Heico-Nachwuchs setzt Idee um

Einzug in den Heico-„Hühnerbus“: Erste Tiere beziehen das Mobil

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In Eigenleistung bauten die Auszubildenden den gesamten Innenraum des Fahrzeugs in einen Hühnerstall um.

Niederense/Höingen - Mit dem Einzug der Hühner in den Heico-„Hühnerbus“ gewinnt das Projekt der Auszubildenden des Unternehmens an Fahrt. Durch dieses reale Planspiel sollen die jungen Mitarbeiter lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Der „Hausherr“ hatte den Vortritt. Und so durfte sich Senior-Chef Theodor Heimann jetzt die ersten Erzeugnisse der firmeneigenen Hühner in „Bushaltung“ schmecken lassen: Nachdem die Auszubildenden des Unternehmens den aus den USA importierten Schulbus ein Jahr lang umgebaut hatten, konnten nun die ersten Hühner in das komplett neu gestaltete Hühnermobil einziehen. 

„Am Anfang müssen sich die Tiere erstmal eingewöhnen. In den ersten Tagen legten sie aber bereits sieben Eier“, freuten sich die kaufmännischen Auszubildenden des Betriebs mit über 250 Beschäftigten an den Standorten in Niederense und Höingen.

Aus den USA war der Bus importiert worden.

„Wir haben zunächst einen ganz normalen, fahrbereiten Bus gekauft und diesen im vergangenen Jahr komplett umgebaut“, berichtet Auszubildende Karin Schlösser. Um die Kosten für ihr Vorhaben zu decken, demontierten die Auszubildenden die Sitze des Schulbusses und verkauften diese an die Mitarbeiter des Unternehmens. Die Beschäftigten profitieren künftig auch von frischen Eiern, die auf dem Werksgelände an sie verkauft werden. „Mit dem Erlös können wir unsere laufenden Kosten decken und bei möglichen Gewinnen auch Veranstaltungen für uns Azubis finanzieren“, erklärte Karin Schlösser.

Dienstplan sichert die Verpflegung

 Im Fokus des Projekts steht die Förderung des Verantwortungsbewusstseins beim in den Ausbildungsberufen Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker sowie Industrie- und Bürokaufleuten beschäftigten Firmennachwuchs: „Die Verpflegung der Hühner wird durch einen Dienstplan sichergestellt.“ In regelmäßigen Meetings wollen die Auszubildenden zudem Ideen und Verbesserungen besprechen, um das eigene „Unternehmen“ stets zu optimieren. 

Mit dem Betrieb des Hühnerbusses will die Firma Heico neben handwerklichen Fähigkeiten auch die kaufmännischen Kompetenzen des Firmennachwuchses fördern.

„Durch das Projekt wurde das Teamgefüge, der Zusammenhalt und das Vertrauen untereinander gestärkt“, betonten die Auszubildenden um Karin Schlösser. Mit dem realen Planspiel sollten die jungen Beschäftigen lernen, im Rahmen des Umbaus handwerkliche Fähigkeiten zu stärken und im Anschluss während des laufenden Betriebs kaufmännische Kompetenzen zu fördern. Sie werden sich nun um die Personalplanung, den Verkauf der Eier an die Mitarbeiter und die langfristige Sicherstellung des „Hühnerbus-Betriebes“ kümmern. 

Neben der Pflege und Zucht der Hühner gehört auch die Beschaffung von Futter und anderem Material zu den Aufgaben der Azubis. „Das Projekt wird nun von Azubi-Generation zu Azubi-Generation weitergegeben“, versprechen die Verantwortlichen.

Firmennachwuchs kreiert eigene Marke

Im April 2018 präsentierten die Heico-Auszubildenden ihren „Hühnerbus“ beim Familienfest der Firma. Zuvor hatte Jan Heimann, Geschäftsführer des Unternehmens, den Azubis die Idee der Hühnerhaltung vorgestellt und einen amerikanischen Schulbus gesponsert, der umgebaut als Hühnerstall dienen soll. Der metallverarbeitende Betrieb organisierte den Bus mit der US-amerikanischen Niederlassung in Hickory, North Carolina, und verfrachtete ihn per Schiff nach Deutschland. Sitze und Motor des authentischen Schulbusses wurden vom Firmennachwuchs demontiert und verkauft.

 Nachdem sich die Auszubildenden durch vergleichbare Hühnermobile Ideen zur richtigen Umsetzung eingeholt hatten, bauten sie den gesamten Innenraum des Fahrzeugs in einen Hühnerstall um. Hierfür musste der Innenraum des Busses versiegelt werden. Mit dem Projekt kreierte der Firmennachwuchs seine eigene Marke innerhalb des Enser Betriebs: Die Azubis gestalteten auch ihr eigenes Logo. Teilnehmer des Projekts sind Sophie Langesberg, Hendrik Kaiser, Marvin Laskowski, Daniel Lohmann, Enrik Suti, Joshua Buschhaus, Mario Eiber, Konstantin Jucho, Rene Tonneau, Tobias Köhler, Yhya Kaliel, Kevin Kirsch, Yannick Schönfeldt und Karin Schlösser.

Quelle: Soester Anzeiger

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