Barbara Klein für den Umweltpreis der Gemeinde Ense vorgeschlagen  

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Ihre Imkerei ist auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Dort informiert Barbara Klein über die Bienenhaltung.

Oberense - Imkerin Barbara Klein aus Oberense ist für den Umweltpreis der Gemeinde Ense vorgeschlagen. Der Anzeiger besuchte sie.

Im Garten von Barbara Klein wimmelt es nur so von größeren und kleineren Tieren. Ein Hund, fünf Katzen, zehn Hühner und fünf Laufenten haben bei ihr in Oberense ein Zuhause gefunden. Reichlich Leben herrscht auf dem weitläufigen Grundstück.

All das aber ist noch lange nichts in den Sommermonaten. Dann summt und brummt es nur so an der Bremer Straße. Und das aus einem guten Grund: 18 Bienenvölker nämlich nennt die Imkerin mittlerweile ihr Eigen. Das entspricht im Sommer rund 900.000 Bienen, um deren Haltung, Zucht und Vermehrung sie sich kümmert. Im Winter sind es mit knapp 110.000 zwar spürbar weniger, aber immer noch reichlich.

Und so hält dieses Hobby Barbara Klein mächtig auf Trab, ist sehr zeitintensiv. Gleichwohl hat sie sich damit einen Kinderheitstraum erfüllt, wie sie im Gespräch mit dem Anzeiger verrät. Übrigens wenige Tage bevor ihr am kommenden Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr im Planungs- und Umweltausschuss auf Empfehlung der Verwaltung der Umweltpreis der Gemeinde Ense zugesprochen werden soll. 

Barbara Klein ist seit acht Jahren Imkerin, wobei die Zuneigung zu den Bienen sie schon seit ihrem 14. Lebensjahr begleitet. Doch bevor das erste Volk angeschafft wurde, sollten knapp drei Jahrzehnte vergehen, stand ihr in der Anfangszeit zudem eine „Imker-Mutter“ zur Seite, der sie über die Schulter schauen konnte, um die Imkerei quasi von der Pike auf zu lernen. 

Mittlerweile steht Barbara Klein als Imkerin auf eigenen Beinen, ist ihr Bienen-Bestand kontinuierlich gewachsen. Wie gut sie dabei ihre Tiere kennt, zeigt ein kleines Beispiel. „Ich rieche die Laune der Bienen förmlich“, schmunzelt sie. Allergische Reaktionen durch unvermeidliche Stiche haben mittlerweile deutlich nachgelassen. 

Wobei Barbara Klein sich ihrem Hobby sozusagen mit ganzer Hingabe verschrieben hat. Denn nicht nur, dass die gebürtige Oberenserin stellvertretende Vorsitzende im Imkerverein Ense ist. Seit zwei Jahren ist sie Bienensachverständige und unter anderem auch ehrenamtlich für das Veterinärsamt Soest im Krisenfall im Einsatz. In dieser Funktion unterstützt sie Imkerkollegen und Neuimker. Voraussetzung für diese Arbeit war eine Schulung bei der Landwirtschaftskammer. Dort lernte sie, Bienenkrankheiten zu erkennen und kranke Bienenvölker zu sanieren. Allein im vergangenen Jahr wurden von ihr 500 Bienenvölker von über 60 Imkern im Kreis Soest beprobt.

Doch damit nicht genug: Ab dem nächsten Jahr wird Barbara Klein als Schulungsreferentin für den Landesverband Westälischer-Lippischer Imker tätig sein. Für ihre Nominierung als Trägerin des Umweltpreises der Gemeinde Ense 2019 dürfte aber auch die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass Barbare Klein ihre kleine Imkerei an der Bremer Straße für die Öffentlichkeit öffnet und dort über Bienen, Bienenhaltung, das Insektensterben und die Gewinnung von Honig informiert. Ein ganz wesentlicher Beitrag, für einen bewussten Umwelt- und Artenschutz zu ermutigen. Auch die Kinder des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ haben sich schon vor Ort über die Bienenhaltung und die Herstellung von Honig informiert. Die Schaukästen in der Bremer Heide wurden von ihr in Zusammenarbeit mit der Conrad-von-Ense bestückt. Schulen, Kindergärten, Vereine und Privatpersonen können sich so über die Bienen informieren. 

Dass die Imkerei in jüngerer Vergangenheit auch aufgrund eines veränderten Bewusstseins mit Blick auf das viel diskutierte Artensterben verstärkt Zulauf erfährt, freut die ausgebildete Drogistin und Kinderpflegerin, die aktuell in einem Kindergarten arbeitet. Insofern versteht sie die in Aussicht gestellte Auszeichnung auch als einen Beitrag, das Verständnis für den Artenschutz wach zu halten.

In den nun beginnenden Wintermonaten, wenn es an den Völkern ruhiger ist, bleibt Barbara Klein Zeit für die Planung des kommenden Jahres und natürlich auch für Fortbildungen, bei denen sie viele Imkerkollegen trifft und so die Möglichkeit erhält, Erfahrungen auszutauschen.

Quelle: Soester Anzeiger

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