Bremen: Neue Wohnanlage trotz Bedenken abgesegnet

So könnte die neue Wohnanlage aussehen. Investor Wilhelm Wrede jedenfalls präsentierte der Politik entsprechende Pläne.

Bremen - Die Firma Pauli sieht eine „massive Wohnbebauung“ auf dem Gelände des Georg-Werks in Bremen „in der Nähe zu den anliegenden Gewerbegrundstücken“ problematisch und befürchtet „Dissonanzen“. Auf der Grundlage des Paragraphen 34 Baugesetzbuch hält Firmeninhaber Franz-Bernd Pauli das Ansinnen gar „für nicht rechtens.“ Gleichwohl hat das Vorhaben die erste Hürde genommen. Zumal dem ehemaligen Krankenhaus zwar ein „hoher Erinnerungswert“ zugesprochen wird, aus dem sich aber „keine Denkmalwürdigkeit ableiten“ lasse.

Und so stimmte der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend einstimmig dem Antrag zu, dass „Haus 1 am Spring“ samt Nebengebäude abzureißen und damit Platz zu machen für einen dreigeschossigen Neubau mit circa 30 Wohneinheiten für barrierefreies und inklusives Wohnen. Dabei dürfte es nicht zuletzt die gut vorbereitete Präsentation des Vorhabens unter anderem durch Investor Wilhelm Wrede gewesen sein, der die Politik überzeugte, so dass sie die schriftlich vorgetragenen Bedenken der Firma Pauli zwar zur Kenntnis nahm, diesen aber nicht folgen wollte.

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So hatte der Unternehmer in seinem Schreiben gefordert, dass eine Neubebauung des Grundstücks durch die Gemeinde mit der Beteiligung aller Bürger geregelt werden sollte. Dies, so Franz-Bernd Pauli, könne nur durch einen qualifizierten Bebauungsplan geregelt werden. „In diesem Verfahren könnten alle Bedenken und Anregungen abgewogen werden“, heißt es dem Schreiben an die Verwaltung weiter. Indes: Politik und Verwaltung folgten diesem Vorschlag nicht, zumal ihnen versichert wurde, dass sowohl der Abriss des bestehenden Gebäudes als auch der Neubau vom Kreis Soest als unproblematisch bewertet würden, wie man bei einer ersten Vorstellung erfahren habe. Deshalb wolle man jetzt eine offizielle Bauvoranfrage beim Kreis Soest stellen und setze auf einen Abriss dann im zweiten Quartal des kommenden Jahres.

Erschließen möchte man die neue Wohnanlage, zu der 40 Stellplätze für die 28 Wohnungen gehören, über eine zweite Zufahrt. Und wie Investor Wilhelm Wrede, der das Vorhaben mit Andreas Rother betreiben möchte, signalisierte, hält man auch einen Erhalt der öffentlichen Toilettenanlage auf dem Grundstück für denkbar. Hier müsse man lediglich über die spätere Pflege Einigung erzielen.

Dass die Wohnanlage zu Konflikten mit der benachbarten Industrie führen könnte, halten die Investoren für ausgeschlossen. So sei die Nähe der Firma Pauli zum Baugebiet am Rauschenberg wesentlicher geringer als die zum neuen Wohnhaus. Auch eine Einschränkung der Industrie sieht Investor Wilhelm Wrede nicht. Traditionelle Veranstaltungen im Park am Spring, wie das Vogelschießen oder das Eselrennen, würden ebenfalls durch das neue Wohnhaus nicht negativ berührt, so der Investor.

Wie berichtet, unterhält das Sozialwerk St. Georg am Standort in Bremen seit 30 Jahren drei Wohnhäuser für Menschen mit Behinderungen, das so genannte „Haus am Spring“ und die zugehörigen Häuser Waterlappe 15 und 17. Für das „Haus am Spring“ wird jedoch derzeit ein Ersatzbau in Unna errichtet, der im ersten Quartal 2016 fertig gestellt und voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals bezogen wird. Das „Haus am Spring“ wird mit der Inbetriebnahme des Neubaus in Unna leer stehen. Indes: Weil der Altbau „mit vertretbaren Mitteln nicht modernisiert werden“ könne, außerdem kein Bedarf an der weiteren Nutzung dieses Wohngebäudes für Menschen mit Behinderungen bestehe, soll das gut 6 000 Quadratmeter große Areal einer anderen Nutzung zugeführt werden. Und durch das Sozialwerk St. Georg wurde eine städtebauliche Konzeption entwickelt, die den Abbruch des Gebäudes vorsieht und weiterhin einen möglichen Ergänzungsbau auf dem Grundstück der Häuser Zur Waterlappe 15 und 17 vorsieht.

Planungsrechtlich, so Verwaltung und Politik, befindet sich das Vorhaben im unverplanten Innenbereich und ist somit von der Kreisbehörde zu genehmigen. Die planungsrechtliche und immissionsschutzrechtliche Zulässigkeit ist von dort zu prüfen.

In einer gesonderten Stellungnahme für die Sitzung am Donnerstag hatte Horst Brauckmann als Beauftragter für die Denkmal- und Bodendenkmalpflege dem Gebäude fehlende Denkmalwürdigkeit attestiert, weshalb es auch nicht in die Denkmalliste aufgenommen worden sei.

Quelle: Soester Anzeiger

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