Betreiber des Windparks Radlinghausen nennt Fakten

„Windkraft ist rentabel“

Diese 2.300 MW Enercon E82 mit einer Nabenhöhe von 138 Meter ist eine von sechs Windkraftanlagen des Windparks Radlinghausen und hat seit dem Repowering 2011 bereits über 18 Millionen KW/h Energie erzeugt. Foto: Leske

Antonius Heppe, einer der drei Geschäftsführer des Windparks Radlinghausen mit sechs Windrädern bemängelte nach der Informationsveranstaltung „Windkraft in Elpe“ (SauerlandKurier berichtete) einige nach seinen Angaben falsch genannten Fakten.

Die Betreiber des Bürgerwindparks haben bereits zehn Jahre Erfahrung in Sachen regenerativer Energieerzeugung und keiner der etwa 130 Kommanditisten hat bisher seine Anteile abgeben wollen, so Antonius Heppe. Die Erträge seien dank des vorhandenen Windpotenzials so, wie in den damals gemachten Windgutachten prognostiziert.

Anders als geplant erfolgte die erste Gewinnausschüttung schon nach dem ersten und nicht erst im fünften Betriebsjahr. Im laufenden Jahr wird jeder Mitinhaber sein eingesetztes Kapital herausbekommen. Bei einer Anlagenlebensdauer von mindestens 20 Jahren fließen noch einige Millionen Kilowattstunden (kW/h) Energie durch die Leitungen. Von Unwirtschaftlichkeit könne hier nicht die Rede sein. Sogar die Vereine des Dorfes profitieren mit, da sie fünf Prozent der Pachteinnahmen für ihre Zwecke erhalten.

Ebenso die in Elpe genannte Zahl von 1500 erreichbaren Windstunden kann Antonius Heppe nicht nachvollziehen. „Unsere Anlagen haben im Schnitt über die vergangenen drei Jahre gemittelt ungefähr 2700 Volllaststunden im Jahr“, rechnet er vor. Entgegen anderslautender Meinungen sei der Rückbau noch vor Baubeginn insolvenzsicher mit einer Bankbürgschaft abgesichert.

Photovoltaikanlagen auf den Dächern

„Zahlreiche Wege wurden von uns von Grund auf saniert“, teilte Antonius Heppe mit. Stolz zeigt er zusätzlich die zahlreichen Photovoltaikanlagen auf den Radlinghauser Dächern. Sogar der Schützenverein hat die Schützenhalle damit ausgestattet und freue sich über die zusätzlichen Einnahmen in die Vereinskasse. Insgesamt wurde so in Radlinghausen schon weit mehr Energie erzeugt als seit der Einführung des elektrischen Strom 1946 im Dorf verbraucht wurde, sagt er.

Etwas anders sieht die Lage 4,5 Kilometer weiter in Madfeld aus. Die Madfelder profitieren nicht vom Bürgerwindpark in Radlinghausen. Im Gegensatz zum Bürgerwindpark gehört der Windpark Madfeld-Bleiwäsche Kommanditgesellschaften. „Als der Windpark 2002 errichtet wurde, gab es vonseiten der Bevölkerung keine Gegenwehr“, blickt Ortsvorsteher Heinz Bickmann zurück.

Mittlerweileist Madfeld von Windparkanlagen eingekreist: der Windpark Radlinghausen im Westen, der Windpark Madfeld-Bleiwäsche in nord-westlicher Richtung und der Windpark Meerhof im Osten. Heinz Bickmann: „Die Stadt Brilon hat vor zwei Jahren neue Windparkflächen gesucht. Eine vorgesehene Fläche war in der Nähe von Madfeld. Von der Planung wurde aber abgesehen, da die Gegend ein Naherholungsgebiet bleiben sollte.“

Lärmbelastung durch die Windkraftanlagen bestehe im Ort nicht, jedoch im Baugebiet Egge/Eggenkopf. „Madfeld leidet darunter, da der Ort diese Bauplätze nicht verkauft bekommt“, so Heinz Biekmann weiter. (Jörg Leske und Stefanie Reinelt, s.reinelt@sauerlandkurier.de)

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