Rückkehr ins bayrische Hauptquartier ist ungewiss

Zirkus Manjana strandet wegen Corona-Virus in Ense

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Vor einer ungewissen Zukunft stehen die Artisten des Zirkus Manjana.

Ense – Wie schnell sich die Lage um das Corona-Virus ändert, zeigt sich auch beim Zirkus Manjana, der derzeit in Ense gestrandet ist. Kurzfristig musste Zirkusdirektor William Köllner die Besucher wieder nach Hause schicken, die Vorstellungen wurden offiziell abgesagt.

Der kleine Familienbetrieb mit seinen vier erwachsenen und elf jugendlichen Artisten trifft das Vorstellungsverbot mit voller Härte. Für den Zirkus Manjana ist die Station in Ense erst der zweite Halt nach der Winterpause, zuvor waren sie in Bad Sassendorf. „Auf die Einnahmen wären wir angewiesen gewesen, so fehlt nun natürlich das Geld um den großen Fuhrpark zu betanken und eventuell in unsere bayerische Heimat zu fahren“, sagt William Köllner. 

Auch der nächste geplante Termin in Eslohe, für den schon eine Menge Werbung gemacht wurde, muss ausfallen. Besonders prekär ist die Lage für die Zirkusfamilie, da sie bisher von der Wasserleitung des Kindergarten “Bremer Stadtmusikanten“ versorgt wurde. Dieser ist nun aber wegen des Corona-Virus geschlossen und somit fehlt den Artisten, die ohne Tiere auftreten, ein Wasseranschluss. Heute will sich William Köllner mit der Enser Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen, um an dem Problem zu arbeiten. 

Bereits am Sonntag haben die Abbauarbeiten des Zirkuszelt begonnen. Auch der Zeitpunkt der Absagen ist für die Artisten extrem bitter: Von Mitte März bis Ende Mai verdienen die Zirkusse in Deutschland im Schnitt am meisten – Einnahmen, die im Nachhinein nicht mehr aufgeholt werden können. D

er deutsche Zirkusverband hat den Zirkussen im Land aufgrund des Corona-Virus und den bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung einen sofortigen Abbruch ihrer Saison empfohlen. In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, heißt es unter anderem: „Unternehmen, die die Möglichkeit haben, in ein eigenes Quartier zu fahren, sollten dies tun. Bitte setzt euch dort sofort mit dem Gesundheits- und Wirtschaftsamt in Verbindung, damit eine sofortige Hilfe und betriebserhaltende Unterstützung für die kommende Zeit geklärt wird.“ Für Zirkusse, die kein eigenes Quartier haben oder dies aufgrund von finanziellen Problemen nicht erreichen können, soll die örtliche Verwaltung einspringen. 

Im Schreiben heißt es, dass der Zirkusverband erwartet, dass die Stadt oder Gemeinde, in der sich der Zirkus aktuell aufhält, folgende Maßnahmen ergreifen soll: Sicherstellung des Verbleibs des Zirkusunternehmen bis zum Ende der Krise, kostenlose Verfügung Strom, Wasser, Gas und Heizöl sowie die Sicherstellung des Lebensunterhaltes und die Übernahme der betriebserhaltenden Kosten wie Versicherung und Tierfutter.

Quelle: Soester Anzeiger

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