800 Jahre Stadt Brilon – die Reise beginnt

Zeitreise durch Stadtgeschichte mit Sonderausstellung erfolgreich gestartet

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In historischen Gewändern am Gewerkenstand zeigten sich Initiatoren und Arbeitskreis bei der Sonderausstellung zu Brilons Stadtgründung.

Brilon - Die Sonderausstellung zur Stadtgründung Brilons ist eröffnet - diese bildet den Auftakt zur Veranstaltungsreihe der Stadt Brilon und des Briloner Heimatbundes Semper Idem.

Die Stadt Brilon besitzt ein durch Jahrhunderte gewachsenes Stadtbild. 800 Jahre Geschichte liegen hinter den Bürgerinnen und Bürgern. Das 13. Jahrhundert mit der Stadtrechtsverleihung spätestens im Jahr 1220 ist dabei der Beginn der Reise, die bis heute fortgeführt wird. 

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch eröffnete die Sonderausstellung im Foyer des Rathauses, die jene Anfänge der Geschichte einem interessierten Publikum vor Augen führt. Wirtschaft, Soziales und Kultur seien dabei Elemente der Stadt, die zusammengehören, sich gegenseitig bedingen und schlussendlich zu dem diversen Stadtbild führen, das heute zu sehen ist. 

Der Bergbau, der Wald und die Landwirtschaft, führte Dr. Bartsch weiter aus, seien dabei die Säulen des Erfolgs gewesen, die dafür sprachen, dass Erzbischof Engelbert I. sich entschied, Brilon mit Stadtrechten auszustatten. Für den Kirchenfürst war dies eine strategische Entscheidung, für die Menschen Brilons jedoch ein Privileg, das die Entwicklung der Stadt positiv beeinflussen würde. 

Gebannt verfolgten die zahlreichen Gäste, Bürger sowie der Arbeitskreis historische Gewänder die Worte des Bürgermeisters, als er erklärte, dass Engelbert das erste Mal seit 800 Jahren durch eine gewisse Präsenz wieder in Brilon verweilt. Die Herzreliquie und eine Gipsstatue des Erzbischofs sind dabei sicher die Highlights der Ausstellung. 

Die Sonderausstellung überrascht mit fast vergessenen Geschichten und Reliquien aus damaliger Zeit.

Wie wichtig Engelbert für die Stadt Brilon tatsächlich war, verdeutlichte Carsten Schlömer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Haus Hövener in seiner Rede. Demnach war es der Landesherr Westfalens, der die bekannte Briloner Innenstadt erschuf, als er entschied, die heutige Propsteikirche an jenem Ort zu planen, wo sie heute noch zu finden ist. Dabei wurde der Mythos des Gründungsvaters relativiert. Engelberts Wahl für Brilon war ein politisches Kalkül. 

Die Sonderausstellung überrascht mit einigen fast vergessenen Geschichten. So verfügte Brilon über eine erste Stadtmauer, die von einer zweiten im Laufe des 13. Jahrhunderts abgelöst wurde. Der Esel war schon im Hoch- und Spätmittelalter derart wichtig, dass zwischen den Städten Rüthen und Brilon gar ein Rechtsstreit aufgrund eines Raubes der Tiere entbrannte. Und der Handel in der Stadt war nicht nur auf dem heutigen Marktplatz beschränkt, sondern fand auch im Steinweg am Standort der Sekundarschule statt. 

Noch bis Ende Januar können Gäste und Einheimische die Ausstellung kostenlos im Foyer des Rathauses besuchen. Danach endet der Blick in das 13. Jahrhundert und die Ausstellunsgveranstalter laden gemeinsam mit dem St. Hubertus Schützenverein für den 12. Februar in den Hubertussaal ein. Dann wird die Geschichte Brilons weitergeschrieben, schließlich war mit der Blüteperiode der erfolgreiche Weg noch lange nicht beendet.

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