3700 Quadratmeter

Naturprojekt der Schulen am Bremer Bach kann startet erst später

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Am Rand des Naturschutzgebietes liegt das Areal, das die Schüler aus Ense renaturieren wollen.

Hünningen/Bremen - Im Frühjahr 2020 wollten die Schüler der Fürstenberggrundschule damit beginnen, eine 3700 Quadratmeter große Fläche am Bremer Bach zu renaturieren. Das klappt aber nicht. 

„Es sind keine Schüler da“, sagt Konrektor Bernold Uhrmeister und verweist auf die Corona-Krise. Uhrmeister hofft, dass im nächsten Schuljahr gestartet werden kann. Der Lehrer hat das Projekt aber nicht aus den Augen verloren.

In der Zwischenzeit hat die Gemeinde Ense das Areal von Eigentümer Hubert Zöllner gepachtet und einen zweckgebundenen Vertrag mit den Schulen ausgehandelt. Denn mittlerweile ist nicht mehr nur sie Fürstenbergschule in das Projekt involviert, sondern auch die Conrad-von-Ense-Sekundarschule. „Wir können dann den Biologie-Unterricht direkt vor Ort machen“, freut sich Lehrer Daniel Keil von der Conrad-von-Ense-Schule.

Hubert Zöllner hatte die Fläche den Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt, noch bevor der Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen wurde. Ihm war schon im Oktober vergangenen Jahres wichtig, dass nicht nur über Klima-, Arten- und Umweltschutz geredet wird. Es müsse auch konkret etwas dafür getan werden.

Schule sucht Sponsoren für einen Anhänger

Derzeit kann Bernold Uhrmeister die Fläche mit dem Auto gar nicht mehr erreichen, denn eine Furt wurde im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen des Bremer Bachs zwischenzeitlich unbefahrbar. Der Bach wird an anderer Stelle im Auftrag der Gemeinde zurück in Schleifen gelegt. Sind die Arbeiten abgeschlossen, kann es auch mit dem Projekt der Schüler weitergehen.

Die Fürstenbergschule sucht auf ihrer Homepage nach Sponsoren und Unterstützern, um sich einen Anhänger zuzulegen. „Dann können wir Materialien und Werkzeuge problemlos transportieren, sodass die Schüler vor Ort arbeiten können“, sagt Bernold Uhrmeister.

Mit seinen Schülern aus dem Sozialgenial-Kurs der Conrad-von-Ense-Schule hat sich Daniel Keil Gedanken gemacht, wie das Bachthal gestaltet werden kann. „Es gibt einige Aufgaben, die Grundschüler nicht erledigen können“, sagt er. In einem Ortstermin haben sie sich die Möglichkeiten angeschaut. So sollen Sitzgelegenheiten für ein offenes Klassenzimmer entstehen, eine kleine Brücke und Insektenhotels. „Das Areal ist einfach eine sehr gute Möglichkeit, Natur direkt vor Ort zu erleben“, sagt Keil.

Anmeldung bei zwei Umweltpreisen

Auch das Familienzentrum Lummerland hat Interesse bekundet, die Fläche mitzubenutzen. „Wir können unseren Bauwagen im Wald seit Sturm Friederike nicht mehr nutzen“, sagt Leiterin Andrea Vinkermann. Allerdings sei die Strecke für die „Kleinen“ sehr weit, gibt sie zu bedenken.

Bernold Uhrmeister hat das Gemeinschaftsprojekt der Schulen bei gleich zwei Umweltpreisen angemeldet. Gewinnen die Enser, könnten sie mit Rückenwind und neuen finanziellen Möglichkeiten nach den Sommerferien starten.

Den Einstieg soll Wolfgang Oeleker, Naturführer bei der Gemeinde Ense, erleichtern. Er soll die Schüler bei einer gemeinsamen Wanderung durch das Bachtal auf die Besonderheiten bei Tieren und Pflanzen hinweisen.

Quelle: Soester Anzeiger

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