Mehr als 8000 Euro Fördergeld

Schützen bauen Behindertentoilette und hoffen auf neue Gäste

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Der Anschluss für die behindertengerechte Toilette in der Waltringer Schützenhalle ist bereits installiert worden, bald soll montiert werden. Brudermeister Guido Stahlberg und Harald Knieper aus dem Vorstand der Schützen freuen sich auf das fertige Ergebnis.

Waltringen – Zwei Stufen, die einem Rollstuhlfahrer vorkommen müssen wie ein unüberwindbarer hunderte Meter hoher Berg, trennen die Toilettenanlage in der Schützenhalle in Waltringen vom Fußboden. Das soll sich ändern, hat sich der Vorstand der St.-Marien-Bruderschaft vorgenommen.

Jetzt dauert es nur noch wenige Monate, bis die neue Behindertentoilette in der Schützenhalle fertig ist. Das rund 10 986 Euro teure Projekt wird mit 8789,23 Euro über das Regionalbudget in der Leader-Region Börde trifft Ruhr gefördert.

Neue Wand im alten Stuhllager

„Die Treppenstufen sind auch mit einem Rollator nicht zu bewerkstelligen“, sagt Brudermeister Guido Stahlberg. Der Bedarf für eine ebenerdige Toilette sei vorhanden. Er erinnert sich, als bei einer Theateraufführung ein Rollstuhlfahrer die Sanitäranlagen nicht nutzen konnte, stattdessen auf eine alte Toilette in einem anderen Hallenteil gebracht werden musste. Ist die behindertengerechte Toilette fertig, soll eine solche Situation vermieden werden.

Die Behindertentoilette entsteht im Eingangsbereich der Schützenhalle, unmittelbar vor den Treppenstufen zu den vorhandenen Sanitäranlagen. Um dies möglich zu machen, wurde eine neue Wand in die als Stuhllager genutzte Kammer gezogen. „Alle Vereine im Dorf beteiligen sich“, freut sich Guido Stahlberg. – darunter auch Handwerker, die den Eigenanteil der Schützen mit Eigenleistungen ableisten. Die Anschlüsse sind gelegt, als nächstes „kommt der Elektriker“, sagt Harald Knieper aus dem Schützenvorstand.

In den rund 14 Quadratmeter großen Raum werden neben einer behindertengerechten Toilette, einer Wickelkommode, einem Stuhl zum Stillen kleiner Kinder und einem Waschbecken, auch ein Urinal installiert. Toilette und Waschbecken sind dabei so abgesenkt, dass Rollstuhlfahrer sie ohne Probleme nutzen können.

„Die Gestaltung der Toilette soll zur Schützenhalle passen“, sagt Guido Stahlberg. Der Boden soll in grau-anthrazit gefliest werden, die Wände in einem warmen Weißton mit einigen passenden Highlights. Die Decke soll abgehangen werden, sodass der Raum indirekt beleuchtet werden kann. „Wir wollen den Besuch der Schützenhalle allen Menschen ermöglichen“, sagt Guido Stahlberg. Die Schützen hoffen, dass Gäste, die aufgrund der nicht vorhandenen behindertengerechten Toilette in der Vergangenheit eher zu Hause geblieben sind, jetzt wieder zu Veranstaltungen kommen werden. Im Oktober soll die Behindertentoilette fertig sein.

Fördersumme ermöglicht Projekte

Die Antragstellung für das Fördergeld hat Harald Knieper gemeinsam mit Schützenbruder Wilfried Pater erledigt. „Ohne das Fördergeld hätten wir das Projekt nicht finanzieren können“, erklärt Knieper, der Aufwand habe sich am Ende ausgezahlt. So mussten die Schützen unter anderem ein Bild vom Eingangsbereich der Halle an die Förderstelle schicken, um zu zeigen, auch dort ist der barrierefreie Zugang problemlos möglich.

Quelle: Soester Anzeiger

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