Bittinger wollen „keine Umverteilung“ zu ihren Lasten

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Um die Windkraft dreht sich alles in der Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 26. Juli in Ense.

Bittingen - Die Gegner der Ausweisung einer Sonderbaufläche für die weitere Nutzung von Windkraft nord-östlich von Bittingen „appellieren (...) nochmals an die Entscheidungsträger, hier keine Umverteilung zu Lasten der Bittinger Bevölkerung auf den Weg zu bringen und ihr Mandat als Bürgervertreter ernst zu nehmen.“

Und: „Außer den wirtschaftlichen Interessen der drei Investoren und möglicherweise auch noch des Besitzers der potenziellen Baufläche in Niederense spricht aber auch gar nichts für die Errichtung weiterer Großanlagen im Bittinger Umfeld.“

Das jedenfalls schreibt Günther Werner, Sprecher der Bittinger Initiative gegen eine Windkraft-Planung, in einer Stellungnahme für den Anzeiger mit Blick auf die am Dienstagabend, 26. Juli, stattfindende Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses, der sich um 18 Uhr im Rathaus mit der Ausweisung von Sonderbauflächen für die Windkraft in Ruhne/Waltringen sowie Bittingen befasst.

Doch nicht nur das: „Der hierzu von der Gemeinde aufgeführte Eiertanz ist für die betroffenen Bittinger Bürger weder rechtlich noch moralisch nachvollziehbar“, heißt es weiter. Die bisher von der Gemeinde propagierte rechtliche Verpflichtung zur Ausweisung einer Vorrangzone nordöstlich von Bittingen habe sich als falsch erwiesen. Also wechsle man das Verfahren, rücke von einer Ausweisung von Konzentrationszonen zugunsten von Sonderbauflächen ab „mit täglichen Nachbesserungen auf Wunsch der Investoren.“

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Wobei man Günther Werner auch nach der Motivation bzw. der eindeutigen Zielsetzung fragt. Schließlich, so seine Ausführungen, hingen weder „das Wohl der Gemeinde noch die Existenz der Investoren an der Verwirklichung des Projekts“ ab, sehr wohl aber die Beeinträchtigung und das Wohlbefinden der Bittinger Bürger. „Was nutzt die gebetsmühlenartige Wiederholung und Anerkennung der von den Bittingern vorgebrachten Ablehnungsgründe, wenn unterm Strich nur die Belange der Investoren berücksichtigt werden?“ fügt Günther Werner an.

Bürgermeister Hubert Wegener wiederum hält er dabei Aussagen aus Heimat-Journal „Ense-Press“ vom Juli 2016 entgegen, in dem der Verwaltungschef geschrieben hatte, dass „..durch neue Projekte oder die Veränderung von vorhandenen Anlagen keine Umverteilung von unerträglichen Belastungen der benachbarten Bürgerinnen und Bürger erfolgen darf“. Genau „das soll aber hier passieren. Bittingen, ohnehin schon mit 41 Prozent aller Enser Windkraftanlagen im direkten Umfeld belastet, bekommt für zwei kleine Windräder mit rund 70 Meter Höhe zwei neue mit mindestens 120 Höhe“, so Günther Werner und fügt als Grund dafür an: „Damit in Niederense weiteres Bauland ausgewiesen werden kann!“

Aktuell stünden dem Vorhaben noch die zwei Windräder südlich der B 516 im Weg. Diese Windräder würden aber früher oder später ohnehin nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sein. Gleiches gelte für die Bestandsanlagen nordöstlich von Bittingen. Insgesamt werde sich das Landschaftsbild also im Laufe der Jahre bereinigen. „Und darin liegt auch die Hoffnung der Bittinger Anwohner. Diese Hoffnung würde sowohl mit einer Vorrangzone als auch mit einem Bebauungsplan für Generationen zerschlagen.“

Quelle: Soester Anzeiger

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