Stromtrasse behindert Erweiterung des Höinger Industrieparks

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Aufbruchstimmung über dem Industriepark: Die Gemeinde Ense möchte auf 10,6 Hektar zwischen Biogasanlage (links im Bild) und dem bestehenden Gewerbe (im Hintergrund) weitere Firmen ansiedeln. Doch damit die Fläche optimal genutzt werden kann, müsste der Strommast (unter dem Wolkenloch) erhöht werden.

Höingen - Das Interesse an Gewerbeflächen in Ense sei groß, sagte Bürgermeister Hubert Wegener  bei der Informationsfahrt der Gemeinde. „Zurzeit kommt jede Woche eine Anfrage.“ Ense treibt deshalb die nächste Erweiterung des Industrieparks in Höingen voran. Doch eine Stromtrasse bereitet Sorgen.

2018 könnten die ersten Firmen bauen, hofft Wegener. Doch bis dahin, sind noch einige Fragen zu klären. Zum Beispiel, ob Amprion bereit ist, seine Stromleitungen höher zu hängen. Der Industriepark in Höingen umfasst zurzeit etwa 85 Hektar. Der Rat hat bereits vor einem Jahr die Grundlagen für eine Erweiterung um 10,6 Hektar zwischen der Straße „Zum Sauerland“ und der Biogasanlage gelegt. Inzwischen signalisierte auch die Bezirksregierung Zustimmung. Doch nach jetzigem Stand wird ein Teil der Fläche nicht nutzbar sein, weil dieser unter einer Überlandleitung des Netzbetreibers Amprion liegt. 

Die hängt ausgerechnet an der Stelle, an der die neuen Gewerbebetriebe angesiedelt werden sollen, so tief, dass dort noch nicht mal eine Straße darunter durchzuführen sei, wie Wegener bei der Besichtigung vor Ort anmerkte. Deshalb müsse man zum Beispiel auf eine wünschenswerte Ringerschließung verzichten und die Straße möglichst nah am Masten vorbeiführen. Außerdem führen die vorgeschriebenen Abstandskorridore für solche Leitungen dazu, dass weniger Fläche überplant werden kann. Die Gemeinde stehe zurzeit im E-Mail-Verkehr mit Amprion, sagte Wegener. „Aber da sind noch dicke Bretter zu bohren.“ Schließlich genießt die Leitung Bestandsschutz und die Erhöhung würde den Netzbetreiber viel Geld kosten. Unproblematisch sei hingegen die kleinere, parallel verlaufende Stromtrasse von Westnetz, erläuterte der Beigeordnete Andreas Fresen. Hier ließe sich die darunter liegende Fläche zum Beispiel als Parkplatz nutzen. 

Fresen bestätigte die große Nachfrage nach Flächen: „Wir sind in der glücklichen Lage, auswählen zu können“, so der Beigeordnete. Und im Vordergrund bei dieser Auswahl stünde die Zahl der Arbeitsplätze. „Was wir nicht wollen, sind Logistikfirmen, die viel Fläche brauchen, aber wenig Arbeitsplätze schaffen.“ Nachfragen gebe es sowohl von Enser Firmen, die erweitern wollen, als auch von außerhalb. Langfristig sei es zudem ein Ziel, Firmen, die inmitten von Wohnbebauung liegen, umzusiedeln. 

Wünschenswert, so sagte Bürgermeister Hubert Wegener, sei auf lange Sicht zudem ein Durchstoß zur B 516 in Verlängerung der Harkortstraße. Doch Straßen NRW favorisiere eine indirekte Anbindung über die Kreisstraße 8. 

Die Grundstücke, die für die Erweiterung des Industrieparks benötigt würden, gehörten sieben verschiedenen Landwirten, sagte Wegener. „Die grundsätzliche Bereitschaft, das Land abzugeben, ist da.“ Bei der Gemeinde geht man davon aus, dass man das komplette kommende Jahr für die Grundstücksverhandlungen, die Beteiligungsverfahren und die Gesprächen über die Stromtrassen benötigen wird. Realistisch sei ein Beginn der Erschließung deshalb erst 2018. J dom

Quelle: Soester Anzeiger

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