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Enser Lädchen bietet „Faire Tüten“ zur Weihnacht

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Von: Philip Maack

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Mit fairen Produkten für eine bessere Welt: der Eine-Welt-Kreis.
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Der ökumenische Eine-Welt-Kreis unterstützt soziale Projekte weltweit mit bisher 50 000 Euro. Die Ehrenamtler spüren, dass es fair gehandelte Produkte inzwischen in vielen Supermärkten gibt - und handeln.

Niederense – Im Haus Porta Coeli in Niederense befindet sich die katholisch-öffentliche Bücherei. Das ist von außen auch gut zu sehen. Verschiedene Plakate weisen darauf hin, dass sich die Bürger dort diverse Literatur ausleihen können. Dass dort aber auch der ökumenische Eine-Welt-Kreis einen Fair-Trade-Laden betreibt, das wird erst beim Hineingehen klar. Ein kleines Schild auf dem Flur verkündet, dass der Laden aktuell geöffnet hat. Im Raum, der als Verkaufsfläche dient, öffnet Astrid Schulz Bubner gerade eine mit Paketband verschlossene Kiste. Sie schaut auf. „Ah“, sagt sie und steht auf. „Das hier ist unser kleiner Raum, in dem wir versuchen, Gutes zu tun.“

Dieser kleine Raum hat eigentlich gar nichts, was an einen typischen Lebensmittelmarkt erinnert. Die rechte Wand ist mit hellem Holz vertäfelt, die Mitte des Zimmers wird von einer Tischgruppe samt Stühlen eingenommen. In der Ecke steht eine Pinnwand, auf der erklärt wird, was man alles mit einer Kakaobohne anfangen kann. Nur die linke Wand erzeugt Laden-Atmosphäre. Hier hängen Vitrinen mit einer überschaubaren Auslage.

Karoline Schröder und Stefanie Franz betreten den Raum. „Schön, dass Sie da sind“, grüßen sie. Dann setzen sie sich und beginnen, zu erzählen.

„Wir sind hier seit 1995 aktiv“, beginnt Schröder. „Damals haben wir mit dem fairen Handel von Kaffee angefangen.“ Etwas anderes hatte der Eine-Welt-Kreis zunächst nicht im Angebot. Mittlerweile hat sich das Sortiment aber deutlich vergrößert. Schokolade, Wein, Tee und vieles mehr bieten die neun ehrenamtlichen Helfer hier jeden Dienstag zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr an – alle Produkte tragen das Fair-Trade-Zertifikat.

Blick ins Regal des Lädchens: Die Auswahl ist überschaubar.
ham_vwdb2018c01939aa721e9a571b200e7973d.jpg © Maack

„Fairer Handel ist für die Kleinbauern am Produktionsort sehr wichtig, weil sie dadurch nicht an den Weltmarktpreis gebunden sind“, erklärt Schröder. Der Weltmarktpreis schwanke ständig, was dazu führe, dass die Bauern mit keiner festen Gewinnsumme für ihre Produkte rechnen könnten. „Durch fairen Handel können sie das aber.“

Das gesamte Geld, das der Eine-Welt-Kreis im Haus Porta Coeli oder in seinen Außenstellen in Bremen (evangelische Kirche) und Bilme einnimmt, fließt zu 100 Prozent in wohltätige Projekte. „Das können wir garantieren“, sagt Franz. „Bei jedem Projekt kennen wir einen Ansprechpartner persönlich. Das ist uns wichtig.“ So haben die Enser schon Projekte in Nepal, Peru, Uganda, Togo, Tansania und Kamerun unterstützt. „Wenn es irgendwo brennt, helfen wir eben“, meint Schulze Bubner.

Das Hauptprojekt des Eine-Welt-Kreises ist aber eines in der kolumbianischen Stadt Bogotá. Dort unterstützen die Enser die Arbeit des katholischen Ordens „Schwestern vom armen Kinde Jesu“ – schon seit den Anfängen ihres Fair-Trade-Ladens. Mittlerweile hat der Eine-Welt-Kreis insgesamt schon 50 000 Euro gesammelt. „Darauf sind wir stolz“, meint Schröder. „Und wir bekommen immer Feedback aus den Regionen, was mit dem Geld passiert.“ So wurden die Enser Spenden bereits für den Bau von Krankenstationen oder Brunnen genutzt.

Fair-Trade-Einsatz „bewirkt Gutes“

Neben dem Verkauf von Fair-Trade-Produkten im Haus Porta Coeli startet der Eine-Welt-Kreis auch immer wieder Aktionen, um Spenden sammeln zu können. Jedes Jahr im März verkaufen die Mitglieder selbst gekochte Suppen. „Suppe statt Braten“ nennen sie das. „Das hat sich inzwischen auch etabliert“, erzählt Franz. Während der Corona-Pandemie musste diese Aktion allerdings ausfallen.

Dafür hat der Eine-Welt-Kreis zu Ostern sogenannte „Faire Tüten“ angeboten. Für 10 oder 15 Euro gab es mit fair gehandelten Waren gefüllte Tüten. „Ein voller Erfolg“, sagt Franz. Deshalb soll es die „Fairen Tüten“ auch zu Weihnachten wieder geben.

Der jüngste Coup der Enser war das Waffel-Taxi im Oktober. Bestellungen für mehr als 200 Waffeln hatten die Mitglieder erhalten, dazu brachte man mehr als 300 Exemplare auf dem „Allerheiligenmarkt light“ in Niederense an den Mann oder die Frau.

Solche Aktionen sind für den Eine-Welt-Kreis in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, schließlich sind Fair-Trade-Produkte inzwischen kein Alleinstellungsmerkmal mehr. „Große Ketten haben so etwas mittlerweile ja auch im Sortiment“, sagt Schröder. „Das merken wir hier schon.“ Aufgeben kommt für sie und ihre Mitstreiter aber nicht in Frage. „Wir sehen ja, dass unser Einsatz etwas Gutes bewirkt.“

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