Nur 45 Anmeldungen für die Conrad-von-Ense-Schule 

Eine Dreizügigkeit wird im Schuljahr 2020/2021 nicht erreicht.

Bremen – Für das Schuljahr 2020/2021 sind an der Conrad-von-Ense-Schule lediglich 45 Mädchen und Jungen angemeldet worden.

Das hat Alois Langesberg, als Fachbereichsleiter im Rathaus unter anderem für Schulangelegenheiten zuständig, auf Anzeiger-Nachfrage mitgeteilt. Die Anmeldemöglichkeit für alle Grundschüler bestand bis Dienstag der Vorwoche. 

Damit aber hat sich die Einschätzung bestätigt, wonach der erwartet schwache GeburtenJahrgang sich beim Anmeldeverhalten für die weiterführende Schule niederschlägt. Noch im Vorjahr waren 62 Kinder an der Sekundarschule angemeldet worden. Das hatte die notwendige und gewünschte Dreizügigkeit der Einrichtung sichergestellt. In diesem Sommer wird es dagegen wohl nur auf zwei Eingangsklassen hinauslaufen.

Für Fachbereichsleiter Alois Langesberg allerdings kein Anlass für allzu große Beunruhigung. Er geht fest davon aus, die Zweizügigkeit im Wege einer Ausnahmegenehmigung durch die Bezirksregierung gestattet zu bekommen. Zumal die Hoffnung bestehe, dass die Zahlen im Schuljahr 2021/2022 wieder ansteigen werden.

Noch nicht beschlossen ist nach Kenntnis von Fachbereichsleiter Alois Langesberg eine in diesem Zusammenhang angekündigte Anpassung und Bereinigung schulrechtlicher Vorschriften durch das Land, die in einem Punkt auch für die Sekundarschule in Bremen Auswirkungen hätte: So befasst sich der Paragraf 82 mit den Mindestgrößen von Schulen und fände bei einer Umsetzung auch Anwendung auf die Conrad-von-Ense-Schule. Bisher heißt es in den Vorschriften, dass „Sekundarschulen mindestens drei Parallelklassen pro Jahrgang haben“ müssen. Eine Fortführung der Einrichtung sei nur möglich, wenn sich aus der Schulentwicklungsplanung ergibt, dass dies im Planungszeitraum nur vorübergehend der Fall ist und Schülern der Weg zu einer anderen Sekundarschule mit mindestens drei Parallelklassen pro Jahrgang nicht zugemutet werden kann. Nun soll gelten: „Sekundarschulen müssen mindestens drei Parallelklassen pro Jahrgang haben. Eine Sekundarschule kann mit zwei Klassen pro Jahrgang fortgeführt werden, wenn nur dann das Angebot einer Schule der Sekundarstufe I in einer Gemeinde gesichert wird“. Eine Dreizügigkeit wäre dann in Ense keine Pflicht mehr, da keine weitere weiterführende Schule mehr gibt. 

Nicht in Vergessenheit geraten sollte ferner, was die Verwaltung mit Blick auf die Anmeldezahlen 2019/2020 mitgeteilt hatte: So war gegenüber dem Vorjahr zwar ein leichter Anstieg der Übergänge aus den Grundschulen in die Conrad-von-Ense-Schule zu verzeichnen gewesen. „Dennoch muss festgestellt werden, dass das Ergebnis den Erwartungen nicht entspricht. Wie bereits im Vorjahr konnte die Dreizügigkeit nur durch die zahlreichen Anmeldungen Kinder aus den Nachbarkommunen erreicht werden. Auch die Maßnahme zur Übernahme der anteiligen Schülerfahrkosten im Rahmen der Wirtschaftsförderung hat nicht die erhoffte Wirkung gezeigt.“

Eine Auswertung der drei Enser Grundschulen zum Schulwahlverhalten im Schuljahr 2019/2020 zeigt, dass die Übergangszahlen zum Gymnasium deutlich zugenommen, die Übergangszahlen zur Conrad-von-Ense hingegen permanent abgenommen haben.

Quelle: Soester Anzeiger

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