Repowering

Windrad-Tausch: Gutachter klärt im Kreishaus auf

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Eine alte Windkraftanlage zwischen Oberense und Bilme wird ausgetauscht.

Soest/Bittingen: Alt gegen neu: 50 Meter unterscheiden die beiden Windenergieanlagen, um die es gestern Vormittag im Soester Kreishaus ging. Im Zuge des Repowerings will die Ventus GbR mit Sitz in Bittingen ein altes Windrad gegen ein größeres, leistungsfähigeres Modell austauschen. 

Das Rad befindet sich zwischen Oberense und Bilme im Bereich des Lehmufers. Andreas Schreiber ist Sachgebietsleiter Immissionsschutz beim Kreis Soest und hat an der Sitzung teilgenommen. Neben Schreiber waren auch drei Bürger, ein Mitarbeiter von der Gemeinde sowie Gutachter und Vertreter der Ventus GbR anwesend.

„Der Termin diente zur Information“, erklärt Schreiber im Anzeiger-Gespräch. Insgesamt hätten fünf Bürger Einwände gegen den Neubau der Windenergieanlage geäußert – drei waren vor Ort. Das Rad hat derzeit eine Höhe von 99 Metern, die neue Anlage soll 149 Meter hoch sein.

Lärm, Schatten und Beleuchtung

Schreiber erläutert, dass die Bürger vor allem drei Befürchtungen hätten, die durch den Neubau auf sie zukommen könnten: eine „erhebliche Lärmbelästigung, Schattenwurf und Dauerbeleuchtung“.

„Diese Themen sind besprochen worden“, sagt Schreiber. Der Gutachter vor Ort habe erklärt, dass es durch den Neubau eine Verbesserung der Schallsituation geben wird. Durch eine neue Verordnung sei Dauerbeleuchtung an einem Windrad auch nicht mehr zulässig, erklärt Schreiber. Rot blinkende Lichter am Nachthimmel sollen der Vergangenheit angehören, stattdessen soll es ein System geben, dass sich automatisch anschaltet, wenn sich „Flugobjekte nähern“.

Auch zum Schattenwurf gebe es gesetzliche Vorgaben, so der Mitarbeiter des Kreises. 30 Minuten am Tag müsse der hingenommen werden, dann schalte sich die neue Anlage automatisch ab. Der Schattenwurf wird unterdessen nur gemessen, wenn die Anlage in Betrieb ist und die Rotorblätter sich drehen. Bereits im Februar hatte der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde dem Repowering der Anlage zugestimmt. In dem Areal sind laut Flächennutzungsplan Windkraftanlagen bis zu einer Höhe von 150 Meter zulässig. Die Erschließung ist über einen Wirtschaftsweg gesichert. Andreas Schreiber sprach von einem „sachlichen und konstruktiven“ Dialog, jeden Einwender könne man nicht befriedigen.

Das Heft des Handelns liegt jetzt beim Kreis Soest. Andreas Schreiber und die Mitarbeiter des Kreises führen jetzt eine Fachprüfung durch. Dabei wird geprüft, ob die neue Anlage im Einklang mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz steht und auch die Einwende der Bürger werden verschriftlicht und bewertet. „Das dauert rund drei Monate“, erklärt Schreiber weiter, die Entscheidung könne am Ende für oder gegen den Neubau fallen. Einen Monat lang können dann Rechtsmittel dagegen eingelegt werden.

Repowering

Mit dem Begriff Repowering ist der vollständige Austausch älterer Windenergieanlagen gegen moderne, leistungsfähigere Modelle gemeint – so lautet eine in Deutschland übliche Definition. In anderen Ländern kann unter Repowering auch die grundlegende Erneuerung und Modernisierung bestehender Anlagen verstehen, wobei wesentliche Komponenten ausgewechselt werden.

Quelle: Soester Anzeiger

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