„Wohnen im Park“ in Bremen

Architektin mit Zukunft: Madeleine Wrede wird ausgezeichnet - ihr Arbeitgeber freut sich

Das Mehrfamilienhaus der Anlage „Wohnen im Park“ am Spring in Bremen wurde von Madeleine Wrede geplant.
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Das Mehrfamilienhaus der Anlage „Wohnen im Park“ am Spring in Bremen wurde von Madeleine Wrede geplant.

 Madeleine Wrede ist von der Fachhochschule Dortmund als beste Absolventin des Fachbereichs Architektur 2019/2020 ausgezeichnet worden. Die 28-jährige Hünningerin wohnt seit einigen Monaten im Mehrfamilienhaus „Wohnen im Park“ am Spring – ein Gebäude, das sie selber entworfen hat. Von ihrem Chef Franz-Josef Schramm vom gleichnamigen Ingenieurbüro gibt es großes Lob.

Bremen - Ihren Master hat Madeleine Wrede seit mehr als einem Jahr in der Tasche, ihre Masterarbeit würdigte die Fördergesellschaft der Fachhochschule nun auf der virtuellen Akademischen Jahresfeier im Dezember. „Ich habe mich damit beschäftigt, wie man die Innenstadt in Werl beleben kann“, sagt Madeleine Wrede zur Arbeit.

„Sie wird meine Nachfolgerin“

Der Name: Stadt Werl – Impulsgeber Leerstand. Wrede hat Passanten in Werl nach ihren Wünschen für die Innenstadt befragt, die bestehenden Gebäude in der Fußgängerzone fotografiert, analysiert und später Modelle erstellt. „Die Menschen haben sich Einkaufs-, Kunst- und Kulturmöglichkeiten gewünscht“, sagt Madeleine Wrede. In ihrem Entwurf hat sie versucht, diese Anregungen umzusetzen. So sollte beispielsweise aus dem alten Amtsgericht ein Bürger- und Jugendzentrum werden, „vielleicht mit einem kleinen Kino“, so eine von mehreren Ideen Wredes für die Wallfahrtsstadt. „Werl hat viel Potenzial“, sagt sie.

Werl im Modell: Schwarz eingefärbt sind zwei Gebäude, die Madeleine Wrede in ihrer Arbeit überplant hat. Im Hintergrund ist die Innenstadt im kleineren Maßstab.

Die 28-Jährige hat ihr berufsbegleitendes Masterstudium in „Ressource Architektur“ in Regelstudienzeit abgeschlossen. Nach einem sehr erfolgreichen Bachelorabschluss, sollte ein guter Master folgen, hatte sich Madeleine Wrede fest vorgenommen. „Das hat noch besser geklappt“, sagt sie zufrieden über ihren Abschluss mit der Note 1,2. Seit 2013 ist Wrede für das Ingenieurbüro Schramm in Höingen tätig, seit drei Jahren ist sie fest angestellt. „Sie wird meine Nachfolgerin“, sagt Diplom-Ingenieur Franz-Josef Schramm. Nach einem Praktikum ist Wrede in das Unternehmen hineingewachsen. „Sie ist sehr engagiert, hat auch schon größere Projekte in Bearbeitung“, erklärt Schramm. Die Praxis habe ihr im Studium eine gute Ausgangsposition verschafft.

Mit dem Entwurf für das „Wohnen im Park“ hat sich Madeleine Wrede einen ersten Traum erfüllt. Sie ist stolz darauf, es geschafft zu haben, mit den alten Ziegelsteinen des St.-Josefs-Krankenhauses, die Geschichte des Ortes im Sockel des neuen Gebäudes zu integrieren. Madeleine Wrede hat das Gebäude so gut gefallen, dass sie gleich selber miteingezogen ist.

Während im Innern die Mieter und Wohnungseigentümer bereits dem Alltag nachgehen, soll der weitläufige Außenbereich noch gestaltet werden. Eine niedrige Hecke soll Garten und Park voneinander abgrenzen, ohne die Sicht zu nehmen, auch eine Streuobstwiese soll gepflanzt werden.

Alte Hofstelle und Industriegebäude

Madeleine Wrede will an ihrer Umgebung mitgestalten, an den Bau von Wolkenkratzern in einer Millionenmetropole, verschwendet sie keine Gedanken. Die Größe des Unternehmens habe es ihr ermöglicht, in ihrer noch jungen Karriere bei Projekten federführend mitzuwirken. Mal einen Kindergarten oder ein Mehrgenerationenhaus zu entwerfen, das habe einen Reiz, sagt sie. Und in Ense gebe es viele Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben: „Es gibt viele alte Industriegebäude und Hofstellen, das ist schon sehr interessant.“ Finden sich Investoren, lassen sich die bestimmt gut überplanen, sagt sie und lacht.

Das Ingenieurbüro

Architektin Madeleine Wrede (28) ist angestellt beim Ingenieurbüro Schramm in Höingen. „Es ist ein sehr familiäres Unternehmen“, sagt Wrede. Das Team von Diplom-Ingenieur Franz-Josef Schramm ist fünfköpfig – neben dem Chef gibt es drei Planerinnen und eine Bewehrungszeichnerin. „Meine Frau arbeitet im Büro“, erklärt Schramm weiter. Auf der Homepage des Unternehmens heißt es: „Wir begleiten sie von der Entwurfsplanung bis zum Bauantrag über die Statik hin zum fertigen Objekt“. Seit 1984 ist der mittlerweile 71-jährige Franz-Josef Schramm in Höingen tätig, den Ruhestand hat er vor Augen. „Wir arbeiten am Übergang“, so Schramm.

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