Altes Fachwerkhaus

Bürger wollen traditionelle Gaststätte retten

Bürgermeister Rainer Busemann (links) und die Initiatoren für die Gründung einer Genossenschaft für die Alte Post in der Bremer Ortsmitte: (von links) Jürgen Schwegmann, Ulrich Düser, André Cleemann, Jeanette Bahne, Markus Spiekermann, Michél Pensky-Bauerdick, Elmar Suermann, Christian Schlösser, Kerstin Häken, Thomas Stock, Barbara Vielberg, Andreas Düser, Franz-Josef Hering, Christian Häken, Rudi Schulte, Stefan Willers und Markus Bahne. Auf dem Foto fehlt Mirjam Rother.
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Bürgermeister Rainer Busemann (links) und die Initiatoren für die Gründung einer Genossenschaft für die Alte Post in der Bremer Ortsmitte: (von links) Jürgen Schwegmann, Ulrich Düser, André Cleemann, Jeanette Bahne, Markus Spiekermann, Michél Pensky-Bauerdick, Elmar Suermann, Christian Schlösser, Kerstin Häken, Thomas Stock, Barbara Vielberg, Andreas Düser, Franz-Josef Hering, Christian Häken, Rudi Schulte, Stefan Willers und Markus Bahne. Auf dem Foto fehlt Mirjam Rother.

Die Weichen sind gestellt: Die Gaststätte „Zur alten Post“ in der Bremer Ortsmitte soll in wenigen Wochen Eigentum einer Genossenschaft werden. Zwar steht die Gründung der Genossenschaft noch aus, mit dem Eigentümer haben sich die Initiatoren aber bereits geeinigt. Ein zukunftsfähiges Konzept soll den Gaststättenbetrieb samt Hotel aufrechterhalten. Jetzt sind die Initiatoren auf der Suche nach Genossen.

Bremen - „Es gibt viele Beispiele, in denen tatkräftige Bürger sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, schreibt Markus Bahne aus dem Kreis der Initiatoren in einer Mitteilung. Dabei sei es egal, ob Kneipe, Restaurant, Einkaufsmöglichkeit oder offener Treff – in einem Punkt seien sich alle einig: „Wenn man mit Herzblut und Leidenschaft ein Projekt in Angriff nimmt, wird es erfolgreich sein.“

Mit diesem Versprechen wollen die Initiatoren das Projekt Genossenschaft starten. Auf dem Weg zur Gründung habe man in den vergangenen Monaten bereits einige Hürden gemeistert, sagt Markus Bahne. So habe sich die Gruppe aus Enser Bürgern mit Eigentümer Armin Mönkebüscher geeinigt. Der Kauf des historischen Fachwerkhauses soll nach der Gründung abgeschlossen werden. Läuft alles nach Plan, ist die Gründung der Genossenschaft in den nächsten Wochen vollzogen, erklärt Bahne weiter. Unter anderem fordere der Genossenschaftsverband einen Businessplan sowie eine Satzung für die Gründung einer neuen Genossenschaft. „Wir sind schon sehr weit“, sagt Markus Bahne.

Was ist eine Genossenschaft?

Gemeinsam seine Ziele besser erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft, heißt es auf der Homepage des Genossenschaftsverband – Verband der Regionen in Nordrhein-Westfalen. Demnach bietet sich eine genossenschaftliche Kooperation immer dann an, wenn das Verfolgen eines wirtschaftlichen Ziels die Leistungsfähigkeit des Einzelnen übersteigt, zugleich aber die selbstständige Existenz gewahrt werden soll. Für die Gründung einer eingetragenen Genossenschaft werden mindestens drei Gründungsmitglieder benötigt, so heißt es beispielsweise auf der Homepage genossenschaftsgruendung.de. Weiter: Wenn man von Beginn an mit einem zweiköpfigen Vorstand und einem dreiköpfigen Aufsichtsrat arbeiten möchte, werden aber fünf Gründungsmitglieder benötigt. Anschließend müssen ein Wirtschaftsplan – mindestens für drei Jahre – sowie die Struktur der Genossenschaft festgelegt werden.

