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Experte sicher: Gas hat keine Zukunft

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Von: Philip Maack

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Gasherd
Dr. Heinrich Macke glaubt, dass Gas bald keine Alternative mehr ist. © Marijan Murat

Der fossile Energieträger werde in neuen Baugebieten nicht mehr gebraucht. Dafür soll Strom wichtiger werden.

Ense – Das Thema Energieversorgung steht aktuell in vielen Diskussionen im Mittelpunkt. Der Krieg in der Ukraine hat dazu einen erheblichen Teil beigetragen.

Umso wichtiger wird in Zukunft die Arbeit der Ense-Werke. Geschäftsführer Dr. Heinrich Macke hat über deren Rolle und Perspektive in der Sitzung des Gemeinde-Rates gesprochen.

Investitionsvolumen der Ense-Werke steigt

„Wir haben in den letzten Jahren deutlich mehr Geld in unsere Netze investiert“, berichtete Macke. Jeder investierte Euro – und sogar noch etwas mehr – komme aber durch die Pachtgebühren wieder rein, die die Ense-Werke für ihre Netze kassiere.

Die Ense-Werke befinden sich zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde und haben zwei Netz-Gesellschaften als Tochterfirmen unter sich. Eine ist für das Stromnetz in Ense zuständig, die andere für das Gasnetz.

Diese Netze verpachten die Ense-Werke an Westnetz, bekommen dafür eine Gebühr. Durch den Ausbau der Netze hat sich diese erhöht.

Das führt dazu, dass die Ense-Werke ihr Investitionsvolumen deutlich erhöhen konnten. Bei ihrer Gründung im Jahr 2019 umfasste dieses noch 500 000 Euro.

„Heute stehen wir bei 1,5 Millionen“, erklärte Macke. „Bald werden es sogar 1,7 Millionen sein.“ Dieses Ergebnis bezeichnete der Geschäftsführer als „durchaus erfreulich“, die Ziele seien erreicht worden.

Gründe für das dicke Plus seien das Wachstum der Gemeinde und die größere Verbreitung von erneuerbaren Energien.

Die Ergebnisziele für 2022 werden die Ense-Werke laut Macke sogar übererfüllen. „Vielleicht ist mit dem Überschuss in Zukunft sogar noch mehr zu schaffen.“

Vor allem zwei Aspekte der Energieversorgung werden laut Macke in Zukunft essenziell für die Ense-Werke. „Zum einen die Dekarbonisierung von Gemeinde-Liegenschaften“, so der Geschäftsführer.

Es sei nötig, dafür zu sorgen, dass die Gebäude in Gemeinde-Besitz ihren CO2-Ausstoß reduzieren. „Die Gemeinden haben schließlich eine Vorbild-Funktion“, meinte Macke.

Enses Stromnetz muss für die Zukunft gewappnet werden

Dafür hat er vor allem die Solar-Energie im Blick. Photovoltaik-Anlagen auf den kommunalen Dächern sollen hier für die Gewinnung von erneuerbaren Energien genutzt werden.

„Zumindest für so viel, um den eigenen Bedarf zu decken“, sagte Macke. Aktuell laufen verschiedene Untersuchungen, ob die Gemeinde-Gebäude statisch überhaupt dazu in der Lage sind, die schweren Photovoltaik-Paletten zu tragen.

Diese Gutachten und auch der mögliche spätere Bau werden bis zu 90 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert.

Der zweite wichtige Aspekt für Macke ist, den Enser Bürgern den vor Ort erzeugten Strom verfügbar zu machen. „In Zukunft werden Wärmepumpen-Anlagen die Gasheizungen ersetzen“, erklärte Macke.

Und da diese Pumpen von Strom betrieben sind, müsse das Enser Stromnetz dafür gewappnet werden. „Das kostet, doch wir können uns das leisten“, stellte er klar.

Parallel dazu müsse ein Nachdenken über die Verlegung von Gasleitungen in zukünftige Baugebiete stattfinden. „Gas wird in Zukunft nämlich keine Alternative mehr sein.“

Der Betrieb der Luft-Wärme-Pumpen und auch die größer werdende E-Mobilität würden laut Macke dafür sorgen, dass der Stromverbrauch in den nächsten Jahren deutlich steige.

Die Stromversorgung sei daher ein wichtiges Thema. Darum bekommt Macke in Zukunft personelle Verstärkung. Für die Netz-Gesellschaften sind jetzt nämlich Stellen für Prokuristen geschaffen worden.

Für die Gemeinde besetzt Mats Blume, Fachdienstleiter Planung, diesen Posten.

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