Enser muss nach Tritt gegen Jogger Strafe zahlen

Ein 25-jähriger Enser wurde vor dem Amtsgericht Werl wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ense - Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde jetzt ein 25-jähriger Mann aus Ense vor dem Werler Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3150 Euro verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Oktober vergangenen Jahres einem anderen Mann gegen das Schienbein getreten, ihn am Hals gepackt und gewürgt hatte. Vor Gericht gab der Angeklagte an, er habe den Geschädigten nicht gewürgt, sondern beim Laufen am Bein getroffen und nur am Hemd gepackt. Der als Zeuge erschienene Geschädigte sagte hingegen aus, dass der Angeklagte ihn zunächst aus einem Auto heraus beleidigt habe. Er sei ihm weiter gefolgt, habe dann angehalten, sei ausgestiegen und habe ihn dann gegen das Bein getreten und auch geschubst. Der Tritt habe weh getan und ihn noch einen Tag lang geschmerzt, berichtete der Geschädigte. Er habe sich nicht gewehrt, sei weiter bedroht worden und habe sich in ein naheliegendes Haus geflüchtet, dessen Bewohnerin ihn hereinließ.

Jogger war Zeuge in anderem Verfahren 

Auf Frage der Richterin, was denn eventuell der Hintergrund der Tat gewesen sein könnte, erklärte der Zeuge, dass er vergangenes Jahr beim Amtsgericht Werl in einem Verfahren gegen den Angeklagten als Zeuge aussagen sollte, aber letztlich nicht gehört wurde. Im weiteren Verlauf der Verhandlung bestätigten weitere Zeugen die Version des Geschädigten. Ein Mann, der die Szenerie aus einem naheliegenden Imbiss beobachtet hatte, sagte aus, dass Kollegen von ihm hereingekommen seien und gesagt hätten: „Da hinten wird jemand geschlagen.“ Er habe dann gesehen, dass der Angeklagte den Geschädigten getreten habe. Es habe nicht wie eine Schlägerei ausgesehen, sondern eher nach einem Streit. Für ihn habe es aber so gewirkt, als ob der Angeklagte bewusst zugetreten habe. Ein weiterer Zeuge sagte, er hätte einen Jogger gesehen. Dann wäre der Angeklagte mit dem Auto gekommen. Dieser und der Jogger hätten sich angeschrien und beide hätten sich geschubst. Der Angeklagte hätte gegen das Bein des Geschädigten getreten, und dieses sei nach seiner Meinung auch bewusst geschehen. Ein vierter Zeuge sagte aus, dass er ein Schubsen zwischen beiden Personen wahrgenommen, aber keine Schläge und auch kein Treten gegen das Bein gesehen habe. Auf Nachfrage der Richterin antwortete er, dass er dies aber auch nicht ausschließen könne. Die Frau, die den Jogger in ihr Haus ließ, wurde ebenfalls befragt. Sie sagte aus, dass sie den Vorfall selbst nicht gesehen habe. Sie könne sich nur daran erinnern, dass der Geschädigte an der Haustür geklingelt und sie diese dann geöffnet habe. Der Jogger kam ins Haus, sei dort gefallen und habe gesagt, dass er angegriffen worden sei. Es war noch ein weiterer Zeuge geladen, der aber nicht zur Verhandlung erschien. Die Staatsanwältin und der Angeklagte gaben ihr Einverständnis, auf die Vernehmung dieses Zeugen zu verzichten. 

Erhebliche Vorstrafen 

Nach der Bundeszentralregisterauskunft hat der Angeklagte sieben, nicht unerhebliche Vorstrafen. Die Richterin verurteilte ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung unter Einbeziehung noch anderer Verfahren zu einer Gesamtstrafe von 105 Tagessätzen à 30 Euro. Die Staatsanwältin und der Angeklagte erklärten, dagegen keine Rechtsmittel einzulegen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.-wlu

Quelle: Soester Anzeiger

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