7n fachlich und juristisch durchzusetzen, aber nicht gegen die Menschen vor Ort“, begründete Voigtländer die große Öffentlichkeitsbeteiligung.

Die zu planende Strecke wurde in vier Planungsabschnitte unterteilt. Dabei ergeben sich teilweise Kombinationsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Abschnitten. Für den Planungsabschnitt I (nördlich von Antfeld) ist jedoch nur die Varia-nte 1 möglich. Folgende realisierbare Varianten konkurrieren derzeit: Variante 1 verläuft von Westen beginnend an der A46 Anschlussstelle Nuttlar in Richtung Osten. Sie ist jedoch aus arten- und naturschutzrechtlichen Gründen nur im Planungsabschnitt I nördlich von Altenbüren möglich.

Die verschiedenen Varianten

Die Varianten 2 und 4 verlaufen östlich von Altenbüren. Sie stellen untereinander Alternativen dar. Die Variannte 8 wird mit einer großen Brücke über das Aatal geführt. Die Variante 6 verläuft neben der vorhandenen Ortsumgehung Brilon als zusätzliche Straße mit Anschluss an die B 480 nördlich Brilon. Varianten 9 bis 12, welche aus Vorschlägen aus der Öffentlichkeit heraus in 2020/2021 erarbeitet wurden, und Richtung Scharfenberg verlaufen, sind aus arten- und naturschutzrechtlichen Gründen nicht realisierbar. Gegen die Variante 12 (Tunnelvariante) sprechen die exorbitanten Kosten, die beim 3,5-fachen liegen würden. Variante 13, ebenfalls von Zufallsbürgern vorgeschlagen, verläuft nördlich der Varianten 2 und 4 und würde durch zwei Talbrücken eine große Unterhaltungsaufgabe mit sich bringen. Variante 14 und 15 wurden im Oktober 2021 von Zufallsbürgern vorgeschlagen. Die Variante 15 verläuft zwischen Variante 13 und 4 und benötigt nur eine Talbrücke, liegt dafür allerdings sehr nah am Habitat des Raubwürgers. Variante 14 verläuft nördlich des Blumensteins bei Brilon und stellt in Planungsabschnitt IV (nördlich von Brilon mit Anschluss an die B480, Möhnestraße) eine Alternative zu Variante 4 und 5 dar. Bei der Variante 7, die über die aktuelle Umgehungsstraße (Busbahnhof-Möhnestraße) verläuft, gibt es zu bedenken, dass die Anbindungen an das nördliche Wohngebiet von Brilon gekappt werden müssten.

Was sagt Bürgermeister Bartsch?

Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch erklärte den Abschnitt I für unkritisch und empfiehlt, im Abschnitt II aus Sicht der Stadt eine möglichst nördliche Führung zu wählen, um die Landwirte möglichst gering zu belasten. Die Absperrung der Wohngebiete sieht Bartsch als kaum tragbar, da die Belastung der Innenstadtstraßen stark steigen würde. Weiter schlug der Bürgermeister vor, die ansässigen Höfe an der Möhnestraße nicht durch die B7n zu zerschneiden. Wirtschaftsförderer und Organisator der Veranstaltung, Oliver Dülme, gab die laufende Planung des 17. Unternehmerforum am 16. Februar zum Thema „Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm“ bekannt.

Weitere Infos

Die nächste öffentliche digitale Informationsveranstaltung ist am 31. Januar um 19.30 Uhr. Anmeldung und aktuelle Infos gibt es unter www.strassen.nrw.de

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