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Höinger Glocke nach Restauration wieder wie neu

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Für gut befunden: Pastor und Sachverständiger Gerhard Best hat die Qualität der Höinger Glocke geprüft.

Höingen – „Gegossen im Jahr 1768 auf Kosten der Gemeinde zu Hoingen“. So steht es auf der Barockglocke aus der St. Josef-Kapelle in Höingen. Diese Inschrift ist Ausdruck eines spürbaren Selbstbewusstseins der Dorfgemeinde vor 252 Jahren, denn sie betont, dass nicht das Kirchspiel Bremen, sondern die Höinger selbst ihre Dorfglocke finanziert haben.

Gegossen wurde sie seinerzeit zusammen mit der Bremer Bauernglocke und einer Uhrglocke für Haus Füchten durch den Glockengießer Johann Michael Stocky aus Saarburg bei Trier. 

Während die Bremer Bauernglocke 1917 zu Kriegszwecken beschlagnahmt und anschließend bald eingeschmolzen wurde, sind die Uhrglocke auf Haus Füchten und die Dorfglocke aus Höingen bis heute erhalten. 

Glocke wies erhebliche Schäden auf

Als im November des vergangenen Jahres Untersuchungen zur Vorbereitung von Instandsetzungsarbeiten am Geläute der Höinger St. Josef-Kapelle erkennbar machten, dass die Glocke von 1768 durch ihren langen Gebrauch erhebliche Schäden aufwies, wurde vom Bremer Kirchenvorstand ihre denkmalgerechte Restaurierung beschlossen. 

Vor allem mussten die Henkel zur Befestigung am Glockenjoch teilweise erneuert werden, weil sie gerissen und vor längerer Zeit bereits einmal provisorisch vor Ort geschweißt worden waren. Da es in Deutschland keine Fachfirma gibt, die solche Maßnahmen ausführen kann, wurde die Glocke in die Königliche Glockengießerei Eijsbouts ins niederländische Asten gebracht und dort restauriert. 

Pastor Gerhard Best hat in seiner Aufgabe als Glockensachverständiger am Mittwoch die Qualität der Arbeiten geprüft. Weil sie gelungen sind, wird er dem Bremer Kirchenvorstand die Abnahme und die Wiederaufhängung der Glocke in Höingen empfehlen. 

Neue Details kommen ans Tageslicht

So können in nächster Zeit die Instandsetzungsarbeiten am dortigen Geläute abgeschlossen werden. Durch die Untersuchungen in Asten sind übrigens jetzt noch manche Details über die wertvolle Denkmalglocke mit dem Ton h‘‘ bekannt geworden: Sie hat einen Durchmesser vom 408 mm und wiegt 42,9 kg. 

Sogar die genaue Legierung des Glockenmetalls wurde in den Niederlanden exakt analysiert: 77,3% Kupfer, 18,4% Zinn, 3,3% Blei, 0,5% Antimon und 0,5% weitere Bestandteile sind im Geläut det St. Josef-Kapelle enthalten.

Quelle: Soester Anzeiger

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