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ABU: Keine Lösung für das vierte Windrad

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Das Repowering zwischen Ruhne und Waltringen ist aus Sicht der Windradbetreiber noch nicht ganz abgeschlossen. Ob das gewünschte vierte Rad noch kommt, ist allerdings trotz des Mediationsverfahrens weiter offen.
Das Repowering zwischen Ruhne und Waltringen ist aus Sicht der Windradbetreiber noch nicht ganz abgeschlossen. Ob das gewünschte vierte Rad noch kommt, ist allerdings trotz des Mediationsverfahrens weiter offen. © Müller

WALTRINGEN/RUHNE - Für die vierte, bislang nicht genehmigte Anlage im „Windpark Ruhne/Waltringen“ hat das Mediationsverfahren zum „Repowering von Windenergieanlagen im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde“ keine Lösung gebracht.

Das hat Joachim Drüke, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, jetzt im Gespräch mit dem Anzeiger erklärt. Zwar habe das Verfahren sehr viele positive Aspekte zutage gefördert, wie man zukünftig beim Austausch von Windenergieanlagen verfahren solle, habe es bei der Suche nach guten Repoweringlösungen für das gesamte Gemeindegebiet Ense „eine gute und intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten“ gegeben, weshalb diese Gespräche auch zum guten Beispiel für das in der Mediation vereinbarte weitere Verfahren geworden seien. Im konkreten Fall der vierten Anlage zwischen Ruhne und Waltringen hätten die Gespräche jedoch keinen Standort erbracht, auch weil andere Zwänge aus Naturschutzsicht geeignete Lösungen verhinderten, so Joachim Drüke. Das allerdings ist nur schwer mit einer Einschätzung von Landesumweltminister Johannes Remmel in Einklang zu bringen, der in einem Brief an den CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese geschrieben hatte, dass sich eben für diese Anlage eine Lösung abzeichne.

Bekanntlich sieht das komplette Repowering zwischen Ruhne und Waltringen vor, zehn alte Anlagen gegen vier größere und leistungsstärkere auszutauschen. Da eine der neuen Anlagen jedoch im Vogelschutzgebiet „Hellwegbörde“ stehen würde, gab es dafür bislang noch keine Genehmigung. So ruhten die Hoffnungen der heimischen Windradbetreiber sowie der Verwaltung und der Politik in Ense auf einem von Minister Johannes Remmel in Gang gebrachten Mediationsverfahrens zwischen allen Beteiligten. Und in dem besagten Brief von NRW-Minister Johannes Remmel an Dr. Peter Liese klang es so, als sei tatsächlich eine Lösung gefunden worden.

Denn gerade an diesem Fall, so der Minister, zeige sich eine Besonderheit vieler bestehender Windenergieanlagen in der Hellwegbörde: Sie lägen zwar „inmitten“ des Vogelschutzgebietes, seien allerdings im Rahmen der Ausweisung des Gebietes formal ausgenommen worden. Drei der geplanten neuen Repoweringanlagen, so Grünen-Minister Johannes Remmel, liegen innerhalb dieser vom Vogelschutzgebiet ausgenommenen Fläche. Sie seien bereits vor einiger Zeit genehmigt und in Betrieb genommen worden. Die vierte geplante Repoweringanlage finde jedoch auf der ausgenommenen Fläche keinen Platz mehr, sondern solle auf ein angrenzendes Grundstück im Vogelschutzgebiet gestellt werden. Und dann heißt es wörtlich: „Auch die Eröffnung dieser Möglichkeit konnte konsensual im Rahmen der Mediation vereinbart werden. Für die rechtskonforme Abwicklung ist eine FFH-Verträglichkeitsprüfung sowie der Nachweis, dass für die Umsetzung des Projektes keine Alternativen außerhalb des Natura2000-Gebietes (Vogelschutzgebiet, Anmerkung der Redaktion) bestehen, erforderlich. Diese Prüfschritte haben einige Zeit in Anspruch genommen, aber inzwischen zeichnet sich also auch für die vierte Windenergieanlage eine Lösung ab“. Genau das aber sieht Joachim Drüke nach dem Abschluss des Mediationsverfahrens anders, kann eben keine konkrete Lösung für den vierten Standort in Ruhne erkennen.

Den Abschluss des Mediationsverfahrens „Repowering von Windenergieanlagen im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde“ wird Minister Johannes Remmel übrigens am heutigen Mittwoch in der Soester Kreisverwaltung präsentieren. Neben ihm werden Ferdinand Aßhoff (Bezirksregierung Arnsberg, Leiter der Abteilung Regionale Entwicklung, Kommunalaufsicht und Wirtschaft), Winfried von Schroeder (Kreis Soest, Leiter des Dezernats Bau, Kataster, Straßen und Umwelt), Joachim Drüke (Vorsitzender der ABU im Kreis Soest) und Christian Schlösser (stellvertretender Vorsitzender des Vereins Energie erneuerbar und effizient e. V.) anwesend sein. - det

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