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Enser Warenkorb hat jetzt einen Hybrid-Transporter

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Von: Philip Maack

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Übergabe mit Bürgermeistern: Die Mitglieder des Enser Warenkorbs freuen sich gemeinsam mit Wickedes Chef Martin Michalzik (dritter von rechts) und Enses Bürgermeister Rainer Busemann (rechts.).
Übergabe mit Bürgermeistern: Die Mitglieder des Enser Warenkorbs freuen sich gemeinsam mit Wickedes Chef Martin Michalzik (dritter von rechts) und Enses Bürgermeister Rainer Busemann (rechts.). © Maack

Der Verein Enser Warenkorb hat sich einen neuen Hybrid-Transporter angeschafft. Unterstützung gab es dabei von zwei großen Spendenquellen.

Bremen – Da steht es, das neue Schätzchen. Vor der Tür des Enser Warenkorbs in Bremen tankt gerade der nagelneue weiße Transporter auf, den sich der Verein angeschafft hat.

Zwar verfügt der Warenkorb nicht über eine Zapfsäule, doch die braucht er für diesen Wagen auch nicht. Der neue Transporter ist nämlich ein Hybrid – und tankt Strom.

Der Transporter fährt ausschließlich elektrisch

„Dieser Hybrid-Wagen hat für uns extreme Vorteile“, erklärt Alois Franz, Mitglied des Enser Warenkorbs. „Er ist zum Beispiel viel umweltfreundlicher als unser alter Transporter.“

Das neue Fahrzeug fährt sich nämlich ausschließlich elektrisch, den ein Liter fassenden Benzinmotor benötigt es dagegen fast gar nicht.

„Der Benzinmotor springt nur dann an, wenn die Ladung der Elektro-Batterie unter einem bestimmten Level ist“, sagt Franz.

Die Energie des Verbrenners wird in diesem Fall allerdings nicht genutzt, um das Auto voranzutreiben, sondern ausschließlich für das Aufladen der Batterie.

Das passiert während der Fahrt. So kann der Warenkorb seine Touren auch weiter fortsetzen. „Der Benzinmotor betreibt einen Generator, der die Batterie lädt“, erläutert Franz die technischen Hintergründe.

Für solch ein Fahrzeug musste der Warenkorb allerdings auch eine ganze Stange Geld aufbringen. Knapp über 50 000 Euro hat der Hybrid-Transporter gekostet.

Geld, dass der Warenkorb als gemeinnütziger Verein von Ehrenamtlern nicht mal eben auf der hohen Kante hatte.

25.000 Euro aus dem Verkauf von Masken

Schon im Juni 2020 hat der Warenkorb deshalb das Projekt „Kühle Hybrid-Karre“ gestartet. Dabei haben sie sich Hilfe an mehreren Stellen gesucht. Eine davon war das Leader-Förderprogramm.

Rund 23 000 Euro hat der Warenkorb so aus dem Fördertopf erhalten. Für Leader-Regionalmanager Timo Jäckel eine Premerie. „Es ist das erste Mal, dass wir solch ein Projekt unterstützt haben.

Es freut uns, dass wir so unser Portfolio erweitern konnten“, sagt Jäckel. „Und genau das ist ja das Schöne an Leader. Dabei ist einfach vieles möglich.“

Die zweite große Spendenquelle ist Rainer Textor. Der Unternehmer aus Parsit hat mit seiner Firma Ratex unzählige FFP2- und OP-Masken verkauft.

Für jedes Exemplar, das über die Ladentheke ging, hat er fünf Cent für das Projekt des Warenkorbs abgezwackt.

Später hat er auch noch Corona-Selbsttests angeboten und den Verein ebenfalls am Gewinn daraus beteiligt. Auf diese Weise sind rund 25 000 Euro zusammengekommen.

Die restliche Summe musste der Warenkorb selbst aufbringen. Dafür hat Alois Franz viele Klinken putzen müssen.

Das Angebot des Warenkorbs vergrößert sich

„Ich habe quasi den Bettelstab geschwungen“, sagt er und lacht. „Spenden sammeln ist keine einfache Aufgabe. Doch zum Glück hat sich die ganze Mühe am Ende ja gelohnt.“

Der neue Hybrid-Transporter ist nämlich nicht nur wegen seiner höheren Umweltfreundlichkeit im Vorteil gegenüber seinem Vorgänger. Er bringt dazu noch eine wichtige neue Funktion mit.

„Der Wagen kann auch tiefgekühlte Waren transportieren“, erzählt Franz. Dadurch kann der Warenkorb nun auch mehr Tiefkühlware anbieten. Bislang war das lediglich in Ausnahmefällen möglich.

„Bei Tiefkühlware müssen wir ja gewährleisten, dass die Kühlkette zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wird“, sagt Franz. Mit dem alten Transporter war das jedoch nicht möglich, er hat keine Tiefkühl-Funktion.

Die neue Kühlungs-Möglichkeit bringt dem Warenkorb sogar noch mehr ein. „Wir können das Auto wie einen Kühlschrank anschließen“, sagt Franz, „dann hält es die Waren länger kühl, auch wenn das Auto steht.“

Somit kann der Warenkorb jetzt auch mehr vergängliche Produkte annehmen und anbieten. Die Kapazität des Vereins-Ladens wächst dadurch.

„Wir können den Transporter schließlich 48 Stunden lang als zusätzliches Zwischenlager nutzen“, erklärt Franz.

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