Das historische Gebäude neben der Pfarrkirche St. Lambertus und dem Rathaus ist eines der ältesten im Zentralort. Durch Anbauten in den 60er- und 80er-Jahren sei die Fläche der Alten Post stetig erweitert worden, heißt es in der Mitteilung. Der vordere Bereich der Alten Post umfasst ein Restaurant mit Hotelzimmern in der ersten Etage. Im mittleren Bereich des Gebäudes befindet sich die Küche, darüber eine Pächterwohnung. Im hinteren Teil schließt ein großer Saal mit eigener Theke an, der für Festivitäten und Events genutzt werden kann.

Pachtvertrag der Gemeinde endet

In den vergangenen Jahren wurde die Alte Post von Armin Mönkebüscher an verschiedene Gastronomen verpachtet. Nachdem der Eigentümer andere Nutzungsmöglichkeiten für Gebäude und Grundstück geprüft hatte, sprang die Gemeinde zunächst als Pächter ein, um den Erhalt des Gebäudes zu sichern. Der Pachtvertrag der Gemeinde sowie der derzeitigen Pächter Denis und Vladica Mikic endet am 30. April.

Bürgermeister Rainer Busemann ist froh, dass eine Lösung für den Erhalt des Gebäudes gefunden wurde: „Dafür haben wir uns eingesetzt. Die Genossenschafts-Lösung unterstütze ich. Das Engagement der Bürger ist lobenswert.“ Die Mitglieder der Genossenschaft tragen die Kosten für den Kauf und die Renovierung der Alten Post gemeinsam. Die Genossenschaft setzt sich zusammen aus Vorstand, Aufsichtsrat und den Mitgliedern, teilen die Initiatoren mit. Um Mitglied der Genossenschaft zu werden, müssen ein oder mehrere Anteile erworben werden. „Für 1000 Euro können die Mitglieder später einen Anteil an der Alten Post erwerben“, erklärt Markus Bahne. Unabhängig von der Anzahl der Anteile erwerben Bürger nur ein Stimmrecht für Wahlen und Abstimmungen in der Genossenschaft.

Eine mögliche Dividende – Teil des Gewinns – wird je nach Anteilen ausgeschüttet. Eine Dividende sei aber nicht vorrangiges Ziel der Genossenschaft, so Bahne, ohnehin sei es zunächst notwendig, für den Kauf und die Renovierung des Gebäudes mit Banken zu sprechen.

Insgesamt rechnen die Initiatoren mit einem Gesamtvolumen im mittleren sechsstelligen Bereich.

Der Umfang der Renovierungsmaßnahmen hänge auch von der Anzahl der Mitglieder ab, die Anteile erwerben und damit finanzielle Mittel bereitstellen.

Katalog für die Renovierung

Ein Gutachten der Gemeinde aus dem vergangenen Jahr zeige die notwendigsten Renovierungsarbeiten auf. Dazu zähle auch die Erneuerung des Dachs, sagt Markus Bahne. Ein Katalog mit anfallenden Arbeiten soll erstellt werden.

In den nächsten Tagen wollen die Initiatoren Gespräche mit an einer Mitgliedschaft interessierten Bürgern führen. Die Gruppe betont, dass das historische Gebäude ein Ort des Miteinanders für alle Bürger sei und die Möglichkeit für Treffen und Versammlungen biete. Mit der Fortführung der Alten Post als Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeit soll diese Möglichkeit im Ort erhalten bleiben.

Kontakt und Info

Interessierte können sich auf der eingerichteten Homepage www.AltePostEnse.de informieren und sich über die E-Mail

info@AltePostEnse.de mit den Initiatoren in Verbindung setzen.

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