Anwohner-Klage über nächtliche „Fahrübungen“ auf dem Parkplatz

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Die schwarzen Kreise auf dem Pflaster zeigen, dass in der Vergangenheit auf dem Parkplatz bei Penny und Netto im Geschäftszentrum zwischen Bremen und Parsit schon mehrfach die Reifen gequietscht haben müssen.

Bremen - Nächtliches Reifengequietsche und aufheulende Motoren rauben einigen Anwohnern in Bremen und Parsit offenbar immer wieder den Schlaf. Zumindest berichteten sie das im Anzeiger-Gespräch.

Nachdem einer der Anwohner in der Facebook-Gruppe „Du weißt, Du bist Enser, wenn“ einen Beitrag zum Thema verfasst hatte, entwickelte sich auch hier eine rege Diskussion.

Die „Fahrübungen“ konzentrieren sich nach den Schilderungen der Anwohner auf den großen Parkplatz zwischen Penny und Netto und die umliegenden Straßen. Das Problem bestehe seit vergangenem Jahr, sagte ein Bremer.

Allein in diesem Jahr sei diese Form der Ruhestörung sieben, acht Mal vorgekommen. Mal um Mitternacht, mal um 3 Uhr. Nach 10 bis 30 Minuten sei der „Spuk“ wieder vorbei. Er sei alles andere als empfindlich und wisse, wo er hingezogen sei, so der Bremer. Doch durch den Durchgangsverkehr sei die Belastung tagsüber schon hoch. Die nächtlichen Fahrgeräusche seien da das „Tüpfelchen auf dem i“.

Ähnlich nimmt es eine andere Anwohnerin wahr: Gerade in der Ferienzeit und am Wochenende seien die Fahrgeräusche nach Einbruch der Dunkelheit regelmäßig zu hören gewesen. „Als wir kürzlich eine DVD geguckt haben, war es so laut, dass wir uns nicht sicher waren, ob die Geräusche aus dem Fernseher oder von der Straße gekommen. Als wir die Terrassentür aufgemacht haben, wussten wir dann, dass es von draußen kommt.“ Da platze einem schonmal der Kragen.

Die Anwohner appellieren an die Vernunft der Fahrer: Schließlich gehe es nicht allein um die Ruhestörung, sondern auch darum, dass die Fahrer sich und andere gefährden, wenn sie mit ihren Autos in hohem Tempo über Parkplatz, Straßen und durch den Kreisverkehr fahren.

Beschwerden oder gar Anzeigen bei der Polizei gab es nach Angaben der Pressestelle bislang nicht. „Wenn es hier tatsächlich zu Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten kommt, bringt es wenig das bei Facebook zu posten. Dann müssen sich die Betroffenen schon an die Polizei wenden“, sagte Wolfgang Lückenkemper auf Anfrage.

Auch bei der Gemeinde seien noch keine konkreten Beschwerden angekommen, sagte Bürgermeister Hubert Wegener. Bislang habe er von diesem Thema nur „gerüchteweise“ gehört. Sozialarbeiterin Kristina Jost sind ebenfalls noch keine Klagen zu Ohren gekommen. An der Conrad-von-Ense-Schule würden sich regelmäßig junge Erwachsene mit ihren Autos treffen. „Wenn mir auffällt, dass sie rasanter fahren, spreche ich sie direkt an.“

Bei der Diskussion auf Facebook beschwerten sich einige Nutzer darüber, dass immer alles auf die Jugend geschoben werde. Andere äußerten Verständnis. Schließlich fahre man nicht weit weg, „um fünf Minuten mit dem Auto faxen zu machen“. Auf Anzeiger-Anfragen reagierten die Nutzer entweder gar nicht, oder sie gaben an, sich nicht äußern zu wollen. Auch eine direkte Ansprache habe laut Anwohnern bislang wenig Erfolg gezeigt.

Dass in der Vergangenheit auf dem Parkplatz bei Penny und Netto im Geschäftszentrum zwischen Bremen und Parsit schon mehrfach die Reifen gequietscht haben, müssen, das wird auch durch die schwarzen Kreise auf dem Pflaster mehr als deutlich. „Die Spuren stammen sicher nicht von den anliefernden Lkw“, so ein Anwohner. Er hofft, dass nach der Diskussion bei Facebook bei den „Ruhestörern“ oder bei ihren Eltern nun das Nachdenken einsetzt. Er wollte eben nicht gleich die Polizei einschalten.

Quelle: Soester Anzeiger

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