Bittinger sind mit Plänen zur Konzentrationszone unzufrieden

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Windräder, wohin das Auge blickt. In Bittingen spricht man schon jetzt von einer „erdrückenden Wirkung“ der vorhandenen „Mühlen“. Durch eine neue Konzentrationszone für zwei weitere Anlagen befürchtet man weitere Belastungen und fordert deshalb größere Abstände zur Bebauung.

Bremen/Bittingen - Die Ausweitung der Abstandsfläche von 400 auf 450 Meter zwischen der ersten Wohnbebauung und der geplanten neuen Konzentrationszone für Windkraftanlagen östlich von Bittingen geht den Anwohnern des Ortsteils nicht weit genug. Allerdings sieht die Verwaltung keinen Spielraum mehr für ein weiteres Entgegenkommen – schon gar nicht auf die gewünschten 600 Meter.

Das zumindest hat Enses Beigeordneter Andreas Fresen am Donnerstagabend im Planungsausschuss deutlich gemacht und den im Ratssaal stark vertretenen Bittingern auch gleich die Begründung für diese Einschätzung mitgeteilt: Jede weitere Vergrößerung des jetzt vorgesehenen Abstands von 450 auf vielleicht „nur“ 500 oder gar 600 Meter würde nämlich – infolge anderweiter Begrenzungen, die eine Ausdehnung in andere Richtungen nicht zulässt – zu einer derartigen Verkleinerung der Konzentrationszone führen, dass sie als solche überhaupt keine Anerkennung mehr finde. Andererseits ist die Gemeinde Ense gezwungen, eine Vorrangfläche auszuweisen, um der Windkraft-Nutzung „substantiellen Raum“ zu geben, wie es heißt. Die Abstandsfläche gerade von 450 Metern wird hierbei nicht als Willkür betrachtet. Vielmehr gelte bei 150 Meter hohen Rädern die dreifache Höhe als Größenordnung für den Abstand zur Bebauung als einigermaßen gerichtsfest.

Indes: Die Bittinger zeigten wenig Verständnis für die vorgebrachten Argumente, verwiesen auf die mitunter jetzt schon erkennbar „erdrückende Wirkung“ der vorhandenen „Mühlen“ rund um ihren Ort. Wobei Andreas Fresen ihnen eine Sorge definitiv nehmen konnte: In der neuen Konzentrationsfläche sollen maximal zwei Räder stehen, wobei deren Höhe durch die vorhandene Größe der Vorrangfläche begrenzt sei.

Die CDU wiederum nutzte die Sitzung am Donnerstagabend für eine unmissverständliche Forderung: So beauftragte Ausschussmitglied Thomas Stock die Verwaltung, mit den beiden Investorengruppen für die neuen Räder eine rechtsverbindliche Vereinbarung zu treffen, wer wo welche „Mühle“ bauen darf. Denn bislang gebe es zwischen den Investoren noch keine Einigung darüber, in welcher Anordnung die beiden Räder stehen sollen, so die Erklärung der Mehrheitsfraktion

Wobei Politik und Verwaltung den Bittingern ein Versprechen am Donnerstag gaben: Vor einer endgültigen Beschlussfassung über die Ausweisung einer Konzentrationszone nördlich von Bittingen wird man eine Bürgerversammlung durchführen – und zwar vor Ort, wie die Anwohner forderten.

Der Protest der Bittinger gegen die Planung einer Konzentrationszone für Windkraftanlagen nördlich ihres Dorfes ist dabei nicht neu. Im September des vergangenen Jahres hatten sie bereits eine Eingabe formuliert und sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Quelle: Soester Anzeiger

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