Enser Bäcker will trotz Verbot am Pfingstmontag öffnen

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Frische Brötchen gehören für viele Enser zum Frühstück einfach dazu.

ENSE - Während viele Bäcker in der Region den Konflikt mit dem Gesetz scheuen und ihren Laden wie neuerdingsvorgeschrieben am Pfingstmontag geschlossen halten, steht für Bäcker Heiko Klapp aus Ense fest: „Wir machen auf.“

Die Änderung des Ladenöffnungsgesetzes, die erst vor gut drei Wochen bekannt gegeben wurde und heute in Kraft tritt, sei für ihn viel zu kurzfristig gekommen. „Ich habe meine Mitarbeiterpläne längst fertig gehabt und habe auch schon Kundenbestellungen für Pfingstmontag entgegengenommen.“

Klapp ist sauer auf die Politiker in Düsseldorf, die sich weit von ihrer Basis entfernt hätten und mit der kurzfristigen Änderung auch bei den Kunden eine riesige Verwirrung auslösen würden. Bislang durften Bäckereien und Blumenläden nicht am ersten, sondern nur am zweiten Feiertag öffnen. Künftig ist es genau umgekehrt. Das gilt nicht nur für Pfingsten, sondern ebenso für Weihnachten und Ostern. Verstehen kann Klapp diese Änderung nicht. Eine Strafe wird er notfalls in Kauf nehmen.

Auch Stefanie Esterhaus, Marketingchefin bei der Wickeder Bäckereikette Niehaves, die eine Filiale in Ense betreibt, fand die alte Regelung besser: „Der erste Feiertag ist meist ein Familientag, am zweiten geht man schon mal eher vor die Tür.“ Bislang habe man am Pfingstmontag immer gute Umsätze gemacht, dennoch wolle man sich an die Neuregelung halten. Die Geschäfte in Ense und Wickede öffnen also am Pfingstsonntag und nicht am Montag. Aus der Sicht von Klapp wäre es besser gewesen, wenn sich die Bäcker frei aussuchen könnten, an welchem der beiden Tage sie öffnen wollen.

Doch genau das wollte das Landeswirtschaftsministerium mit der Regelung verhindern, erläutert Sprecherin Mirjam Grotjahn auf Anzeiger-Anfrage. Ziel sei es Sonn- und Feiertage zu schützen. Deshalb sei es besser, wenn wenigstens an einem Tag alle Geschäfte zu hätten. Der Gesetzesentwurf sei lange vorbereitet worden. Es habe Umfragen und die Möglichkeit zur Stellungnahme für alle beteiligten Interessengruppen gegeben. Auch das das Gesetz noch vor Pfingsten in Kraft treten soll, sei schon lange bekannt gewesen. Doch Grotjahn räumt ein, dass der Verkauf am ersten Feiertag eher den Floristen als den Bäckern entgegenkomme.

Tankstellen dürfen übrigens an beiden Tagen Brötchen verkaufen, denn hier gelten sie als Reisebedarf.  - dom

Quelle: Soester Anzeiger

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