16. Enser Messetage trotzen dem Coronavirus

+
Informationen aus erster Hand gab es an den 42 Ständen der Aussteller in der Hubertushalle.

Niederense – Die grassiernde „Corona-Epidemie“ ist auch den Enser Messetagen (MeTa) nicht spurlos vorbeigegangen. Trotzdem hat die Leistungsschau der Enser Gewerbetreibenden am Wochenende stattgefunden.

In seiner Eröffnungsrede nahm Ralf Hettwer Bezug auf dieses alles beherrschende Thema. „Turbulent“, so der Initiativkreis-Chef, seien „die Tage vor dieser Veranstaltung schon immer. Aber in diesem Jahr haben uns außerordentliche Turbulenzen besonders auf Trab gehalten.“

So hätte angesichts „der Verunsicherung wegen der Corona-Epidemie die Messe Düsseldorf die Pro Wein und die Beauty verschoben. Dortmund sieht keinen Grund, die Messe Motorräder abzusagen. Und Aachen weigert sich, entgegen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, Mitarbeiter ohne Krankheitssymptome vorsorglich unter Quarantäne zu stellen. Und mittendrin: Wir mit unseren Enser Messetagen.“ 

Auch im Initiativkreis habe man abwägen müssen, „ob es richtig oder falsch ist, die Enser Messetage wie geplant durchzuführen. Unsere Entscheidung ist gefallen und ich wünsche mir, dass die Entscheidung für die Durchführung im Endeffekt die richtige gewesen ist“, so Ralf Hettwer.

Auch Elke und Jörg Leuchtenberger können von einer abgesagten Fachmesse im Rhein/Sieg Kreis aufgrund des Coronavirus berichten, bei der sie anwesend sein wollten. „Man darf das nicht mit zuviel Panik sehen, und sollte positiv denken“, relativiert Elke Leuchtenberger die Thematik. „Klar mache man sich Gedanken, aber Panik hält sich in Grenzen!“ 

Meta - Enser Messetage 2020 am Sonntag

Hand geben oder nicht? Leuchtenbergers haben für sich eine Lösung gefunden und stoßen sich, halb scherzhaft, mit den Armen an. Armin Müller hat kein Problem damit, die Hand zu geben. „Was sollen die Kassiererinnen an den Kassen machen, die mit Geld hantieren?“.

Ralf Hettwer findet klare Worte des Bedauerns über das, „was der Wirtschaft da gerade widerfährt“. Er kritisiert den medialen „Hype“, allem voran die sozialen Netzwerke. Er „beobachtet die Situation, aber schränkt sich nicht ein“. Die Verantwortlichen und Gemeinde erhalten positive Rückmeldungen von allen Befragten für die gemeinsame Entscheidung, die Messe stattfinden zu lassen, Heiner Frieling unterstützt die Entscheidung „genau richtig, dass Gemeinde und Bürgermeister dahinter stehen. Wir brauchen Optimismus“.

„Ich finde es gut, dass es gemacht wurde“, sind sich Stephan und Thorsten Stamen einig. Michaela Lappe-Grosselke äußert ihr Unverständnis, wenn sie abgesagt worden wäre. „In Dortmund sind 80.000 Menschen im Stadion, aber die kleine Messe soll abgesagt werden?“ „Wenn es kommt, können wir es nicht aufhalten“. 

Lukas Neuhaus äußert sich ebenso skeptisch über Berichterstattungen „Medien berichten nur Krankheitszahlen, für viele ist es nicht viel mehr als ein Schnupfen“. Sven Franke äußert „Respekt vor der Erkrankung und auch der Ausbreitung“. 

Dirk Hömberg hat derzeit noch das Gefühl „es ist noch sehr weit weg“. Für ihn gab es „noch keine Berührungsängste“. Er hält sich an Hygieneregeln und vielleicht sollte man auf „Küsschen hier, Küsschen da“ verzichten. Die Verantwortlichen haben eine Handreichung für das hygienische Händewaschen in den Sanitärräumen ausgehängt.

Lediglich die Stadtwerke Arnsberg haben auf eine Teilnahme an der Messe verzichtet.

Abseits von gesundheitspolitischen Fragen zieht Ralf Hettwer eine wenn auch wenig überraschende aber durchweg positive Bilanz: „Es war so gut wie immer.“ Mit gut 1.00 zahlenden Besuchern an beiden Tagen plus etwa 200 Gästen sei der Andrang etwa so hoch wie im vergangenen Jahr gewesen.

 „Es gab viele Gespräche mit Leuten, die in Ense bauen wollen. Gut 400 Bewerber, so schätzt der Initiativkreis-Chef, gebe es für die etwa 100 freien Bauplätze in der Gemeinde. Darunter auch sehr viele junge Menschen, die zum großen Teil die MeTa besucht haben.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare