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Willkommen in Deutschland: So empfängt Brilon ukrainische Geflüchtete

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Von: Manfred Eigner

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Bürgermeister Dr. Christof Bartsch Brilon Empfang Ukraine Geflüchtete Kolpinghaus
Zahlreiche Neubürger aus der Ukraine folgten der Einladung der Stadt Brilon. Bürgermeister Dr. Christof Bartsch empfing sie zusammen mit Vertretern der Verwaltung sowie der Übersetzerin Victoria Liese im Bürgerzentrum Kolpinghaus. © Manfred Eigner

Angst, Lebensgefahr, Flucht und Verlust der Heimat, des Zuhauses, der Freunde und Verwandte und eine Reise ins Ungewisse liegt hinter den Menschen, die aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine eine sichere Bleibe in Brilon gefunden haben. Jetzt gilt es hier in den Tagesablauf hineinzufinden. In einer fremden Stadt und mit einer fremden Sprache.

Brilon – Um den Einstieg zu erleichtern, hatte Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch am Sonntag, passend zu „Brilon blüht auf“, die Zufluchtsuchenden in das Bürgerzentrum Kolpinghaus eingeladen. Gemeinsam mit Ute Hachmann, verantwortlich bei der Stadt für den Fachbereich V, dazu zählt der Bereich Schule, sowie Karin Wigge, verantwortlich für den Sozialbereich, der auch für die Unterbringung der Geflüchteten zuständig ist, stellte der Bürgermeister nach einer herzlichen Begrüßung in einem kurzen Statement die Hansestadt und Stadt des Waldes vor. Auch ein kurzes Video zeigte dabei Brilon visuell.

Unterstützung bot ihm dabei Victoria Liese, die seit 30 Jahren in Brilon lebt. Die gebürtige Ukrainerin übersetzte sowohl den Redeanteil der Briloner Seite, als auch die Fragen der Ukrainer. Die Mehrzahl davon waren Frauen, meist im jungen bis mittleren Altern mit einem oder mehreren Kindern.

Mit der Übersetzerin an der Seite waren die Hemmungen schnell beiseite gelegt. In Dialogen konnten viele der Fragen vor Ort geklärt bzw. zur späteren Klärung mitgenommen werden.

30 ukrainische Schüler in Brilon

„30 Schülerinnen und Schüler sind inzwischen an den Briloner Schulen“, berichtete Ute Hachmann, die in kurzen Worten das Schulsystem und die Abschlussmöglichkeiten vorstellte. Zum einen, um Unterstützung zu bekommen, zum anderen aber auch, um eine Beschäftigungsmöglichkeit anzubieten, motivierte sie die Anwesenden: „Wenn unter Ihnen Lehrer, Lehrerinnen oder Erzieherinnen sind und Sie uns unterstützen möchten, sind wir dankbar.“ An die Erwachsenen richtete sie besonders die Einladung zu den angebotenen Sprachkursen, um durch das Erlernen der deutschen Sprache den Alltag in Brilon zu erleichtern. Das unterstützte auch Bürgermeister Bartsch und motivierte: „Ich habe mit den Briloner Firmen gesprochen. Es gibt Arbeit und wenn Sie Arbeit finden möchten, sprechen Sie uns an.“ Dazu gab Karin Wigge mit auf den Weg: „Ab Juni haben wir eine neue Rechtslage. Dann haben wir viele neue Möglichkeiten Sie ins Arbeitsleben einsteigen zu lassen. Wir helfen Ihnen gerne sich schnell zu integrieren.“

Wohnraum zur Verfügung stellen

Dann richtete Karin Wigge sich an die Bewohner der Kernstadt und den Dörfern: „Ich möchte mich bei allen Brilonerinnen und Brilonern bedanken, die uns mit der Bereitstellung von Wohnraum unterstützt haben. Es hat hervorragend geklappt. Meine Bitte an alle: Wir brauchen weiter Hilfe. Allein schaffen wir das nicht. Uns gehen die Plätze aus.“ Vielleicht findet sich auf diesem Wege noch jemand, der Wohnraum zur Verfügung stellen kann.

Nächster Hilfstransport

Der vierte Hilfstransport der Ukraine-Hilfe Brilon, organisiert von Victoria Liese und Michael Dornow (Sportgeschäft „Sport Point“), fährt an die polnisch-ukrainische Grenze. Zuvor werden erneut Spenden gesammelt. Benötigt wird: Bekleidung und Schuhe für Kinder und Jugendliche (ca. fünf bis 16 Jahre), Hygieneartikel aller Art, Schlafsäcke, Decken, Isomatten, Bettwäsche, Handtücher sowie Schaufeln, Spaten, Bauwerkzeug und Motorsägen (neu oder in gutem Zustand). Die Waren werden vom 20. bis 22. April von 17 bis 19 Uhr in Brilon, Papestraße 33, bei der Firma Sport Point angenommen. Auch die Apothekerin Astrid Pfitzner (St. Engelbert-Apotheke) nimmt Spenden für die Ukraine (unter anderem für Medikamente) entgegen.

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