Jeder kann Zeltteile mit häkeln und stricken

„Zelte der Begegnung“: Bunte Tipis sollen als Friedenssymbol bei den Hansetagen stehen

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Die Besucher des Handarbeitscafés haben schon angefangen: Die ersten Quadrate aus Acrylwolle für die Zelte wurden schon gehäkelt oder gestrickt

Brilon. Mindestens zwei farbenfrohe Tipis aus gestrickten oder gehäkelten Quadraten sollen auf dem Festgelände der Hansetage 2020 einen besonderen Platz bekommen. Das ist jedenfalls der Wunsch des Vereins Kunterbunt, der die Idee hatte, das Projekt „Zelte der Begegnung“ der Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck nach Brilon zu holen. Und das Beste: Jeder kann mitmachen.

„Zelte sind Orte der Gastfreundschaft, der Begegnung und der Zuflucht“, so die Künstlerin aus Remscheid. In Schmallenberg stehen bereits „Zelte der Begegnung“ sowie in anderen Städten, zum Beispiel Berlin, Basel, Brüssel, Köln oder New York. So ist auch der Verein Kunterbunt auf das Projekt aufmerksam geworden. „In unserem Handarbeitscafé treffen bereits verschiedene Nationalitäten aufeinander, um gemeinsam zu stricken und zu häkeln. Diese Erfahrung war der Auslöser“, so Sabine Volmer vom Verein Kunterbunt, der die Stadt und die Briloner Kirchen gleich mit ins Boot holte. Ute Hachmann, Projektleiterin der Hansetage war sofort begeistert: „Handgemacht sind die ,Zelte der Begegnung’. Handgemacht ist auch das Motto der Hansetage.“

Menschen aus 16 europäischen Ländern werden im Juni 2020 in Brilon zu Gast sein. „Bunt und vielfältig ist die Gemeinschaft der Hanseaten – bunt und vielfältig sind die einzelnen Bestandteile der ,Zelte der Begegnung’“, so Ute Hachmann, denn jeder kann Teil der handgemachten Tipis werden, indem er Quadrate häkelt oder strickt. Diese vielen Teile werden bis zum Juni 2020 zu mindestens zwei „Zelten der Begegnung“ zusammengeführt. 

„Jeder kann Teil eines großen Ganzen sein“

Die Tipis haben einen Durchmesser von 4,50 Metern und eine Höhe von 5 Metern. Jede Zelthaut besteht aus 1200 gestrickten oder gehäkelten Quadraten. Diese Quadrate haben eine Größe von 15 x 15 Zentimetern. Sie werden aus Acrylwolle oder anderem wetterfesten Upcycling-Material hergestellt, damit die Zelte Regen und Sturm aushalten. Wichtig: Die Anfangs- und Endfäden an jedem Quadrat müssen selbst genäht werden. 

Wer Acrylwolle zu Hause hat, kann Quadrate stricken oder häkeln – einfarbig, bunt, mit Loch- oder anderen Mustern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer keine Wolle hat, aber sich am Projekt beteiligen möchte, kann sich ab Anfang Juni im Evangelischen Gemeindezentrum (Kreuziger Mauer 2), in der Stadtbibliothek (Gartenstraße 13), in Lenas Dekostübchen (Petrusstraße 2) und im Kunterbunt- Laden (Friedrichstraße 10) Wolle zum Selbstkostenpreis von 0,50 Euro zum Handarbeiten abholen. Acrylwolle- Spenden werden gerne im Kunterbunt-Laden entgegengenommen. 

Die fertigen Produkte können bis zu den Herbstferien bei den genannten Stellen abgegeben oder per Post geschickt werden. Wer in Gesellschaft häkeln oder stricken möchte, kann gerne zum Handarbeitscafé im Evangelischen Gemeindezentrum kommen. Die nächsten Termine sind am 17. Juni, 1. und 15. Juli, 26. August sowie am 9. und 23. September, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr. Auch im „Briloner Mosaik“ besteht die Möglichkeit, dass sich Strick- und Häkelgruppen zusammenfinden. „Jeder kann Teil eines großen Ganzen sein“, freuen sich die Projektträger. 

Orte der Inspiration und des Besinnens

Die Zelte werden während der Hansetage 2020 mit Sitzmöbeln ausgestattet. „Sie sollen Orte der Inspiration und des Besinnens sein“, erklärt Ute Hachmann. „Sie sind Symbol des Friedens, der Verbundenheit und der Vielfalt Europas.“ Deshalb bekommen auch die Vertreter der Hansestädte, die Ende Oktober in Brilon zu Gast sind, ein Wollknäuel in den Koffer gelegt, damit auch alle mitmachen können. „Erst stricken, dann schicken“, scherzt Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, denn die Hanseaten sollen ihre Quadrate per Post zurück nach Brilon senden. „Das Werden ist genauso wichtig wie das Sein“, so der Bürgermeister weiter. Durch das Projekt soll ein Gefühl der Verbundenheit entstehen, indem gemeinsam etwas geschaffen wird. 

Weitere Infos zum Projekt „Zelte der Begegnung“ von Ute Lennartz- Lembeck finden sich unter www. ute-lennartz-lembeck.de

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