Ense 

Solartankstelle für die Bremer Ortsmitte

E-Bikes können bald in der Bremer Ortsmitte abgestellt und werden.

Die Bremer Ortsmitte bekommt einen Fahrradunterstand mit Solartankstelle, die Waltringer Schützenhalle eine Behindertentoilette, und die Jugendräume der KLJB Bremen dürfen renoviert werden. Und Grund für diese positiven Nachrichten: Die Vorhaben werden gefördert über das Regionalbudget von Leader.

Bremen - Leer dagegen geht die Gemeinde Ense selber aus. Sie hat ihr Vorhaben eines Projekts zum Energiemanagement zurückgezogen. Dabei werden die drei Projekte mit 80 Prozent der Kosten gefördert. Danach fließt für die Radabstellanlage mit Solartankstelle bei Gesamtkosten in Höhe von 19 750 Euro ein Zuschuss über 15 800 Euro. Die Behinderten-Toilette in der Waltringer Schützenhalle wird mit 8 789,23 Euro gefördert (10 986,54 Euro Gesamtkosten). Für die Aufwertung des Jugendheims KLJB Bremen werden bei benötigten 19 840,36 Euro 15 872,29 Euro zugeschossen. Profitieren werden die Enser zudem von der Container-Übungsanlage für Feuerwehren. 

Fahrradverkehr attraktiver machen

Besonders spannend dürfte dabei die Umsetzung der Radabstellanlage samt Solartankstelle in der Bremer Ortsmitte werden. Für deren Umsetzung macht sich eine bis dahin unbekannter Klimaschutz-Initiative Bremen stark. Und in deren Antrag an die Zuschussgeber hatte es geheißen: Der Klimawandel sei „in aller Munde“. Politik und Verwaltung, Unternehmen und Organisationen, aber auch viele gesellschaftliche Gruppen diskutierten über geeignete Wege, den CO2-Ausstoß zu senken. Organisatorische Maßnahmen, Verhaltensänderungen, und eine angepasste Infrastruktur könnten neben technischen Lösungen dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Insbesondere die Erzeugung von regenerativen Energien, deren Speicherung und die ortsnahe Verwendung seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Konkreter Anlass für die Idee der Initiative um Antragsteller Ulrich Häken sei, dass Ense prüfe, den Fahrradverkehr attraktiver zu machen. Durch den Ortsteil Bremen verlaufe bereits der Radfernweg „Ruhrtalradweg“, eine Station mit Übernachtung ist das Restaurant/Hotel „Zur alten Post“ in Bremen. Der Bremer Ortskern mit seinen Geschäften, Banken, Ärzten, verschiedenen Dienstleistern, dem Busbahnhof, dem nahen Friedhof, dem Erholungsgebiet Waterlappe und nicht zuletzt dem Rathaus und der Kirche seien ein zentraler Anlaufpunkt für die Bevölkerung. Zentrumsnah liegen zudem das Lambertushaus, das Heimathaus und der Warenkorb. Zwar habe man keine Zählungen vorgenommen, heißt es in dem Antrag, „aber anhand der meist vollen Auto-Parkplätze kann man erkennen, dass der Dorfmittelpunkt gut angenommen wird.“ 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Um die Bevölkerung zum Umsteigen zu bewegen, bedürfe es entsprechender Angebote. Die Idee zum Umsteigen sei also: Errichtung einer Fahrradabstellanlage für 20 Fahrräder, eine Überdachung mit Solar-Paneels, Stahl-Alu-Konstruktion inklusive PV-Anlage und Wechselrichter, mit Stromanschluss als Ladestation und zehn Schließfächern auf einer Grundfläche von sechs mal drei Meter. „Die Fahrradabstellanlage kann für viele Menschen eine sinnvolle Ergänzung sein: für Pendler, die anschließend den Bus nehmen; für Fahrradtouristen auf dem Ruhrtalradweg, für Schulkinder auf ihrem Weg zum Schulbus, für alle Besucher des Ortszentrums, auch für Kirchgänger. Das Fahrrad wird sicher abgestellt, und als E-Bike kann es sogar noch aufgeladen werden.“ Die oftmals beklagte Suche nach einem freien Autoparkplatz entfalle, der Ortskern werde sicherer für Fußgänger. Was das Vorhaben der Gemeinde angeht, ein Projekt zum Energiemanagement zu etablieren, gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So will man im nächsten Jahr den Antrag auf Förderung erneut einbringen, in der Hoffnung, dass alle aktuell noch ungeklärten Fragen bezüglich der technischen Realisierbarkeit dann beantwortet sind. Geplant ist die Erprobung des „LoRaWAN“ an einem Gebäudeensemble in Niederense, bestehend aus der Bernhardusschule, dem Lehrschwimmbecken, dem Kindergarten „Die Möhneräuber“, dem Heimathaus und der Turnhalle. Alle fünf Gebäude werden von einem Blockheizkraftwerk gespeist und stehen somit nicht nur räumlich, sondern auch im Rahmen der Energieversorgung Wärme/Strom im Zusammenhang. 

Hohe Verbräuche sollen schnell erkannt werden

Vorstellbar ist die Installation sowohl von Messtechnik im Rahmen des Energiemonitorings sowie Sensoren für Luft- und Wassergüte, Leckage, Beleuchtung, Schließmechanismen, Straßenbeleuchtung, Parkplatz und Rettungswegebelegung oder weitere denkbare Anwendungsfälle. Die Zielsetzung ist auf unterschiedlichen Ebenen verortet: Energieeinsparung mit Effekten in den Bereichen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz (Strom, Wärme, Wasser), Gebäudesubstanz (Leckage), Aufenthaltsqualität (Luftgüte, Wassergüte) und Sicherheit (Beleuchtung, Wassergüte, Straßenbeleuchtung, Rettungswege). Die Wirkung des Projekts soll sich möglichst kurzfristig entfalten, indem ungewöhnlich hohe Verbräuche schnell erkannt und abgestellt werden können sowie sich Luft- und Wassergüte bestenfalls schlagartig durch regelmäßig Kontrolle und schnelle Reaktion auf die Messwerte verbessern.

Quelle: Soester Anzeiger

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