Wind zum Vorteil der Bürger

Energiewende im Hochsauerland: Die CDU-Kreistagsfraktion informierte sich beim Bürgerwindpark Radlinghausen über Chancen und Möglichkeiten. Foto: Christoph Kloke

Die Dorfgemeinschaft in Radlinghausen gab vor zehn Jahren den Startschuss für einen Bürgerwindpark. Akzeptanz und Ertrag lagen bereits in den ersten Jahren über allen Erwartungen, weil gemeinsam und mutig an einem Strang gezogen wurde. Die CDU-Kreistagsfraktion informierte sich am vergangenen Freitag vor Ort.

Viel Mut und Herzblut wurde in die Entwicklung und Genehmigung investiert, bevor sich im Herbst 2004 die ersten Windmühlen der Neuzeit drehten. Mühe, die sich gelohnt hat, denn schon im ersten Jahr durften sich die Anteilseigner entgegen der Prognose über eine stattliche Dividende freuen. Schon heute ist dank des turbulenzfreien Windes auf rund 550 Metern Höhe die erst für 2021 angepeilte Dividende Realität. 3,7 Millionen Kilowattstunden und häufig noch viel mehr liefern die Windräder Jahr für Jahr. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 1000 privaten Haushalten.

Briloner möchten erneuerbare Energien

"Wir haben im Vorfeld Akzeptanz bei der Bevölkerung erreicht und externe Investoren ausgeschlossen, die so häufig nur die Erträge abschöpfen", erklärt Johannes Niggemeier, Geschäftsführer des Windparks. " Nun können wir nicht nur eine schöne Dividende ausschütten, sondern auch die Dorfgemeinschaft finanziell unterstützen."

Niggemeier selbst wohnt in unmittelbarer Nähe zu den Windmühlen und sieht keine Beeinträchtigung. Angesichts der aktuellen Diskussionen appellierte Niggemeier an die Politik, "an einem Strang zu ziehen". Er hält den Ausbau für sinnvoll, warnte aber vor "Spekulanten" und einem zu dichten Besatz. "Der Höhenunterschied zwischen den älteren zwei Megawatt-Anlagen und den modernen 2,3 Megawatt-Anlagen ist mit dem Auge kaum feststellbar", bewies er der CDU-Kreistagsfraktion in Radlinghausen mit Blick auf den benachbarten Madfelder Windpark.

"Jedoch liefern die modernen Anlagen bei richtiger Positionierung mit sieben Millionen Kilowattstunden fast doppelt so viel Strom wie unsere", womit er klar für das sogenannte "Repowering" älterer Windräder Stellung bezog. Den Ausbau des Sauerlandes mit Windkraft hält er für sinnvoll. Fraglich sei jedoch, dass viele geeignete Flächen, und das seien nicht immer die höchsten Punkte, aus der Machbarkeitsstudie des Kreises gestrichen wurden. Laut einer aktuellen Umfrage der Stadtwerke Brilon, denen Johannes Niggemeier noch bis zu seiner Pensionierung im Februar vorsteht, wollen mehr als 60 Prozent der Briloner Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

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