Condensator Dominit und Egger Holzwerkstoffe erhalten Urkunde der IHK

Zwei neue Weltmarktführer aus Brilon

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Durch Innovation an der Weltspitze. Die IHK zeichnete die zwei erfolgreichen Briloner Unternehmen Condensator Dominit und Egger Holzwerkstoffe aus (v.l.): Thomas Frye (IHK), Michael Egger (Egger Holzwerkstoffe), Dr. Ilona Lange (IHK), Dr. Christian Dresel (Condensator Dominit), Michael Wehmeyer (Vertriebsleiter Kantentechnik Egger), Martin Ansorge (Kaufmännischer Geschäftsführer Firma Egger) und Jürgen Reese (Prokurist Condensator Dominit).

Brilon/Hochsauerland - Die Liste der heimischen Weltmarktführer im Bereich der IHK Arnsberg ist um zwei Erfolgsunternehmen reicher geworden. Mit den Briloner Firmen Condensator Dominit und Egger Holzwerkstoffe sind es nun 168 Unternehmen, die mit ihrem Know-how und einzigartigen Produkten weltweit Maßstäbe setzen. Im Rahmen einer Feierstunde am vergangenen Dienstag wurde zu diesem Erfolg den beiden Unternehmen die offizielle Urkunde überreicht.

Dr. Ilona Lange, Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg, betonte bei der Vorstellung der beiden Weltmarktführer: „Ihre Unternehmen stehen beispielhaft für die Stärke unserer Region. Mittelständler, die sich mit Flexibilität, Kundenorientierung und engagierten Mitarbeitern herausragende Stellungen in ihren Märkten erarbeitet haben.“ 

Und das, auf den ersten Blick so unterschiedlich, dass man wahrscheinlich gar nicht auf die Idee käme, sie im gleichen Erfolgssegment angesiedelt zu wissen. 

"Was wir bieten ist einmalig"

Die Firma Egger Holzwerkstoffe ist mit dem Standort Brilon einer von weltweit 19 Standorten und seinen rund 1100 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Region. Heute kaum mehr nachvollziehbar, wurde mit viel Gegenwind von Aktivisten, die demonstrierend ihre Bedenken äußerten, 1990 in der Balgert das damals größte Spanplattenwerk Europas errichtet. 

Die Entwicklung ging sprunghaft weiter über verschiedene Arten von Plattenproduktionen, einem eigenen Sägewerk und hat sich heute zu einem weltweit führenden Unternehmen in Bezug auf Matt- und Hochglanzlacken als Zulieferer für die Möbelindustrie entwickelt. „Lackprodukte gibt es wie Sand am Meer“, unterstrich Michael Egger. „Was wir bieten ist einmalig und optimiert für die weitere Verarbeitung mit wenig Verschnitt für den Endkunden, der ein qualitativ einmaliges Endprodukt erhält. Nicht nur in der Möbelindustrie, sondern auch für Architekten eröffnen sich ganz andere Chancen für die Umsetzung ihrer Ideen.“ 

Ein neuartiges Druck- und Veredelungsverfahren ermöglicht die Herstellung von Oberflächen, auf denen im späteren Gebrauch so gut wie keine Fingerabdrücke zu sehen sind und die sich mit eindrucksvoller Optik durch Glanz- und Tiefeneffekte darstellen. Auch die zugehörige Kantentechnik wurde mit langer Forschungsarbeit und unzähligen Tests dem Weltmarktniveau gleichgestellt. „Am 1. Dezember 1990 wurde die erste Spanplatte produziert“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Martin Ansorge. „Seitdem sind am Standort Brilon 640 Millionen Euro an Investitionen getätigt worden."

"Manchmal muss man Dinge tun, die andere nicht machen“ 

Große Investition tätigt auch die Firma Condensator Dominit, die derzeit in Brilon-Wald auf dem Gelände der früheren Holzkohlefabrik ihr neues Werk errichtet, da der Platz am alten Standort im Bremecketal nicht mehr ausreicht. „Manchmal muss man Dinge tun, die andere nicht machen“, hob Firmenchef Dr. Christian Dresel hervor, der 2005 die von der Schließung der betroffenen Sparte der 1950 gegründeten Dominitwerke und späteren ABB Kondensatoren GmbH im Bremecketal übernommen hat und sie seither in Eigenregie mit rund 60 Mitarbeitern und einem Umsatz von zwölf Millionen Euro im Jahr 2018 auf der Erfolgsspur bis hin zum Weltmarktführer im Bereich der Stabilisierung und Optimierung der Spannungsversorgung führt. „Die ursprünglichen Stromnetze sind für Glühlampen und Elektromotoren ausgelegt gewesen“, erklärte der promovierte Physiker. „Heute erfordern die empfindlichen elektronischen Geräte möglichst stabile schwankungsfreie Netzspannungen, sowohl in der Spannungshöhe als auch im Sinusverhalten.“ Dafür hat die Condensator Dominit sich 2016 einen spannungsgeführten Oberschwingungsfilter patentieren lassen, der sich mittels künstlicher Intelligenz den individuellen Netzbedingungen anpasst. 

„Wir erhalten aus allen Regionen der Welt anfragen“, so der Elekronikexperte, der mit seinen Ingenieuren und Technikern die passenden Lösungen erarbeitet. „60 Prozent meiner Fachleute sind hier aus der heimischen Region, 40 Prozent kommen aus verschiedenen Ländern wie beispielsweise Kasachstan. Kreativität wächst mit der Unterschiedlichkeit der Charaktere. Wenn du glaubst, dass alles erfunden ist, bleibst du dabei. Wenn man den Kunden fragt, was der Kunde will, muss man genau zuhören und heraushören, wo man Antworten finden kann.“

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