Doris Keysselitz führt weiter den „Enser Warenkorb“

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Sind zufrieden mit der Entwicklung des „Warenkorbs“ seit Gründung 2010 und halten die Einrichtung zudem für „nötig“: die Vorstandsmitglieder Alois Franz, Günter Bachhofen, Doris Keysselitz, Horst-Peter Robbert, Johannes Weber, Barbara Ritter und Marita Nehls (von links), die für eine weitere Amtszeit die Geschicke des Vereins lenken.

BREMEN -  Der „Enser Warenkorb“ hat im vergangenen Jahr Lebensmittel im Wert von rund 335 000 Euro an Bedürftige ausgegeben, davon gingen Waren im Wert von 91 000 Euro ins benachbarte Wickede. Dabei nutzten insgesamt 438 Personen das Angebot im Schatten der Lambertuskirche. Das wiederum bedeutet eine Steigerung von 44,3 Prozent zum Vorjahr.

Diese Zahlen hat der Trägerverein des „Enser Warenkorbs“ am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung in der „Alten Post“ mitgeteilt. Zudem wurden die Weichen für die Zukunft gestellt, wobei zumindest personell alles beim Alten bleibt.

Denn einstimmig wurde das Führungsteam bestätigt. So bleibt Doris Keysselitz Vorsitzende, Johannes Weber ihr Stellvertreter, Günter Bachhofen Kassierer und Schriftführer Alois Franz. Neu in den Kreis der Beisitzer wurde Horst-Peter Robbert aufgenommen, zu dem ferner Barbara Ritter und Marita Nehls gehören. Es wurde beschlossen, dass die Amtszeit des Vorstands von bisher zwei auf drei Jahre verlängert werden soll. Allerdings tritt diese Neuerung erst in Kraft, sobald die Neufassung der Satzung gültig ist, so dass die Wahl von Donnerstag noch für die Dauer von 24 Monaten gilt, wie Johannes Weber betonte.

Wobei die große Akzeptanz des 2010 gegründeten „Warenkorbs“ nach wie ungebrochen ist und sogar noch wächst. So zählt der Verein aktuell 117 Mitglieder, absolvierten die 31 freiwilligen Helfer im vergangenen Jahr 3 417 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, wofür sich der Vorstand ausdrücklich bedankte. Wesentlicher aber: Die Zahl der ausgegebenen „Warenkörbe“ an Bedürftige steigt. Waren es 2013 insgesamt 3 067, so verzeichnete man im vergangenen Jahr eine Zunahme um 18,6 Prozent auf 3 124. Davon gingen 844 „Warenkörbe“ nach Wickede, was einem Anteil von 27 Prozent entspreche, wie Alois Franz ausführte.

Von Armut gefährdet sind nach Auskunft der „Warenkorb“-Verantwortlichen in der Gemeinde Ense 772 Personen. Davon sind 503 Erwachsene und 269 Kinder. Diese leben in 339 Bedarfsgemeinschaften. Zum Einkauf im „Warenkorb“ wurden dabei fürs Jahr 2015 insgesamt 176 Berechtigungskarten ausgestellt (davon für 60 in Wickede), und zwar für 261 Erwachsene (89 aus Wickede) und 177 Kinder (59 aus Wickede), womit 438 Personen (148 aus Wickede, womit man 37,6 Prozent der Betroffenen erreicht. Eine Zahl, die zeige, „wie nötig“ die Einrichtung auch in der Gemeinde Ense sei, wie Doris Keysselitz ergänzte und darin sowohl von Bürgermeister Hubert Wegener als auch von der Sozialarbeiterin der Gemeinde Ense, Brigitte Kösling, Unterstützung erfuhr. So sei die Einrichtung aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken, dürften die Verantwortlichen und Helfer stolz auf das Geleistete sein.

Mit dem Kauf eines erforderlichen Kühlwagens rechnet man im Vorstand dabei nicht vor 2016. Zum einen reichten die bislang gesammelten Spenden noch nicht für den Erwerb aus. Zum anderen hofft man auf Förderungen durch das Crowdfunding über Volksbank Hellweg und vor allem über Zuwendungen über „Leader“. Werde Ense hier durch das Land als Region anerkannt, dann winkten Zuschüsse bis zu 65 Prozent. Bürgermeister Hubert Wegener jedenfalls sicherte zu, den Kauf eines neuen Kühlwagens zum „Starterprojekt“ zu machen, komme man als „Leader-Region zum Zug.

Allerdings hatte der Verwaltungschef auch eine Bitte bzw. formulierte eine Anregung. So möge man im „Warenkorb“-Trägerverein doch einmal überlegen, ob es möglich sei, in Niederense eine Art zweite Ausgabestelle einzurichten. Hintergrund für die Anfrage sei die zunehmende Zahl von ausländischen Flüchtlingen, die man auch in Niederense betreue. Jedoch wurde in der Versammlung eher das Gedankenspiel favorisiert, über das „EnseMobil“ der „Freiwilligen Agentur“ für einen Transfer der Betroffenen von Niederense nach Bremen sorgen. Vereins-Vorstand und Bürgermeister sagten aber in jedem Fall zu, wegen dieser Frage weiter im Gespräch zu bleiben. - det

Quelle: Soester Anzeiger

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